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Der Israelit · 1897-01-04 · Heft 1 (4.1.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 1 (4.1.1897)
Date
1897-01-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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wird. Es bringt mir einen vor 25 Jahren gefaßten, hehren Beschluß in Erinnerung, laut welchem die nationale Erziehung mit der religiösen parallel und Hand in Hand gehen muß. Es müssen solche Schulen errichtet werden, welche den nationalen Unterricht mit der relig. Erziehung harmonisch verbinden, ltub diese Idee, diese Richtung sehen wir hier verkörpert. Hier wird dahin gestrebt, daß der Knabe ein treuer Sohn seiner Confession und ein treuer Patriot werde. Gegen den heutzutage überhand nehmenden Socialismus bieten solche Anstalten die beste Garantie, da sie Religion und Patriotismus in die Herzen der Kinder pflanzen." Amerika. New-Nork, Ende Dez. Der Convent des „Nationalrathes jüdischer Frauen" trat dieser Tage zu seiner letzten Sitzung in Turedo-Hall unter dem Vorsitz der Frau Salomon zusammen. Ein Beschluß wurde einstimmig angenommen, durch welchen die Mitglieder ersucht wurden, Alles in ihren Kräften Stehende zu thun, um einer Entweihung des jüdischen Sabbats entgegen zu arbeiten und gleichzeitig darauf zu sehen, daß der Sabbat in jüdischen Familienkreisen in seiner Reinheit erhalten bleibe. Nachdem noch einige andere Beschlüsse zur Annahme gelangt waren, berichtete im Namen des Rotninations - ComitLs Frau Flora Schwab folgendes „Ticket": Präsidentin: Frau Hannah G. Salomon; 1. Vizeprüsidentin: Frau Sophia Beer von New- 2)ork; 2. Vizepräsidentin: Frau Babette Mandel aus Chigago; correspondirende Secretärin: Fräulein Sadie American; protokollirende Secretärin: Fräulein Gertrude Berg von Philadelphia; Schatzmeisterin: Frau Carri M. Wolf von Chicago. Die Vorgeschlageuen wurden sämmtlich erwählt. Sobald es zur Abstimmung über die Präsidentschaftskandidatin kam, erhob sich Frau De Salo aus Montreal uud rief: „Der Nationalrath steht ein für das Judenthum und dieses für Gott und seine Gesetze. Das Gesetz aber sagt! „Du sollst den Sabbat heiligen!" uud dieser ist am siebenen Tage. Die Präsidentin aber feiert nicht den siebenten Tag als Sabbat und wir müssen eine Präsidentin haben, die den Samstag und nicht den Sonntag feiert!" Die Freundinnen der Candidatin erhoben Einwand gegen die Bemerkungen und Frau Salomon erklärte, daß sie jeden Tag der Woche heilig hatte. (?) Frau De Salo zog dann ihren Eintvand zurück und Frau Solomon wurde per Acclamatiou als Präsidentin wiedergewählt. Die Erwählung der übrigen Beamten ging dann rasch vor sich. Eine spezisisch katholische Zeitung, der „Sun", schreibt über den Verlauf des Congresies unter der Spitzmarke; „Do the Honor of American JeAvesses.“ „Zur Ehre der amerikanischen Jüdinnen." „In der Zusammenberufung der Convention, in der Abwickelung ihrer Geschäfte zeigten die jüdischen Frauen, daß sie das volle Maß praktischer Fähigkeit besitzen. Sie führten die Verhandlungen, als ob sie die Methoden gewohnt wären. Si« besprachen menschliche Gesinnung mit vollem Verständnisie. Schwierigkeiten wurden mit Geduld überstanden. Mühevolle Fragen wurden genial beantwortet. Sie legten bei Seite eine Zahl von Thorheiten, die ihnen aufgedrungen worden waren und andere Kleinigkeiten, wie die Wahl eines Mottos einer (Badge) kennzeichnenden Medaile; Sic haben gediegen gearbeitet im Rathe. Es war eine gut geführte Convention. Die Präsidentin war eine Parlamentarierin, die schon reiche Erfahrung gesammelt haben mußte, die anderen Beamten waren fähig für ihre Pflichten und die Mitglieder zeigten stets ein gesundes Urtheil. Wir denken, daß die großen Vereine dec Jüdinnen, die sich in den verschiedenen Staaten organisirtcn und die in Tuxedo - Hall repräsentirt waren, durch ihre Delegationen zufrieden sein müssen mit der Arbeit der ersten Convention der amerikanischen Frauen. „Die Idee, welche früher bestand", so sagte Frau Kohut bei Eröffnung der Convention, „daß Frauen die ererbte Unfähigkeit der Combination und Cooperation besitzen, darf nicht mehr aufrecht erhalten werdet:; jüdische Frauen wenigstens können gemeinsam arbeite!: und im Zusammenwirken auch tvirkliche Leistungen erzielen. Die Convention hatte hauptsächlich einen religiösen Charakter. Sie war zur Förderung des Jndenthums dcsignirt. Zweck und Ziel wurden durch ihr Motto „Religion und Philantropie" gekennzeichnet. Die Mitglieder verpflichten sich, die Kräftigung des jüdischen Glaubens durch Bibelstudium zu bewerkstelligen. Die Heiligung des Sabbats, die Veredelung der Synagoge, das tägliche Gebet und die Aufrechthaltung des Gesetzes und der Ceretuonien, so wie sie Moses vorgeschricbcn, womöglich unter Führung der Rabbiner. Sie wollen auch arbeiten für die Aufbesserung der Zustände der unglücklich situirten Glaubensgenossen durch Etablirung von Handarbeits- und Industrieschulen, Bibliotheken, freundschaftlichen Bereinigungen, Beschäftigungs-Bureaus, Freibäder, Kindergärten und anderer nützlicher Institutionen. „Nicht eine einzige Almosen reichende Gesellschaft", sagte Fräulein Sadie American, die pflichtgetreue Secretärin der Gesellschaft, „stumpft die hellen Farben unseres Records ab." Sowohl in religiöser, als auch in philantropischer Beziehung wurde ein schöner Anfang

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