Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 96 (30.11.1896)
- Date
- 1896-11-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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-•^,Ti;r7^-;-T.T>»c''-'^; - •;-•-• •;;-r*as«s}',- 1839 fürchten nicht, daß es eine ernste Gefahr birgt für unsere Gemeinschaft, aber wir muffen es registriren, denn dieses Buch ist ein Schritt auf dem Wege der Metamorphose, die die antisemitische Partei jetzt durchmacht, um bündnißfälng zu werden. Ueber die Gefahr, die für uns in dieser Umwandlung beruht, dürfen wir uns aber nicht täuschen, der s a l o n - und bündnißfähige Antisemitismus ist uns ungleich gefährlicher als der R a dau-A ntisemitismus der Straße Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Deutschland. Berlin, 25. Nov. Betreffs der Anstellung ausländischer Juden im Cultusdienst hat das Reichsgericht als Revisionsinstanz dieser Tage folgende Entscheidung getroffen: „Das Edict von 1612, welches im Interesse der öffentlichen Sicherheit die Beschäftigung von Ausländern in öffentlichen Aemtern untersagt, hat auch für den Cultusdienst Geltung. Der Verordnung ist der Charakter einer strafgesetzlichen Bestimmung zuzuschreiben, weshalb zur Verhängung von Strafen der Nachweis bewußten Zuwiderhandelns gegen das Edict erforderlich ist." Strelih, 23. Nov. Zum 70. Geburtstage des Landesrabbiners Dr. Hamburger am 10. d. M. sind demselben mehrfache Ovationen zu Theil geworden, die Zeugniß davon ablegen, daß der greise Gelehrte weit über die Grenzen unseres Heimathlandes hinaus sich eines wohlverdienten Rufes erfreut. Um 12 Uhr empfing Dr. Hamburger die Vorsteher der israelitischen Gemeinden des Landes; dieselben überreichten eine von den sämmtlichen Gemeinden gestiftete Ehrengabe. — Im Namen der Deputation beglückwünschte der anwesende älteste Gemeinde-Vorsteher, Herr Löwenhaupt-Neubrandenburg, den Jubilar und stattete demselben den Dank ab für seine Verdienste als Seelsorger und Gelehrter. In tief empfundenen Worten dankte der Jubilar. Ein Festmahl fand Nachmittags vier Uhr in seinem Hause statt, an dem außer der Familie die erschienen Vertreter der Gemeinden Theil nahmen. Im Anschluß an sein ausgebrachtes Hoch auf den Großherzog sandten die anwesenden Vorstände in Gemeinschaft mit dem Jubilar ein Huldigungs- Telegramm an den Landesherrn ab, auf das alsbald eine huldvolle Antwort einlief. Einen hübschen Brief hat der berühmte Lexikograph Professor Dr. Daniel Sanders an den Jubilar gerichtet. Schweinfurt, 23. Nov. Unter lebhafter Beiheiligung der Gesammlbevölkerung wurde Sonntag den 23. d. M. der rechtskundige Bürgermeister hiesiger Stadt, Ritter v. Schuttes, zu Grabe getragen. Die israelitische Kultusgemeinde war hierbei durch ihren Vorstand, Herrn Fabrikanten E. Heimann vertreten, der dem Verblichenen warme Worte des Nachrufes widmete. — Bei der heute stattgefundenen Wahl der Gemeindebevollmächtigten wurde Herr Heimann durch das Vertrauen seiner Mitbürger in diese städtische Körperschaft gewählt. —A.— Cppirrgerr, 25. Nov. Der verstorbene Herr Jsak Heinsheimer von Bruchsal, dem ein entsprechender Nachruf im „Israel" seiner Zeit gewidmet wurde, hat ein eigenhändiges Testament geschrieben, nach welchem mehreren sowohl in Bruchsal, als auch in feiner früheren Heimathgemeinde Eppingen, ebenso dem jüdischen Waisenhause in Baden jc. namhafte Stiftungen zuzuwenden sind. ron:6 pnx -o\ Palästina. Jerusalem, 12. November. Wie das arabische Amtsblatt rür Syrien anzeigt, hat der Sultan dem Notablen in Damascus, Maaman Ebu Scheir Essendi, die Concesffon ertheilt, in genannter Stadt und hier in Jerusalem Fabriken zur Eisgewinnung an legen zu dürfen. Die Concession hat eine Dauer von fünfundzwanzig Jahren o»rß2 mp •jbvo. Aereinsnachrichten. Frankfurt a M., 26. Nov. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur hat seine Winterkampagne am 0. dss. mit einem Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Horowitz über das Buch Hiob begonnen. Der Redner wandte sich gegen die Ansicht Renans, als ob keine Lösung der Probleme in dem Buche gegeben sei, dieselbe finde sich in den göttlichen Worten, welche den Gesprächen der Menschen folgen. Die Probleme sind: Giebt es Lohn und Strafe auf Erden? Ist der Mensch in seinen Handlungen frei oder gebunden? Die Antwort lalltet: Leid und Lust sind nicht immer, was sie scheinen; der Adler, der im Sturme die Sonne sucht, ist beneidenswerther, als die Behemo, der im Schlamme sich behaglich fühlt. Der Redner schloß mit einem Vergleich zwischen Hiob und Israel, das auch leidet, ohne zu wissen, warum, und dem selbst seine Freunde vorwerfen, es müsse gesündigt haben, weil es leidet. — Den zweiten Vortrag hielt am 23. dss. Herr Rabb. Dr. Cohn von Jchenhausen. Sein Thema lautete: „Faust im jüdischen Schriftthum. Er zog eine Parallele zwischen Koheleth und dem Goetheschen Faust, wobei die Parabeln, mit welchen der Midrasch das Leben Salomos ausschmückt, zur Erklärung herangezogen wurden. Beide fanden keine Befriedigung, weder in der Wissenschaft, noch in irdischen Gellüssen. Faust schien schließlich das höchste Glück in der Arbeit für die Gesammtheit zu