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Der Israelit · 1896-11-26 · Heft 95 (26.11.1896) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 95 (26.11.1896)
Date
1896-11-26
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Namen „Merurab" führen. Sie haben ihre Rabbiner, ihre Kohanim und Leviten, deren Oberhaupt in Tsaged wohnt. Ihre Gebetbücher, sowie die heilige Schrift ist in abyssinischer Sprache geschrieben, weil die Juden Hebräisch nicht verstehen. Die Erziehung der Kinder liegt ausschließlich in den Händen der Rabbiner, weil die Juden in Abyssinien ausschließlich Handwerker sind. Die besten Kunsttischler, Schlosser, Steinklopfer und Töpfer Abyssiniens sind Juden. Seinen interessanten Brief über die Juden in Abyssinien schließt Capitän Leontjew mit folgenden charakteristischen Worten: „Wie überall in Europa, so zeichnen sich auch in Abyssinien die Juden durch Arbeitsliebe und Emsigkeit aus, um im Kampfe ums Dasein, der für sie auch hier sehr schwer ist, nicht zu unterliegen." Und die antisemitische „Nowvje Wremja" hat doch stets von der Faulheit und Trägheit der Juden gefaselt. Der Lügner vergißt oft, was er gelogen hat . . . Argus. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 24. November. Vor uns liegt der Rechenschaftsbericht über die israelitische Lehrerbildungs- Anstalt zu Würzburg, für das zweiunddreißigste Jahr ihres Bestehens, von Nathan Bamberger, Distrikts- Rabbiner und Vorstand derselben, dem wir Nachstehendes entnehmen: Beim Eintritt der israelitischen Lehrerbildungs- Anstalt dahier in das dreiunddreißigste Jahr ihres Bestehens, tritt die alljährlich sich erneuernde Pflicht an uns heran, den geehrten Gönnern und Freunden der Anstalt von der Wirksamkeit derselben im abgelaufenen Schuljahre Kenntniß zu geben. Ist diese Pflichterfüllung bei jedem Unternehmen und bei jeder Thätigkeit, wenn solche auch von untergeordneter Bedeutung und deren Einfluß sich blos auf engere Kreise beschränkt, von Wichtigkeit, so tritt hierbei ein ganz anoeres Verhältniß ein, wenn der Gegenstand, der zur Berichterstattung veranlaßt, von allgemeinem Interesse ist, wenn auch entfernte Kreise davon berührt und wenn die Existenz desselben von dem Wohlwollen edler Menschen wesentlich abhängt. Was nun wäre wohl mehr geeignet in den Kreis dieser Bezeichnungen gestellt zu werden, als die genannte Lehrerbildungs- Anstalt! Sie hat sich durch ihr langjähriges Bestehen ebenso wie durch ihre segensreichen Leistungen das allgemeine Interesse in hohem Grade erworben. Den besten Beweis hiefür liefern sowohl die Vorliebe, mit welcher die in ihr ausgebildeten jungen Leute von den Gemeinden des In- und Auslandes als Lehrer angestellt werden, als auch die 'der Anstalt zufließenden Subsistenzmittel. Mit dem Schluffe des Schuljahres bestanden zehn Zöglinge die Austrittsprüfung am kgl. Schullehrer- Seminar dahier mit gutem Erfolge und wurden in die Praxis entlasten. Die Zahl aller seit dem Bestehen der Anstalt Ausgebildeten und in die Praxis Entlaffenen beträgt jetzt 276, die in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und noch weiter hinaus segensreich wirken. Alljährlich wird von einem der geistlichen Mitglieder des Curatoriums Prüfung aus der Religionsliteratur abgehalten, die auch in diesem Jahre ein ganz günstiges Resultat lieferte. Die Anstalt hatte im abgelaufenen Schuljahre 31 Zöglinge. Von diesen erhielten 3 Unterricht, Wohnung, Beköstigung und ärztliche Behandlung in der Anstalt unentgeltlich, 5 bezahlten die Beköstigung ganz, 23 theilweise. Bei Beginn des laufenden Schuljahres meldeten sich zum Eintritt den 1. Kurs 10 Schüler, und zwar aus der Präparandenschule zu Burgpreppach 4 und der zu Höchberg 6. Dieselben erhielten Aufnahme mit sechswöchentlicher Probe. Die Spenden sind im abgelausenen Jahre reichlicher als bisher eingegangen. Vorwiegend hat zu diesem erfreulichen Resultate die Hochherzigkeit Ihrer Hochwohlgeboren der Frau Baronin Freifrau Clara von Hirsch-Gereuth in Poris beigetragen (4000 M.) Auch die der Anstalt zugewendeten Legate wirkten dabei wesentlich mit. Allen hochverehrten Spendern und Spenderinnen sei hiemit aufrichtiger, inniger Dank ausgesprochen. Mögen sie alle sich des herrlichsten himmlischen Segens hiefür zu erfreuen haben. Die Freunde und Gönner der Anstalt können aus dem gegenwärtigen Jahresbericht ersehen, daß sowohl der materielle wie der intellektuelle Theil sich eines befriedigendes Standes erfreut und dieUeberzeugung gewinnen, daß sowohl die Bemühungen des Vorstandes als auch die der Anstalt zugewiesenen Unterstützungen von erwünschtem Erfolge begleitet sind; sie werden das angenehme Bewußtsein haben, einer guten, für das allgemeine Jntereffe wirkenden Sache zu dienen. Ist es doch kein Geringes die jährlichen Kosten von mehr als 20,000 M. für eine Anstalt auszubringen, die sich weder eines genügenden Grundvermögens noch staatlicher Subvention zu erfreuen hat; kein Kleines, dieselbe bei den beständig wachsenden Ansprüchen auf der Höhe der Zeit zu erhalten. Nur unter dem sichtbaren Beistände Gottes und den: Mitwirken edler, zahlreicher Glaubensgenoffen war dies bisher gelungen. Möge sich dieses lebhafte, ehrende und zugleich wohlthuende Jntereffe an der anerkannt segensreich wirkenden Anstalt immer steigern! Die Einnahmen betrugen M. 27978.10, die Ausgaben M. 21433,21. Der Vermögensftand erreichte die Summe von M. 67995.13.

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