Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1897)
- Date
- 1897-01-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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10 ,>WWWWffWWWWWWWWWM Wortschatz der hebräischen Sprache geliefert, soweit er aus sinnverwandten Elementen besteht. Diese Eintheilung hat den Vorzug vor der lexicalischen Weise, daß wir in ihr zugleich neben dem philologischen auch den philosophischen Gehall der Sprache kennen lernen, und daß ganze Abschnitte werthvolle archäologische Ausschlüsie geben. Für seine Erklärungen gibt der Vers, auch zugleich die Belege; es ist nur zu bedauern, daß die Exegese in den talmudischen Schriften zu wenig herangezogen ist, gerade in diesen liegt ein Schatz von Aufschlüssen über die Bedeutung einer großen Reihe von Wörtern. Zu weit scheint mir aber der Vers, gegangen, wenn er die Wörter, welche die verschiedenen Arten einer Gattung unter die Synonyma aufnimmt oder gar die Individuen einer Klaffe, wie z. V. die verschiedenen Amphibien oder die verschiedenen Maße u. dgl. m. hier einer Betrachtung unterzieht. Es möge hier einiges Platz finden, was mir bei der Durchsicht aufgestoßen ist: otn (S. 7) ist nicht Platzregen, sondern jeder Regen wird so bezeichnet; der vom Vers, citirte Beleg besagt nichts, da dort ausdrücklich bir: dazu gesetzt ist. Man vergl. 27172 bs'bim wi;i Lev. 26, 4, ferner Jes. 55, 10., Ez. 34, 26., Am 4, 7., Sech. 14, 17 u. s. w. Warum zur Erklärung des Wortes eipSa Raschi citirt wird und nicht die Quelle Taanith 6 n ist nicht ersichtlich. — b-k (S. 14) non nci, nicht von h2-:k ist zuerst von S. N. Hirsch aufgestellt (s. dessen Pentateuchkoinmentar); ich erwähne es deßhalb, um den Berf. zu erinnern, daß er diesen Autor unter denen, deren Werke er benutzt, zu erwähnen vergesten hat. — Der Spruch a-x ,"XL> Bipaa '121 (daß) rührt nicht von Rabbi Hillel, sondern von Hillel her. — Daß junge Thiere (S. 15) säugende, statt „saugende" genannt werden, mag wohl ein Druckfehler sein. — Daß fpr das beginnende Alter bedeute, wird durch das Citat, das der Verf. zu N2V erwähnt, widerlegt: 712-2 n2'£*2 em:x rar 7ini 72er pT, Gen. 25, 7.; die Steigerung ist hier deutlich. — S. 26 ist nicht Piel. — Das.: heißt nicht: sich umhüllen. — S. 28: rre ist nicht synonym mit rnv; es bedeutet „Fallgrube," wie die dabeistehenden Worte bv und rfon beweisen, und nicht „Bestürzung." (S. 37) ist nicht die Löwin, diese wird durch (Ez. 19, 2) bezeichnet. — Eine sorgfältigere Korrektur wäre zu wünschen gewesen, denn viele sinnentstellende Fehler, die das Fehlerverzeichniß nicht bringt, stören den Leser. Doch diese Ausstellungen beeinträchtigen den Werth der Schrift nicht. Sie werden bei einer etwa nothwendigen neuen Auflage leicht zu beseitigen sein. — Mit großem Vergnügen lieft man die recht wissenschaftlich gehaltene und einer klaren Darstellung sich erfreuende Schrift des Oberrabbiners Dr. JacobBaßfreund: „Das Fraginenten-Targum zum Pentateuch" (Frankfurt a. M. 1896 I. Kauffmann.) Ob das Fragmenten-Targum (Targum Jeruschalnri) Glossen zum sogenannten Tg. Jonathan darstelle oder Reste eines verschollenen Targum sei, war lange ein heftig umstrittener Punkt. Das Merkwürdigste hat hier nun Geiger geleistet, der dein sogenannten Targum Jonathan ein hohes Alter vindicirt, um seinen Lieblingsgedanken von der „alten" und „neuen Halacha" auch hier zur Geltung zu bringen; dieses Targum sei dann zu Gunsten der „neuen Halacha" umgearbeitet worden, und ein solcher Berichügungsversnch,aber nur zu einigen Stellen, liege ein Fragmenten-Targum vor. Schon Groner hat in seiner Schrift die „Jonathansche Pentateuch-Uebersetzung" die tendenziöse Darstellung Geigers zurückgewiesen und kräftig wird sie in der vorliegenden Schrift, welche den bündigen Nachweis liefert, daß G. der Tendenz zu Liebe dem Jonathanschen Text Gewalt angethan hat, bekämpft. Schon die jeder Logik zumiderlaufende Ansicht G.'s., Onkelos, diese schlichte Uebersetzung, habe den midraschischen Jonathan zur Vorlage gehabt, spricht laut genug gegen die ganze Darstellung G's. Der Verf., welcher sich im Ganzen Frankel und in Einigem Seligsohn anschließt, kommt nun zu dem Resultate, daß sowohl Jon., wie auch das Fragmenten-Targum aus einer gemeinsamen Quelle einem vollständigen Targum Jeruschalnri, dessen Existenz durch zahlreiche Citate, besonders im Aruch verbürgt ist, geschöpft haben, das Fragmenten-Targum jedoch, genannte Quellen benutzend, aus Glossen zum Onkelos bestehe. Die Beweisführung, wenn sie auch nicht überall gleicherweise überzeugend ist — so wird es nicht klar, wieso manche Glossen, die aus nur einem Worte bestehen, die Erklärung des Onkelos midraschisch erweitern — ist aber an den meisten Stellen scharfsinnig und geistreich. Namentlich ist die Entdeckung zu begrüßen, daß manche an Onkelos sich anschließende Worte im Fragmenten-Targum nichts anderes als Stichwörter seien, welche nach eingeschobener Erklärung andeuten, wo im Onkelostext sortzufahren ist. Der Verf. hat mit seiner Schrift reiche Anregung gegeben und wir dürfen sie als eine willkommene Bereicherung der wiffenschaftlichen jüdischen Literatur begrüßen. — Nach längerer Zeit ist Rabb. Salomon Bamberg er wieder mit einem Werke und zwar der Fortsetzung schon früher veröffentlichter Arbeiten hervorgetreten. Der Verf. hat nämlich den glücklichen Gedanken gehabt, den Aruch, eine unschätzbare Fundquelle für das Verstündniß vieler schwieriger Talmudstellen, nach Tractaten unter dem Titel na1? *py herausgegeben. So ist bereits eine Zusammenstellung zu Berachoth und eine zu Sabbat erschienen, jetzt liegt die zu Megilla (Sennheim 5657) vor. Die Arbeiten dieses fleißigen und gewissenhaften Autors, der mit umfassendem Wissen eine bewunderns-