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Der Israelit · 1896-11-30 · Heft 96 (30.11.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 96 (30.11.1896)
Date
1896-11-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1840 bestehen, während Koheleth die Gottesfurcht als der Inbegriff des menschlichen StrebenS erklärte. Allein die göttlichen Gebote zielen darauf hin, daß der Mensch seine Kräfte und Fähigkeiten in den Dienst seiner Mitmenschen zu deren Heile stelle, und so läßt sich die Parallele bis zum Schluß durchführen. vermischtes. Berlin. Die antisemitischen Blätter haben den fahnenflüchtigen Einjährig-Freiwilligen Karl Schmuhl vom Gardc- Trainbataillon ohne Weiteres zum Juden gemacht. Das ist bei den Antisemiten so Sitte! Schmuhl ist der Sohn eines christl. Ehepaares in Mecklenburg. Aus dem Rhetnlanbe. Es sind jetzt 30 Jahre her, daß der Gerbereibesitzer Herr Hermann Seligmann von Kettwig vor der Brücke zum Borstehcr der israelitischen Gemeinde dieses Sites gewählt wurde. Derselbe bekleidet heute noch in voller Rüstigkeit dieses Amt. Gleichzeitig mit dem 70. Geburtstage des Jubilars soll dieses Fest ain 6. Dezember d. I. von der Gemeinde gefeiert werden. Bon allen reformsüchtigen Gemeinden dieser Gegend und des benachbarten Westfalenlandes ntacht Kettwig vor der Brücke in der That noch eine rühmliche Ausnahme, indem die Gesetze der Väter noch gewissenhaft beobachtet, Schabbos und Feiertag streng gehalten werden. Die energische Führung des Amtes, die selbstlose Wahrung aller Interessen der Gemeinde seitens ihres Vorstehers tragen zu diesen Berhältliissen nicht wenig bei. Die Gemeindemikglieder treffen daher alle Vorbereitungen, um den Jubiläumstag ihres allseits beliebten Vorstehers, der mit solcher Hingabe und Fürsorge bis heute sein Amt verwaltet, in schöner Weise zu feiern. Paris, 20. Nov. Die Wahlen zu den Eonsistorien sind vorüber und haben mit einer, allerdings sehr beachtenswerthen, Ausnahme die Wahl der arrsscheidcnden oder, wo dies durch Tod oder Demission unmöglich war, die Wahl der in den Vorversammlungen ausgestellten Eandidaten erg'ben. So wurden für d>>s Ponswtojre äe Paris die drei ausscheidenden Mitglieder Narcisse Leven, Baron Gustav v. Rothschild, Ernst Meyer fast einstimmig micdergewnhlt, Mid Gleiches wird aus Banonne, Bordeaux. Lyon, Lille n. }■ w. gemeldet. Nur die Wahl eines Mitgliedes für das Consistoire c ntral liafmt einen ebenso unerwarteten, wie ei enthümlichen Verlauf, der an tragikomischen Zügen reich ist. Einige Tage vor der Wahl erhielten nämlich sämmtliche Wähler einen anonymen Aufruf zugesandt, welcher sie aufforderte, an Stelle des ausscheidenden General Söe den Deputirken Ferdinand Crömieur zu wählen, da See nicht einmal die Milah an seinen Kindern habe vollziehen lassen. Inzwischen verbreiteten die Zeitungen ein Schreiben Erömieux', worin er erklärte, daß seine Eandidatur ohne sein Vorwissen ausgestellt worden sei und er eine Wahl nicht annehmen werde. Diese Erklärung veröffentlichte Cremieux auch in — „Libre Parole“ und bewirkte dadurch, daß das anonyme Eonrite, welches seine Wahl betrieb, ebenfalls in „Libre Parole“ erklärte, sie seien die Getäuschten! Und nun kommt das Merkwürdigste! Die Zählung der Stimmen am 25. d. M. ergab, nach dieser Auseinandersetzung, welche in gewissem Sinne das Tagesgespräch von tont Paris war, die — Wahl Erämieux' mit 010 Stimmen gegen 274, die auf Säe entfielen. Da Ersterer nach seiner entschiedenen Erklärung, welche ihm keinen Rückzug gestattet, ablehnen muß, so werden die Wähler auf's 'Jiene zur Urne schreiten