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Der Israelit · 1896-11-30 · Heft 96 (30.11.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 96 (30.11.1896)
Date
1896-11-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1833 fett als auch tiefer Frömmigkeit ausgezeichnete orth. Rabbiner zu H.-Mad, sn-n pix^L' ^nsj 'i px;rr sin ist leider Montag (te s">) Abends plötzlich gestorben. Drei Stunden vor der Katastrophe lernte er noch mit den Bachurim, trotzdem er sich unwohl fühlte, und nur auf wiederholtes Drängen derselben entschloß er sich das Lehr-Zimmer zu verlassen. Der herbeigeholte Arzt konstatirte, daß keine Gefahr vorhanden fei, kurz darauf aber sank er — in Anwesenheit seiner Gattin und Kinder zusammen. Alle Wiederbelebungs-Versuche waren vergebens; er hatte seine reine Seele ausgehaucht. Sein Tod bedeutet einen großen Verlust für ganz Israel mntn un:x anjo aipen. K. R. (F.) Prag, 22. Nov. Wie gerüchtweise verlautet, sei der Prediger der Meisel-Synagoge, Dr. Kisch, zum Oberrabbiner von Bulgarien designirt. Dr. Kisch ist ein Prager Kind und war sein sel. Vater hier Jnstitutsinhaber. Seine theologischen Studien hat derselbe am Breslauer Rabbiner-Seminar gemacht Es heißt nun, daß Fürst Ferdinand von Bulgarien, den Dr. Kisch schon von früher kennt, dessen Ernennung zum Oberrabhiner des Fürstenthums auf's Wärmste befürwortet. — Der rühmlichst bekannte hiesige Schriftsteller S. K o h n wird bei dem am 28. dss. hier ftattsindenden Festabend des Vereins der Prager jüdischen Universitätshörer Einiges aus seinen neuesten Werken zur Verlesung bringen. Wir freuen uns jetzt schon auf den uns bevorstehenden großen geistigen Genuß. England. London. In der letzten Sonntagsausgabe der „Weekly Sun“ spricht der Herausgeber, das Parlamentsmitglied Mr. T. P. O'Conor, über Beiträge für Krankenhäuser und knüpft daran folgende Betrachtung: „Ich halte es für meine Pflicht, zu sagen, daß ich, so oft ich in solchen Dingen zu thun hatte, in erster Reihe mich immer an Juden wendete und daß ich da immer auf Freigebigkeit und Großmuth stieß. Von allen mitleidigen Menschen sind doch die Juden die wohlthätigsten. Wie oft hatte ich für Arme und Bedrückte zu sammeln. Wenn ein Christ ein Pfund gab, so gab ein Jude sicherlich zehn. Männer, die man für geizig und geldgierig gehalten hat, haben mir so oft zehn, fünfzig, hundert Pfund gegeben, während mancher Christ, der sich des Rufes größter Menschenliebe erfreute, nur widerstrebend mit einem Pfund herausrückte." Egypten. Alexandrien, 8. Rov. Wie noch jedes Jahr, hat unsere Cultnsgemeinde auch dieses Jahr nach dem Abschluß der jüdischen Festtage an zehn arme Bräute, deren Verehelichung bevorfteht, je zehn egyptische Livres (circa 200 Mark) als Aussteuer vertheilt. — Die in der abyssinischen Hafenstadt Masfauah, die bekanntlich jetzt zu Italien gehört, lebenden jüd. Geschäftsleute, deren Anzahl indeß eine geringe ist. haben während der vergangenen hohen jüdischen Feiertage in einem Privathaufe ihre Andacht abgehalten. Jum Lobe dieser Geschäftsleute sei zugleich hier erwähnt, daß sie am Sabbath ihre Läden strenge geschlossen halten. Ihre Gebetbücher und andere religiösen Hilfsmittel beziehen diese Israeliten aus der arabisch-englischen Hafenstadt Aden, wo sich bekanntlich eine große jüdische Gemeinde mit mehreren Synagogen befindet. — Um crn rera zu fein, hat der hier in der Nähe der europäischen Synagoge wohnende Herr M a 11 e o Mattatia im Hofe seines Hauses eine große tmd herrlich geschmückte Sukkah errichten lassen, in der Jeder, dem es beliebte, zwei Mal des Tages Kiddusch machen konnte. Die Besucher dieser Synagoge unterließen es daher nicht, gleich, nachdem der Gottesdienst vorüber war, die genannte Sukkah anszusuchen. Für Wein und Brot hatte schon der gastfreundliche Hausherr reichlich vorgesorgt. Füd Allerlei. Große Aufregung herrschte vor Kurzem in der antisemitischen Presse über die Thatsache, daß in einigen Orten Markttage der jüdischen Feiertage halber verlegt worden seien. In den hieraus gezogenen Konsequenzen wurde natürlich vor „Verjndung des deutschen Volkes" und „Judenherrschaft" ein Langesund Breites gejammert. 'Nicht uninteressant mag es daher sein, zu hören, daß schon vor mehr als 1000 Jahren sich ein ähnlicher Fall ereignete v'LL'N “nr. bz px '2. So schreibt Dr. Otto Henne am Rhyn in seiner Kulturgeschichte des deutschen Volkes: „In Lyon wurde i. I. 820 der Juden wegen der Markttag vom Sabbat weg verlegt, und der dortige Erzbischof Agobard bekämpfte diese Milde umsonst. Auch eine weitere Stelle in diesem vortrefflichen Werke mag hier Platz finden, die zwar vom Ende des Mittelalters handelnd, dennoch heute noch recht wohl den Antisemiten ins Album zu schreiben wäre: „In Brannschweig, erzählt der Chronist Hermann Bothen, schlug der Rath alle Jahre einen guten silbernen Pfennig und 12 Pfennige waren 1 Schilling, 30 Schillinge eine Mark. Dieser Psg. hieß ein Jahr lang ein neuer Pfg. und ward auch voll gegeben und genommen. Hernach aber kam abermals ein neuer Psg., so hieß dann jener ein alter Pfg. und galt hinfort nur 3 Vierlinge, u. s. w., wodurch die Wucherer reicher und die Armen ärmer wurden. Und

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