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Der Israelit · 1896-12-17 · Heft 101 (17.12.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 101 (17.12.1896)
Date
1896-12-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1930 jüdischen Religionsunterrichts". Referent: College Eisenberg-Beuthen. 3. Besprechung über das Verbandsthema : „Auf welche Weise lassen sich am besten und schnellsten die Forderungen der Satzungen unseres Verbandes £ 9 o die lebenslängliche Anstellung sämmtlicher jüdischer Lehrer, ihre Pensionirung und die Versorgung ihrer Hinterbliebenen auf gesetzlichem Wege erfüllen? resp. welche Grundlagen sind zur Herbeiführung dieser Forderungen nothwendig? — Referent: College Bernhard-Tarnowitz. 4. Anträge und Mittheilungen. $u dieser Versammlung, auf welcher wichtige pädagogische, wie materielle Vorlagen zur Berathung stehen, laden wir alle lieben Collegen freundlichst ein und hoffen, wie im Vorjahre, eine reiche Zahl begrüßen zu können. Der Beginn der Versammlung ist auf II Uhr Vorm, anberaumt, bis zu welcher Zeit alle Theilnehmer in Tarnowitz anlangen können. Für Vorbereitung eines gemeinschaftlichen Mahles itVstreng ritueller Form ist Sorge getragen worden." „Der Vorstand des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche hat uns zur Abhaltung unserer Versammlung eine Beihilfe gewährt, ans welcher die Kosten des gemeinschaftlichen Mahles und ein Zuschuß zu den Fahrkosten bewilligt werden." „Um eine Uebersicht über die Theilnahme an der Versammlung, sowie am gemeinschaftlichen Mahle zu gewinnen, bitten wir, bis zum 20. December an den Collegen Bernhard-Tarnowitz Mittheilung gelangen zu lassen." Mreinsnachrichten. Würzburg, im Nov. Zu den auSzüglichen Mittheilungen aus dem Jahresbericht der israel. Lehrerbildungsanstalt dahier in Ihrem gesch. Blatte dürfte die Nachricht noch interessiren, daß diese Anstalt sich während des Festmonats des Besuches von Herrn Baron David von Günzburg, Sohn des weltbekannten Herrn Baron Horaz von Günzburg in Petersburg zu erfreuen hatte. Herr Baron David von Günzburg, ein ebenso tüchtiger Talmudist als bedeutender Orientalist, nahm nicht nur mit vielem Intereffe Einsicht von den Einrichtungen und Räumlichkeiten der Anstalt, sondern lies; sich auch genauestens von dem Unterrichte namentlich bezüglich der jüdischen Disziplinen durch den ehrw. Vorstand, Herrn Distrikts- Rabbiner Bamberger informieren und freute sich sichtlich über das Maaß und den Umfang desselben. Vermischtes. Paris. Die Herren de Rothschild haben wie alljährlich, auch heuer dein Steinepräfccten lOOUüi) Francs znr Vertheilung an die Armen von Paris gesendet. Feuilleton. Auf der Teiter. Eine Erzählung von Robert Mnlein. ö) IV. Dreimal täglich besuchte Jaukel die Synagoge, und Abends das Bes Hamidrasch. Er konnte selbst nicht lernen, aber er hörte gerne zu, wenn gelernt wurde, und er wußte, daß der Besuch des Lehrhauses an und für sich eine verdienstvolle Thal ist, auch wenn mau selbst nichts vom Lernen versteht. Oft spazierte Jaukel durch die Straßen der Stadt, besah die Buden und Geschäfte, immer in der Hoffnung etwas zu finden, was für ihn eine Beschäftigung abwerfen könnte. Einigenrale hatte er sich auch so gründlich in dem Straßenlabyriuth verirrt, daß es ihm schwer siel wieder seine Wohnung aufzufinden. Die zwei Knaben gingen zur Schule und lerntet! lesen und schreiben. Dies ebenfalls zu können, hatte Jankel längst gewünscht und er ließ sich täglich nach beendeter Schulzeit von seinen Knaben das zeigen, was sie heute gelernt hatten. Aus diese Weise lernte Jankel endlich auch die Kunst des Schreibens und Lesens. Die Knaben brachtet! von ihrer Schute auch vieles mit nach Hause, woran die Eltern Anstoß nahmen. Schmul und Mendel, so hießen die beiden Söhne, hatten viel in der Schule wegen dieser Namen zu leiden. Gitel erfuhr auch zu ihrem Schrecken, daß ihre Kinder während der ganzen Schulzeit unbedeckten Hauptes sitzen, daß man sie durch Verlockung und Drohung bestimmen wollte, am Sabbat zu schreiben und vieles andere mehr, was ihr schier das Herz abdrückte. Dazu kam noch, daß sie alle mit ihrem neuen Glück nichts anzufangen wußten. Es war ihnen alles so fremd, und sie standen dem neuen Leben so unbeholfen und linkisch gegenüber, daß sie ihres Aufenthalts in der prächtigen Kaiserstadt nicht froh werden konnten. Gitel hatte zwar ein schönes Plätzchen zürn Tanweln ihrer Töpfe und Taffen gesunden, aber was sie dagegen verloren hatte, wog diesen Gewinn nicht arlf. Ihr Mann tvar, seitdem er keitle Beschäftigung mehr hatte, launisch und hochfahrend. Seitdem er zu schreiben und zu lesen angefangen hatte, ging er darin so vollständig auf, daß ihm seine Umgebung ganz gleichgültig geworden war. Stundenlang konnte er bnchstabiren und schreiben, ohne für Weib und Kind auch nur ein Wort oder einen Blick übrig zu haben. Dabei versäumte er den Besuch des Bethauses nie, und ebensowenig den des Lehrhauses; ja er war immer unter den zehn ersten Besuchern dieser heiligen Stätten. Als Jankel eines Abends wieder in das Bes

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