müssen. Inzwischen wird das seltsame Ereigniß allerorten lebhaft comrnentirt und bricht sich mehr und mehr die Auffassung Bahn, daß das Votum der Wähler weniger durch die angeführte Irreligiosität See's beeinflußt wurde, da es in diesem Falle seltsam wäre, wenn man in Eremieux, der in seinem Schreibe,: an die „Libre Parole“ ausdrücklich bemerkt, daß er „Freidenker" sei, einen besseren Juden als in Säe gesucht hätten, sondern daß darin ein stiller, aber darum nicht minder eindrucksvoller Protest gegen das bisherige Laisseraller-System der leitenden Kreise gegenüber der unstreitig von Tag zu Tag an Stärke gewinnenden antisemitischen Bewegung gefunden werden muß. Wie daher auch die Tragikomödieder diesmaligen Wahlen enden mag.so wäresicherlich das Eine zu wünschen, daß das neue Consistorium dieser Stimmung weiter Bevölkeruugsklasscn gebührend Rechnung trägt. Parick. (spende der Baronin Hirsch.) Wie and Konstantiuopel berichtet wird, hat die verwittwete „Baronin Hirsch bcl'ufs Gründung einer Peusiouskasse für die Beamten der orientalischen Bahnen einen Betrag von zwei Millionen Flaues gespendet, mit der Bestimmung, daß derselbe allen jenen Beamten zugute kommen soll, die vor dem Jahre 1S90, tu welchem Jahre bekanntlich Baion Hirsch sein Veihältniß zn den orientalis' en Bahnen gänzlich löste, bereits in Diensten der Gesellschaft standen. Des Weitern hat die Baronin die Anordnung getroffen, daß im Falle kein Pensionsfond zustande kommen sollte, der Betrag mit Zustimmung der Spenderin oder ihrer Erben an die bezeichneten pensionsberechtigten Beamten zu vertheilen sei. Die Direction der orientalischen Bahnen beschäftigt sich bereits mit der Ausarbeitung der Statuten und Bezugsguoten des Pensionsfonds, welcher aus der Spende der Frau Baronin Hirsch und aus der vorhandenen Reise- und Unterstützungskasse gebildet werden soll. Berichtigung. Im letzten Verzeichnis; der Spenden für Ausruf 5349 muß es heißen: statt Siegfried Elsaas in Frankfurt a M. Mt. 3 -- Mk. 3 und für Aufruf Lehmann in Ellrich: Frau Fannv Fenchtwnngcr Mk. 3.— Briefkasten der Redaetion. A in M: Ans Ihre Anfrage über das Kaschruth von deutschem Eognac baden wir uns an einen Fachmann gewendet. Derselbe theilt uns über die Herstellung Folgendes mit: Um 10 Liter ff. Eognae zu gewinnen, nehme man 5 Liter ff. Spiritus. Hierzu gieße man 60 Gramm Eoguae-Essenz, dann 2 Liter Weißwein und 15 Gramm Veilchen-Essenz. Dazu schütte man bis zu 5 Liter Wasser, in welchem Eolonial- oder gebrannter Zucker aufgelöst ist, und kann bei letzterem Aufschütten nach Wunsch die Farbe bestimmt werden. Der Eognae ist sofort genießbar. Wie Sie aus diesem Rezepte ersehen, ist deutscher Eognae nur dann uns gestattet, wenn rituell zubereiteter Wein dabei verwendet wird. A.r Derartige Beiträge sind uns willkommen. Alter Abonnent M St in H. r Ehawiwin Jißurin heißt: „Prüfungen sind willkommen." Zurückgesetzte Stoffe im Ausverkauf zu retiuKirten Preisen um den Rest unseres Lagers zu räumen 7 Meter Muster 11! pi n a 1 auf Verlangen I Winterstoff franco in’s Haus. I Kleid M. 2.25 Pfennige. liaftsstoffeu 7 Meter Noppen-Bocker I Winterstoff | zum ganzen Kleid für M. 1 50 2‘fcnni Geletrenlieitskäufe in Woll-U. Was. hstolfen, liall-u Gesell vom Einfachsten bis zum Elegantesten einz. Mtrn.,Roben, sow. ganz. Stckn. frc. ins Haus, Modebilder gratis OPTTlKtfPR «l Co., Frankfurt am Maiu. Separat-Abtheilung für Herrenkleiderstoffe. Buxkin z. ganz. Anzug f. M. 4.05 P , Cheviot z. ganz. Anzug f. M. 5 86 Pf. vers. in ei | OE ißuxkin z

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