Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 96 (30.11.1896)
- Date
- 1896-11-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1836 „Moaus zur!" Thränenden Auges hörte der Justizrath das lange nicht mehr vernommene Lied. Als der Chor geendet, theilte sich ein Vorhang und nun sahen die Mädchen, was ihnen der Chanukahabend gebracht hatte. Ein jedes der Mädchen fand ein passendes Winterkleid, neue Schuhe und ein blinkendes Goldstück. Für die Knaben war ähnlich gesorgt worden. Ein kräftiges Abendessen, an dem der Rabbiner, der Justizrath und seine Familie theilnahmen, beschloß die würdige Feier. „Papa, Mama," sagte später das Töchtercheil des Justizrathes zu seinen Eltern, „warum feiern wir nicht jedes Jahr dieses schöne Ehanukafest?" „Wir werden es jedes Jahr feiern, mein Kind," sagte der Justizrath, „zum Andenken an Deine Genesung und zu Ehren desjenigen, scheoso nissim laawausenu bajomim hohem, bassenlan hasseh, und zum Andenken daran, daß Gott auch heute noch Wunder erweist." Und so geschah es. Heute ist der Justizrath wieder Präses der Gemeinde. Dina und ihre Mutter sind im Hause des Justizrathes. Diese als Lehrerin, jene als Gesellschafterin der Tochter des Hauses. Sie sind nicht verwandt mit einander im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Trotzdem schlingt sich ein festes Band um sie und einigt sie für alle Zeit. Es ist das Band des Glaubens an einen Gott und der Liebe zu seinen Geboten in der Zuversicht, daß einst die Zeit erscheinen wird, wo das heilige Licht des Tempels wieder aufflammen wird an heiliger Stätte, um sich versammelnd alle Kinder des heiligen Volkes, das gewahrt und gepflegt das „Chanukalicht" in trüber Zeit. Das Licht der Weihe. Von £}. Berger. Jubelhymnen heut' erschallen, Freude ziehet heute ein! In den Sälen, in den Hallen strahlet hell der Lichter Schein. Und die Kinder und die Greise, fröhlich singen heute sie Nach der altbekannten Weise: „Moaus zur jeschuosie!" Einst zerstörten die Barbaren jenes Haus, da Gott gewohnt; Ließen tönen Kriegsfanfaren an der Statt', „da Friede tront"! Doch Dein Volk Uat nicht verzagen, still ergeben märten sie — Dann ertönt nach laugen Tagen: „Moaus zur jeschuosie!" Als das Heiligthum geschändet, der Altar entweihet war, Glaubten sie, es hätt' geendet Israel nun ganz und gar! — Doch Dein Wort hat eS erhalten, und Dein Schutz verläßt es nie! Das ist unseres Gottes Walten: „Moaus zur jeschuosie!" Jene Tage der Erhebung zu der Hasmonäer Zeit, Dienen sie nicht zur Belebung uns'res Glaubens auch noch heut? Tönen nicht die Jubelliedcr auch bei uns heut' spät und früh 2 Singen wir nicht heute wieder: „Moaus jux* jeschuosie Und es mögen fürder toben nns're Hasser groß und klein — Schützen wird uns Der dort droben! Alle Macht und Kraft ist sein. Laßt die Lichter nur erstrahlen; treues Volk bewahre sie! Denn trotz aller Feindesqualen! „Moaus zur jeschuosie!" Wochen - Kalender. Freitag, 4. Dezember, 2!). Kisleiv, Twr-rrv. (Am Donnerstag Abend vorher beginnt man in Maariv mit "IÖ01 jm.) Sabbat-Anfang in Mainz, 4 Uhr — Min. Samstag,Dezember, 20 Kislew. n"-n 'n qy rD’jn '0/ ppD. Sabbat-Ausgang in Mainz, 5 Uhr 10 Min. Sonntag, 0. Dezember, 1. Thebet, n"~n 'D dv. Montag, 7. Dezember, 2. Thebet, rDTon rDJn. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, montags and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch E F. Klrtnarker, Leipzig, Nvßpiatz 1k. — Inserate 25 Pfennig die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francoznsendnng unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's "Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine «öcksendnng von an die Redaktion eingesandten Manuscripten findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Museuduugeu eine Copie zurückzubehalten. Inhalt (Hauptblatt) r Leitender Artikel: Chanukah. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Erfurt. Karlsruhe. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Aus Ungarn. Prag. England: London. Egypten: Alexandrien. — Jüd. Allerlei. — Vermischtes. — Feuilleton: Chanukkahkerzen. Von H. Berger—Mainz (Schluß). Inhalt der Beilage r Leitender Artikel: Der Antisemitismus auf dem Wege zur staatsmännischen Partei- — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Strelitz. Schweinfnrt. Eppingen. Palästina: Jerusalem. — Vereinsnachrichten. — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Main)—Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gcsellschaft in Mainz. Hierzu eine Beilage.