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Der Israelit · 1896-11-30 · Heft 96 (30.11.1896) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 96 (30.11.1896)
Date
1896-11-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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T-jr: -r^v ,,r_ 1980 wie gegen diesen Jammer anzukämpfen sei. Sie haben sich bis jetzt alle als ungenügend, oft sogar bedenklicher als das Unglück erwiesen, dem sie steuern wollen. Wenn hier aber wirklich Menschen nicht mehr helfen können, wenn es Gott allein ist, von dessen Wunderwalten wir eine Wendung zum Besseren erwarten dürfen, wäre somit die Zeit gekommen, daß Israel auf die Wunderthaten Gottes angewiesen ist und ihrer bedarf, dann erzählt uns unser Chanukalicht, daß denn auch der Heilige, gepriesen sei Er, zu jeder Zeit bereit ist, für Israel mit seiner Wundermacht einzutreten. Aber Gott tritt nur ein mit seinen Wundern, 2^ vi^ru nrnm1?, um Seine Größe der Welt zu zeigen. Welche laute, eindringliche Manifeftirung der Größe Gottes ist doch das thränenreiche, tausendjährige jüdische Weh, das sich in unserer Zeit so intensiv geltend macht! Alle irdischen Größen erscheinen vor dieser Gottes-Größe kleinlich, schwach und hinfällig. Intelligenz, Geld, Freiheit, Vaterland, Wissenschaft, Kunst und wie die Hochziele menschlichen Ringens und Strebens sonst heißen mögen, die Bekenner des Judenthums erfreuen sich ihres Besitzes nicht weniger als alle andere, und doch vermögen sie nicht Schutz gegen den Wahn und das Vorurtheil zu gewähren, die sich an den jüdischen Namen heften. — Wie viele haben die einzige, wahrhaftige Größe Gottes verleugnet, um für diese Verleugnung jene irdische Größe als Lohn zu erhalten! Und nach all dieser Fahnenflucht, die man „fortgeschrittene Aufklärung" zu nennen sich erkühnte, das beschämende Bekenntniß, daß uns menschlicher Scharfstnn, menschliche. Hilfe nicht helfen kann, daß wir auf Niemanden hoffen können, als auf unseren Vater im Himmel! ovo nab *n ktih Wie ragt doch in solcher Zeit Gottes Größe himmelhoch über alles empor, was Menschen sonst groß dünkt! Welch ein Wunder ist und bleibt doch die ganze gehässige gegen Juden und Judenthum gerichtete Strömung, hundert Jahre nach Proklamirung der Menschenrechte! Wie kann man Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf den Lippen führen und sie hartnäckigerweise gerade den ältesten Priestern dieser Heiligthümer versagen wollen? Gibt es eine andere Lösung für dieses Welträthsel als der weit' schauende Gottesplan, durch uns, an uns der Welt die Größe Gottes zu zeigen? Wären die Kinder des Gottesvoikes selber von der Größe Gottes derart durchdrungen, daß ihr ganzes Leben und Streben diese Gottesgröße durch treue Erfüllung des Gottesgesetzes wiederspiegelte, so würde das Glück und der Friede, die Fülle und Heiterkeit des jüdischen Stammes die lauteste, heiterste Verkündung der Gottesgröße auf Erden sein. Beugt sich Israel dieser Größe Gottes nicht, so verkündet das Wunder allseitige Abweisung und Zurücksetzung Israels die ergreifende Größe Gottes, in der erschütternden Weise, wie sich heute allenthalben manifestirt. So klar und offenkundig diese geschichtlichen Thatsachen seit Jahrtausenden vor aller Augen darliegen, sie werden verkannt und in Abrede gestellt, von denen, welche das Getriebe der Welt, die Geschichte und Geschicke von Staaten und Völkern mit den Augen ansehen, mit denen man sonst eine Tretmühle betrachtet. Diese verblendete Anschauung weist mit ihrem ama lanaaa thy, daß die Welt ihren vorgezeichneten Tretmühlen-Gang gehe, jedes höhere Eingreifen einer Gottesmacht als spießbürgerlichen Köhlerglauben zurück. Weil das Roß gestern und heute in dem Rundgang seiner Tretmühle den vorgezeichneten Weg gegangen ist, schließen sie, daß es morgen und übermorgen gerade so gehen muffe. Und sie wiffen doch, daß das Thier einen Herrn haben muß, der es eingespannt hat, der cs jederzeit auch ausspannen und es aus dem ausgetretenen Geleise in eine andere Bahn führen kann. Und Gott, der die Welt ins Dasein gerufen, sollte ihren Lauf nicht seinen Zielen und Plänen gemäß jederzeit ändern und neu gestalten können, wenn nur erst die rechte Stunde dafür gekommen ist? Diesen trüben, finstern Wahn will unser Chanukalicht verscheuchen durch die Lichtbrücke, die es zwischen unserer großen Vergangenheit und jeder Gegenwart, die es zwischen am am und nrr fora schlägt. Es lehrt uns, daß unsere numerische und materielle Schwäche kein Grund ist an Gottes Hilfe zu verzweifeln, daß es schon einmal eine Zeit gab, in welcher a'L'bn über a'^aa und dto über wi den Sieg davon trugen, weil die a^n und onsj» die aninto und die a^n und anaaa die a-sas waren Das reine Krüglein Oel überwindet die Fmsterniß, die über unserem Heiligthum lagert. Der Schutt und das Geröll, unter welchem der Vandalismus es begraben möchte, werden selber zur schützenden Hülle bis die Stunde kommt, welche die Sehnsucht nach Erleuchtung des jüdischen Heiligthums weckt. Dann vollzieht sich das Wunder, das noch niemals ausblieb, wenn Israel seiner bedurfte. .nn f&n — am a*a’a Aeitnngsnachrichten unt> Correspond enzen. Deutschland. E. R. Berlin, 22. Nov. Die heutige Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde mußte leider wieder mit einer Ergänzung der Commission zur Vorbereitung der Vorstands-Ergänzungswahl er-

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