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Der Israelit · 1896-12-17 · Heft 101 (17.12.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 101 (17.12.1896)
Date
1896-12-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1932 unb dieser führte die Knaben einem jungen Doctor zu, der ein Schüler Jellineks war und der leichtes Spiel hatte aus den herrlichen Knaben andere Juden im schlimmsten Sinne des Wortes zu machen. Auch sich selbst vergaß Feiwel nicht. Sein alter Onkel war ein unberechenbarer Mann, der an dem Neffen und seiner Führung wenig Gefallen hatte. So tüchtig derselbe auch im Geschäfte war, so entschuldigte dies der Onkel doch nicht für den sonstigen lockeren Lebenswandel des Neffen. Dieser suchte daher sein Lebensglück ans kürzerem Wege zu machen. Er war der Familie Goldberger durch seinen Rath und gefälliges Entgegenkommen so unentbehrlich geworden, daß er keinen Augenblick daran zweifelte, er brauche nur um die älteste Tochter Malko anzuhalten, um Schwiegersohn von Jankel und Gitel Goldberger zu werden. Aber Feiwel rückte mit diesem Vorhaben nicht sofort heraus, sondern suchte sein Ziel auf einem Umweg §u erreichen, auf dem ihm noch andere große Vortheile winkten. Als eines Abends im Familienrathe gemeinschaftlich mit Feiwel Seelenfreund wieder die Frage verhandelt wurde, ob sich für Jankel kein geeignetes Geschäft ausfindig machen lasse, meinte Feiwel, er habe nach vielem Nachdenken etwas sehr Passendes gefunden — Jankel solle Banquier werden! „Banquier?" fragte Jankel verblüfft, „wie Schmidt und Ehlers meinst Du, bei welchem unser Geld deponirt ist?" „Ganz so meine ich». Was braucht Ihr Euer Geld fremden Menschen anzuvcrtranen, die wer weiß wie viel daran verdienen? Die Kunst kennt Ihr gerade so gut." „Wo denkst Du hin," wandte Gitel ein, „wir können nicht einmal schreiben unb lesen und kaum rechnen, wie könnten wir Banquiers sein?" Diese Bemerkung verletzte Jankels Eitelkeit. Gereizt bemerkte er zu Feiwel: „Meine Frau ist sehr demüthig und bescheiden und geht darin so weit, daß sie es nicht nur für sich, sondern auch für mich mit ist. Ich kaunn aber boruch Haschem lesen und schreiben." Feiwel lächelte: er war auf dem rechten Wege. „Daß Ihr schreiben und lesen könnt, ist mir gar kein Soiek (Zweifel); habe ich Eure Kunst daritt doch oft genug bewundert. Zudem wachsen auch Euere Kinder zu Gutem heran, die Jungen können's afilu (sogar) sehr gut und die Mädchen können's auch lernen. Wenns Euch recht ist, lern ich jeden Abend eine halbe Stunde mit ihnen, dann werden sie diese Chochmo auch bald können. Aber in allem Emmes (in Wirklichkeit) braucht man für das Geschäft nicht schreiben und lesen zu können, man braucht nur Geld dazu zu haben, und das habt Ihr boruch Haschem. Nichtsdestoweniger werdet Ihr gut thun, wenn Ihr Euch nach einem Schuttof(Eompagnon) umseht, z. B. nach einem zuverlässigen Ehrenmann wie Rabbi Löb Lemberger, hundert Jahre soll er leben." Diesen Vorschlag hatte Feiwel nur gemacht, weil ihm schon früher mitgetheilt worden war, daß Rabbi Löb diese Offerte entschieden zurückgewiesen hatte. „Damit ist's nichts," sagte Gitel, „er geht nicht von U. fort." (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Siontags and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der BuchhanLet verkehrt durch E F. Ktrinacker, Leipzig, Roßplatz 16. — Inserate 25 Mennig die ispaltige Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 6 fl. öfterr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Rücksendung von an die Redaktion eingesandten Manuskripten findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Inhalt (Hauptblatt). Leitende Artikel: Zum achrunddreimgsteu Jahrgang. — Widersprüche in Raschi und ein Lösungsversuch. — Zeitungsnachrichten und Eorrcspondenzen: Deutschand: Pfungstadt. Berlin. Stiaßbnrg. Oestcri-Nng. Monarchie: Prag. — Pädagogisches. — Vereinsnachrichteu. — Vermischtes. — Feuilleton: Auf der Leiter (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgeseüschaft zu Frankfurt a. M. — Zeitungsnachrichten und Eorrcspondenzen: Deutschland: Hörster a. d. W. Aus Oberhessen. Frankfurt a. M. Rußland: Moskhod. — Sprechsaal. — Personalien.^ Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Emanuel Schwarzschild V;*. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Ans Norddeutschland. Memel. Oestcrr.-Ungar. Monarchie: Graz. Rußland: Petersburg. — Vermischtes. Extra-Beilage: Spendenverzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz—Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hier)» drei Beilagen.

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