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Der Israelit · 1896-12-17 · Heft 101 (17.12.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 101 (17.12.1896)
Date
1896-12-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1936 beging seine Mackabäerfeier durch einen festlichen Abend. Die Glanznummer bildete die Festrede, die Herr Rosenblum, stuä. elect-rot. aus Darmstadt in hebräischer Sprache hielt. Wir können auf diesen hochinteressanten Vortrag hier nicht näher eingehen, wohl aber versichern, daß es herrliche Gedanken in herrlicher Form waren, die der Redner in fließender Sprache zum Entzücken der Zuhörer, Mitglieder und Gäste, zum lebendigen Ausdruck brachte. Die feierliche Stimmung, den der Vortrag hervorgebracht hatte, dauerte noch den ganzen Abend fort, den die Mitglieder mit hebr. Ansprachen, Toasten und Liedervorträgen in gemüthlichem Beisammensein zubrachten, sodaß der Gesammteindruck dieses Festes wahrhaft würdig und erhebend war und lange noch in angenehmer Erinnerung bei den Theilnehmern bleiben wird. Der Verein, der sich seit Aug. d. I. konstituirt hat und bereits gegen 6<> Mitglieder, aktive und passive, zählt, hat sich zur Aufgabe die Pflege und die Verbreitung der hebr. Sprache gestellt. Zur Erreichung des ersten Zieles dient eine Bibliothek gediegener Werke und Zeitschriften, die allmählich aus den Beiträgen der Mitglieder sowie aus Stiftungen an Geld und Büchern von Freunden unserer Bestrebungen angelegt wird. Und wa-s die Verbreitung der heiligen Sprache betrifft, so sind bereits eine ganze Anzahl gemeinverständliche mit Punktation versehene Werke angeschafft, die sich für Anfänger am besten eignen. Außerdem sind 4 Unterrichtsstunden wöchentlich eingerichtet, in welchen j:n und Leetüre vorgetragen, und nebenher Grammatik, zunächst das Technische, erklärt wird. Vom I. Januar finden auch wöchentlich kleinere Vorträge und Konversationsstunden nach der Anschauungsmethode sowie größere Vorträge allmonatlich statt. Wenn auch die Beiheiligung an den Unterrichtsstunden noch ziemlich schwach ist, so darf sich dennoch der Verein hinsichtlich der Sympathien, die er bei maßgebenden Stellen, namentlich bei Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Horwitz, gefunden hat, der angenehmen Hoffnung Hingebell, daß er immer mehr an Jntereffe und Verstündniß, in Frankfurt, das doch für alles Jiidische als exso empfänglich ist, gewinnen wird, daß schaarenweise die Jugend seiner Fahne herbeieilen wird, zur inneren Freude aller derer, die in wahrhafter Begeisterung für das Judenthunl zur Erkenntniß gekommen sind, daß die Kenntniß der hebr. Sprache, die Sprache der Propheten, einer der tttüchtigsten Faktoren zur Erhaltung des Judenthums war, ist und bleiben wird. Rußland. Woskhod, Ende Rov. (Eine Neo-jüdische Sekte). — Der vor einigen Jahren in Kischinef gemachte Versuch, eine neo-jüdische Sekte zu gründen, die sich auf der Fusion der Bibel mit dem Evangelium aufbaut, ist jämmerlich gescheitert. Der neue Kultus hatte die Juden nicht gelockt trotzdem eifrigen Proselytismus seiner Apostel; dieselben kehrten schleunigst zum Judenthum zurück. Aber unter der christlichen Bevölkerung hatten sich zahlreiche Anhänger gefunden. Eine Sekte der „Soubbotnik" hatte sich gebildet, beobachtete die Sabbatruhe und erkannte zu gleicher Zeit die jüdischen Propheteit und die christlichen Aposteln an. Die Mitglieder einer jüdischen Familie, Namens Dimoff hielten den Gottesdienst ab und leiteten die Gemeinde. Vor Kurzem wandte sich Dimoff an den Senat, um die Berechtigung zu erlangen, einen Tempel zu bauen und daselbst öffentliche Gebete zu verrichten. Er wollte die neue Religion vom Staate officiell anerkannt sehen. Der Senat hat das Gesuch nicht genehmigt. Er hat sogar den Minister des Innern damit beauftragt, eingehende Vorkehrungen zu treffen, um das lleberhandnehmen des netten Kultus zu hemmen. Daraufhin hat sich Dimoff direkt an den Kaiser gewendet. Aber ein Kabinetsbefehl hat kürzlich der neuen Sekte ausdrücklich den Bau eines Tempels und die öffentliche Ausübung der neuen Religion untersagt. Dimoff hat zudeni von der Polizei den Befehl erhallen, schleunigst seine Heimath Astrakhan aufzusuchen. Sprechsaal. Aus Süddeutschland Wer erinnert sich nicht jener unverantwo>tlichcn Thai, als Prediger Moses in Bielefeld unter (L-amtion seines Vorstandes eine Trauung vollzog, die nach jüdischem Gesetz 'durchaus verboten war? Die Trauung wurde von genanntem Herrn für intakt erklärt, trotzdcnr Oberrabbiner Ritter in Rotterdam ans daS Ungesetzliche nachdrücklich hingewiesen hatte. Hätte damals Dr. N. nicht aus der Leitung die vollzogene Verehelichung ersehen und sich sofort erkundigt, ob und wo die religiöse Trauung stattgefunden hatte, Niemand hätte hier eine Ahnung gehabt. fPDJ n£’y ’3. Derartige Fälle sind nicht vereinzelt. Uns ist ein Fall bekannt, daß ein Rabbiner in ähnlicher Lage einem Brautpaare versagt hatte; und ein anderer Rabbiner hotte die Trauung, natürlich die Verhält n i s s e nicht kennend, vollzogen. ES ist deshalb nach unserer Ansicht durchaus geboten, tag vor einer Trauung der amtirende Rabbiner bei seinen Eollegcn anfrage, ob der Trauung religiöse Bedenken nicht im Wege ständen. Die Anfrage müsste geschehen, ivenn selbst von Seiten des Bräutigams oder der Braut eine Weigerung zur Entrichtung der früher üblichen Gebühreil stattfände. Personalien. M. Bettdorf a Rh, 13. December l8sti». Eilte fW N d'li, ein Biederwcib in des Wortes edelster Bedeutung, wurde am 24. Kislew hier zu Grabe getragen. Es war die Frau Wwe. Snbilla Abraham geb. Frank, welche am 2l. v Monats nach längerem Leiden im Alter von 75 Jahren den Ihrigen entrissen wurde. Obwohl dem Anfänge dieses Jahrhunderts entsprossen, einer Zeit, in der bildende Kenntnisse

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