Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 102-103 (23.12.1896)
- Date
- 1896-12-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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~S'*{ **&}?&&**& 1954 gespendet. Von dieser Summe wurde nun ein entsprechender Betrag dem Cultutzvorstande in Rom zur Verkeilung an die jüdischen Armen übergeben. Auch die hiesige jüdische Gemeinde hat es anläßlich der Hochzeit des Kronprinzenpaares an homagialen Huldigungen nicht fehlen lassen. Palästina. Jerusalem. (Spitalbau.) Am 11. vor. Mts. besuchte eine Commission des Stadtraths in Begleitung des städtischen Baumeisters den Spitalbau, um durch persönliche Jnspection festzustellen, daß beim Bau die arondirte Grenze des Bau-Areals eingehalten wurde. Die Commission war sichtlich erstaunt über die Solidität des Baues und über seinen bisherigen rüstigen Fortgang. An der Fertigstellung der Umfassungsmauer wird eifrig gearbeitet, die Cisternen sind bereits fertig gestellt. Der Regen, welcher sie füllen sollte, wurde lange vergeblich erwartet und mußte man eine Zeit lang das zum Bauen nothwendige Wasser für vieles Geld kaufen. Glücklicherweise hat inzwischen die Bitte um Regen ihre Erhörung gefunden, so daß nun das in den Cisternen sich ansammelnde Wasser für den Weiterbau benutzt werden kann. vermischtes. Wollstein (Prov. Posen). Am 6. Dezember d. Js. H3IQ rojn feierte die hiesige Gemeinde und die jüdische Schuljugend ein schönes Fest. Gleich wie im vorigen Jahre veranstaltete der Verein „Gesellschaft der Freunde," an dessen Spitze schon seit vielen Jahren der älteste rvun der 81jährige Herr S. W. M e s e r i tz und der Beigeordnete, Ziegeleibesitzer K r a u s e Hierselbst segensreich wirken, für die gesammte jüdische Schuljugend aus allen Schulen der Stadt eine würdige Chanukafeier. Der Verein, ursprünglich begründet zur Bekleidung armer Schulkinder, hat wegen Mangels solcher Bedürftigen, schon seit Jahren für andere Zwecke größere Unterstützungssummen bewilligt und faßte im vorigen Jahre den Beschluß, alljhrlich aus seinen reichen Mitteln, sämmtlichcn Schülern eine Chanuka'eier nebst Bescheerung und Bewirthung zu bereiten. Wenn man bedenkt, daß der größ'e Theil der Schüler höhere Schulen besucht und deßhalb ohnedies verhindert ist, regelmäßig am Gottesdienste Theil zu nehmen, daß ferner ein Jugendgottesdienst hier immer noch nicht eingerichtet ist, daß endlich die Weihnachtsfeier in immer weitere jüdische Kreie eindringt, io muß man den Lebern des obigen Vereins innigen Dank für ihr echr jüoisches Thun wissen. — Und die Freude der Kinder wieder einmal ein echt jüdisches Fest im Kreise ihrer Lehrer und Eltern zu feiern, ist ja wohl auch für jene Männer der schönste Dank, den sie begehren können. Nach dem Vortrage eines Kinderchores sprach eine Schülerin, ein schönes Chanukagedicht. Hierauf fand "un rwin statt, vernichtet durch den Kantor G o r d o n, dann Kinderchor Wh rvfun und nun folgte die Festansprache durch den Lehrer B e cker. in welcher V rgleiche zwischen jener glorreichen Zeit der Makkabäer, ihrem Glaubensmuth und ihrer Glaubensireue und der Gesinnung der Gegenwart nicht fehlten und eine w mm Ermahnung zu gleichem Makkabäerthum an die Schuljugend schloß die Ansprache. — Hierauf wechselten Deklamationen und Gesänge, alle auf die Chanukaieier bezüglich, in bunter Fol;e ab. Eine prächtige Spendenverthellung, bei welcher jedes Schulkind I ein hübsches Geschenk erhielt und eine reichliche Bewirlhung der Schulkinder, erhöhte noch die Freude der Schüler, desgleichen Unterhaltungen aller Art. — So mögen denn die ausgestreuten Samenkörner in den Herzen der Schulkinder Wurzel fassen und reiche Flüche tragen. pi fQT p. Feuilleton. Auf der Leiter. Eine Erzählung von Robert Hünlein. 7) „Wie wär's," fragte Jankel, „wenn Du, Feiwel, Dich an dem Geschäft betheiligen würdest?" Der Gefragte that, als ob er dieses Angebot gar nicht gehört hätte, und verbreitete sich überdas Bankfach im Allgemeinen und über Jankel als Banquier in spe insbesondere. Er tfyat dies mit so viel Geläufigkeit und Sachkenntniß, daß Jankel und Gitel ihn für ein Finanz-Genie ersten Ranges halten mußten. Er wies feinen verdutzten Zuhörern zuerst nach, daß es ein leichtes sei, mit einem Capital von 160,000 Gulden in einem Jahre das doppelte zu verdienen. Hier mußte ihn Jankel mit der Bemerkung unterbrechen, daß er es im ersten Jahre um 20,000 Gulden billiger thue; es sei ihm zunächst nur darum zu thun, die 140,000 Gulden zu bekommen, die ihm noch an „seinen" 300,000 fehlten. Feiwel lächelte überlegen. „Die 20,000 Gulden," meinte er, „werdet Ihr sehr gut gebrauchen können. Ihr müßt viele neue Einrichtungen anschaffen, Büreau's, Commis und feine Möbel, damit Ihr ein respectables Haus ausmacht; denn das gehört dazu. Ihr müßt in's Theater, müßt Bälle und öffentliche Vergnügungen aller Art mitmachen, damit man Euch kennen lernt, damit von Euch bei den Geldleuten gesprochen wird. — Aber es wäre doch gut, wenn Ihr noch einmal zuvor den Rath von Rabbi Löb Lemberger einholtet." „Das ist nur nöthig," entgegnete Jankel, „wenn Du Dich nicht selbst an dem Geschäft selbst betheiligen wirft. Bist Du aber willens, selbst Theilhaber an meinem Geschäft zu werden, so brauche ich keinen befferen Rathgeber." Feiwel machte einige Einwendungen, ließ sich aber schließlich ohne allzugroßes Drängen zu dem überreden, woran sein ganzes Herz hing und woraus er die ganze Zeit mit jedem Schritte hingestrebt hatte. Er versprach seine bisherige Stellung sobald als möglich aufzugeben. Sechs Wochen später war alles erledigt. Eine neue Wohnung mit schönem Comptoir ward bezogen und auf glänzender Bronceplatte war an einem der schönsten Häuser in frequenter Lage der Stadt die Aufschrift zu lesen; „Jacques Goldberger, Bankgeschäft."