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Der Israelit · 1897-01-11 · Heft 3 (11.1.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 3 (11.1.1897)
Date
1897-01-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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.•-•;.^^g?rgy^< v--^^-; JjM*^dgSSB 40 Aeit«ngSnachrichten und Eorrespondenzen Deutschland. Berlin, 7. Jan. Das Deutsche Central-Komitee für die russischen Juden, resp. dessen geschäftsführender Ausschuß, versendet einen längeren Bericht über seine Geschäftsthätigkeit in der Zeit vom 1. Oktober 1894 bis 30. September 1896. Aus der dem Bericht beiliegenden Aufstellung ist zu ersehen, daß die Auswanderung auf Grund erfolgter Ausweisungen fast vollständig aufgehört hat, daß aber gleichwohl die Thätigkeit des Komitees auch weiterhin wenn nicht notwendig, so doch zweckmäßig erscheint. Die Hilfe desselben wird, soweit sie Auswanderer betrifft, säst ausnahmslos solchen Personen zu Theil, die ihren ausgewiesenen und ins Ausland übergesiedelten Fa milienmitgliedern nachwandern. Die Komitees h.iben, mit Ausnahme von Hamburg und Stettin, nach außen hin ihre Thätigkeit eingestellt; nothwendige Beförderungen werden von den ehemaligen Vorsitzenden des Komitees geleitet. Dies Verfahren empfiehlt sich besonders deßhalb, weil die von den maßgebenden Behörden für den Uebertritt der Auswanderer über die preußischen Grenzen erlaffenen Verordnungen wesentlich andere und strengere sind als die früheren. Die nach Einführung dieser Verordnung erlassenen Warnungen haben in Rußland anscheinend guten Erfolg gehabt, denn es haben sich in den meisten Fällen nur solche Auswanderer gemeldet, die be.m Eintreffen an unserer Grenze die vorschriftsmäßigen Mitteln besaßen. Die Auswanderer erhielten meist die Mittel zur Reise über den Ocean und nach den Bestimmungsorten von Verwandten und Freunden, welche früher nach dem Ausland befördert worden sind. In der Zeit vom 1. Ocioler 1>94 bis 30 September 1890 wurden b»fördert 1716 Personen und dafür aufgewendet 34.871,20 Mark. Außerdem beförderte und verpflegte in der Zeit vom Juli 1893 bis März 1895, Bentheim 1378 Personen und verausgabte 4584,50 Mmk; Thorn verausgabte in der Zeit vom August 1894 b>s März 1896 461,05 Mark. Der Kassenbestand b luf sich am 30. September d. I. aufersttns in B.»ar 105,088,86 Mark, zweitens in Pr. Konfols 5000,— Mark, zusammen: 110,088,86 Mark. Die Velwaltungskosten (Miethe, Gehalt rc.) sind erheblich herabgemindert. Düselben haben für das Jahr vom i. Okiober 1895 bis zum 30. September 1896 nur 82<,20 Mark betragen. Für seine fernere Thätigkeit beabsichtlgt das Komitee diejenigen Grundsätze sestzuhalten, welche der geschäftsführende Ausschuß als No m hrngestellt hat und welche sich als zweckmäßig b mäbrt hden. D efelben lauten: Es sollen in der R a>! ». r -lusw n er.r befördert werden, welche mit S rff 0, h n fa läinmtlu t Familun'Miiglieder versehen sind. Auswanderer, welche mit unzureichenden Mitteln in Deutschland angetroffen werden, sollen, insbesondere auf Ersuchen der Behörden, repatriirt werden. Der Bericht gedenkt schließlich noch des verstorbenen Baron Hirsch und Dr. I. Bamberger in ehrender Anerkennung. Berlin, 4. Dez. (Der „Pharao der Bedrückung.") Von den neuesten Entdeckungen über den Pharao der Bedrückung theilt die „Allg. Ev. Luth. Kirchen-Zeitung" folgendes mit: Bisher wurde viel gestritten, ob es Ramses der Große oder sein Sohn Merenptah gewesen sei, der das Volk Israel einst bedrückte. Der Aegyptologe Prof. Petrie glaubt nun beweisen zu können, daß beide es gewesen seien. Beim Forträumen der Trümmer des Begräbnißtempels König Merenptahs in Theben fand er einen Stein mit einer langen Inschrift, die sich auf die Anwesenheit der Israeliten in Aegypten bezieht, die erste und einzige Aufzeichnung, die gefunden worden ist. Die Tafel ist aus schwarzem Granit verfertigt und mit Hyroglyphen bedeckt. Die Erwähnung Israels findet sich fast am Ende der Tafel. Es ist die Beschreibung der Niederlage der Libyer, die in Egypten eingefallen waren, durch Merenptah, ferner eines zweiten Krieges in Syrien, der siegreich von dem egyptischen Könige zu Ende geführt wurde. Sie schließt mit den großprahlerischen Worten: „Die Hititen sind zur Ruhe gebracht. Kanaa zerstört und verwüstet, Askalon genommen, Aanoah dem Erdboden gleich gemacht und das Volk Israel zu Grunde gerichtet und Syrien beraubt und geplündert." Eine der Jahreszahl 1200 v. d. g. Ztr. entsprechende Angabe befindet sich auf der Tafel. Noch bestehen Zweifel, ob bei dem Worte „Israel" nicht eine Verwechselung mit Jezreel, einer Stadt in der Ebene von Esdraelon, stattgefunden hat; aber tüchtige Egyptologen haben sich ausdrücklich für erstere Deutung ausgesprochen. Außer dieser wichtigen Entdeckung hat Petrie über den Charakter und die Geschichte Merenptahs manches neue zu Tage gefördert; sogar die Beschreibung seiner Person hat er aufgefunden, sowie eine Abbildung in Form seiner Büste in den Gräbern von Theben. Er soll ein finsteres, stolzes Gesicht zeigen. Mit 40 Jahren bestieg Merenptah den Thron, es ist eine Tafel mit einer Inschrift gefunden worden, die beklagt, in welcher Verfassung das Land bei seiner Thronbesteigung von Merenptah vorgefunden wurde. Im fünften Jahre seiner Regierung fand ein großer Einbruch der Wüstenbewohner in Egypten statt. Merenptah richtete ein großes Blutbad unter ihnen an und trieb sie aus dem Lande. Die Entdeckungen reichen bis zum achten Jahre seiner Regierung. — Aller Wahrscheinlichkeit nach müssen die Jammertage der Israeliten erst in späteren Jahren seiner Regierung erfolgt sein. Kopien der

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