Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 101 (17.12.1896)
- Date
- 1896-12-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1929 Zettungsnachrichlen und Correfporrdenzen Deutschland. Psuttgsta-t, 16. Dez. ES wird Ihren geehrten Lesern bereits bekannt sein, daß im hiesigen israelitischen Institut die Schüler, die ans aller Herren Länder hier ihre wissenschaftliche Ausbildung erhalten, zugleich auch in echt jüdischem Geiste erzogen werden. Einen schönen Beweis hierfür liefert die jüngst hier veranstaltete Chanukahfeier. Nachdem die Zöglinge, wie üblich, in Gegenwart des Direktors und der Anstaltslehrer ihre Lichtchen entzündet hatten, hielt der Direktor Herr Dr. Barnaß eine zündende Ansprache, in der er, anknüpfend an die ruhmvolle Mackabäergefchichte, die Bedeutung des Ehanukahfestes besonders auch für die Gegenwart darlegte. Wie vor zwei Jahrtausenden das winzige Häuslein der Gottesstreitcr mit Math und Vertrauen in den Kampf gezogen und einen glänzenden Sieg erfochten, so sei es auch heute noch die Pflicht eines jeden einzelnen Inden, einzustehen mit voller Kraft und Hingebung für den Glauben der Väter und die Wahrheiten der Religion. Das Leben fordere heute mehr als je Kampf iiub Opfer, und wenn wir mit Gottvertrauen und Ausdauer gewappnet sind, so könne der endliche Sieg uns nicht fehlen. Der Schein der Ehanukahlichtchen möge uns entflammen und erwärmen für unsere schwierige, aber ehrenvolle Lebensaufgabe. Wie jene sollen auch wir täglich an Kraft und Stärke zunehmen und durch das Bewußtsein voller Pflichterfüllung unsere oft getrübte Lebensbahn erhellen und erleuchten. Hierauf blieben die Schüler noch den ganzen Abend fröhlich beisammen und erfreuten sich unter Musikbegleitung an einem herrlichen Bankett. Zahlreiche Deklamationen heiteren Inhalts brachten angenehme Abwechslung, und cs versteht sich von selbst, daß auch eine solenne Bewirthung nicht fehlte. Dies der Verlauf der herzerhebenden Feier, die wohl allen Betheiligten lange im Gedächtnis bleiben wird. Berlin, 13. Dee. Die „I mport - Gesellschaft Palästina G. m. b. H.," hier hat soeben im Werderhanse, Werderscher Markt 9, ihre Geschäftsräume eröffnet, in denen Erzeugnisse der jüdischen Dörfer Palästinas, Olivenholz und Steinarbeiten der jüdischen Drechsler in Jerusalem w. zum Verkauf gelangen. Die Weine und Cognacs zeichnen sich neben absoluter Reinheit durch mäßigen Preis aus und können durch ihre Schmackhaftigkeit mit den besten Weinu. Cognacsorten concurrieren. Namentlich der Esra (Süßweine), welcher tu Geschmack dem Portweine gleicht, wird sich bald ungetheilter Beliebtheit erfreuen, die auch den übrigen rothen und weißen Weinsorten wie den Cognacs nicht fehlen wird. Unter den Olivenholz- und Steinarbeiten sind wahre Kunstwerke, welche sich zu Geschenken aller Art vortrefflich eignen. Ferner stehen Mandeln, Mired Pickles, die verschiedensten Ligueure, Fruchtsäste, Olivenöl, Eau de Palestine, Rosenwafser, Seife w. zum Verkaufe. Ein Besuch der geschmackvoll eingerichteten Räume ist wärmstens zu empfehlen. E.li. Berlin, 13. Dee. In der heutigen geheimen Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde wurden zu Vorstehern gewählt: Herr Julius Jaeobv, Herr Rechtsanwalt Engen Fuchs und Herr Bauguier Martin Sinron, ferner zu Stellvertretern die Herren: Geb. Sanitütsrath Dr. Julius Boas, Rechtsanwalt Leo Lilienthal und Kaufmann Wilhelm Goldschmidt. In der öffentlichen Sitzung wurde der Rechnungsabschluß der Hauptkasse dechargirt und die Reorganisation der Armencommission an eine gemischte Commission verwiesen. Strastburg (Elf.). Ihr werth. Blatt bringt von überall her, wo noch Jntereffe für jüdisches Wiffen herrscht, Berichte über Vorträge, die in jüdischen Bereinen gehalten werden, und da will ich es nicht unterlassen, den Lesern Ihrer gesch. Zeitschrift milzutheilen, daß auch hier am letzten Sonntag über ein sehr intereffantes Thema vorgetragen wurde. Herr Dr. H. Kraus sprach im rrre« cvp Verein über „Die Thierfabel im Talmud." Nach einer Einleitung über den Ursprung der Fabel im Allgemeinen ging der Redner dazu über, einige der interessantesten Thierfabeln aus dem Talmud und Midrasch zu erzählen. Dabei verglich er dieselben mit den ähnlich lautenden griechischen und indischen Fabeln und behandelte zugleich das schwierige Problem, welche von den genannten früher entstanden sein mögen. Das Publikum folgte mit großer Aufmerksamkeit den Worten des Vortragenden und dankte zum Schluffe durch Beifallsbezeugung. Oester r.-U n g a r. M o n a r ch ie. Prag, kl. Dee. Soeben lese ich mit Erstaunen die Mittheilung in Ihrem gesch. Blatte, daß Dr. Schwarz, ein Schüler des Berliner Rabbiner- Seminars in Eger zum Rabbiner gewählt sei. So viel ich weiß, ist in Eger eine Orgel und eine Aufklärung daher gewiß im allseitigen Jntereffe! pädagogisches. Tarnotvih, 16. Dez. Der Vorstand der freien Vereinigung jüdischer Lehrer Oberschlesiens versendet folgendes Circular: „Die X. Versammlung findet am Donnerstag, den 24. Dezember 1896, Vorm. 11 Uhr in Tarnowitz im Hotel zum Prinzregenten statt. Tagesordnung: 1. Begrüßung und geschäftliche Erledigungen. 2. Maybaum „Die Methodik des