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Der Israelit · 1896-11-26 · Heft 95 (26.11.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 95 (26.11.1896)
Date
1896-11-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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ISO« unsere Besteuerung abseiten des Staates mit an der Unterhaltung christlicher Lehr- und gottesdienstlicher Anstalten tragen? Nicht vermöge unseres confessionellen, sondern rein nur vermöge unseres bürgerlichen Charakters nimmt der Staat uns in Anspruch, nur als Bürger und nicht als Juden haben wir zu steuern, und jener Beitrag wäre also höchstens nur ein indirekter. Allein selbst ein direkter Beitrag zu christlich-confesfionellen Anstalten für Christen, könnte in keiner Weise unser Gewissen verletzen. Wir förderten damit eben nur Anstalten, in welchen Menschenseelen für die religiösen Ueberzeugungen und diejenigen confessionellen Pflichten gebildet und begeistert werden, denen sie verinöge ihrer Bestimmung angehören. In den Lehr- und Cultus-Anstalten des Vorstandes aber werden Geister und Gemütder von Jung und Alt in Unwissenheit und zur Verleugnung und Verletzung derjenigen religiösen Ueberzeugungen und confessionellen Pflichten herangebildet und erzogen, die ihnen, als geborenen Juden, nach den unerschütterlichen Diktaten unseres religiösen Gewiflens von Gott, ihrem Schöpfer und Herrn, geboten sind. Nicht in irgend welcher Beiheiligung an ch r i st l i ch e n Anstalten für Christen, in Betheiligung an Missionsschulen und Anstalten zur Bekehrung der Juden hätte der Vorstand eine Parallele für unsere Mitbesteuerung zu seinen Anstalten zu suchen." — Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenze«. Deutschland. Darrnftadt, Ende Nov. Es war ein wahrhaft erhebendes Fest, unter deffen Eindruck ich diesen Bericht abfafle. Die frohen Momente, welche die hiesige Jsr. Religionsgesellschaft in dankbarer Erinnerung an das verdienstvolle Wirken ihres Rabbiners, Herrn D r. M a r x in der letzten Zeit feierte, fanden am Sonntag, den 8. November ihren Abschluß durch das 25jährige Jubiläum des T a l mud-Thora- Vereins. Gestaltete sich daffelbe an und für stch zu einem denkwürdigen Feste, so wurde besten Bedeutung wesentlich erhöht, als sich damit die Feier des 25jährigen Amtsjubiläums des Vereinsgründers, unseres verehrten Herrn Rabbiners Dr. Marx rn verband. Eme zahlreiche Versammlung von Mitgliedern und Freunden des Vereins nebst ihren Familien halte sich im Schuihause der Jsr. Religionsgesellschaft eingebunden. Nach 6 Uhr erschien Sr. Ehrw. Herr Rabbmer, geleilet von dem Vorstand des Vereins um vom Synagogenchor mit den Klängen des "jra xsn begrüßt. Nach Vortrag eines stimmungsvollen Prologs durch den Verfaster, Herr «tuä. Sally Lehmann, gedachte der Vorsitzende des Vereins, Herr I. Lehmann in ehrenden, anerkennenden Worten der Verdienste des Herrn Rabbiners unter Ueberreichung einer kunstvoll ausgeftatteten Adresse. Während der Verlesung wurde das Geschenk des Vereins, ein Porträt des Herrn Rabb. enthüllt, welches durch seine echt künstlerische Ausführung die Bewunderung aller Anwesenden erregte. Hieraus erhob sich der Herr Rabbiner, um in ergreifender Rede seinen Dank für die ihm bereitete Ovation auszusprechen. — Beklemmung, so führte der verehrte Redner aus, müsse angesichts einer solchen Feier eines Menschen Herz erfüllen, bei dem Gedanken an den Wechsel der Gesinnungen, heute vielleicht gefeiert und morgen gelästert zu werden. Jedoch sei er in die glückliche Lage versetzt, diese Feier nicht auf sich zu beziehen, sondern dieselbe mit begehen zu dürfen. Jedes Lob weise er entschieden zurück, nicht neu geschaffen habe er vor 25Jahren, sondern nur geweckt, was schon längst in edlem Keim in den für rmn begeisterten Herzen schlummerte. In ausführlicher Weise entwarf hierauf der Herr Rabbiner ein Bild von der Geschichte des Vereins, seiner segensreichen Wirksamkeit zur Belebung und Erhaltung der nrnn Forschung, durch eigenes Studium seiner Mitglieder, sowie durch Unterstützung der in ihrem Dienste wirkenden Lehrer, Anstalten und Jünger. Unter Zugrundelegung einer geistvollen Erklärung der Bibelftelle: 1x2 mm xii rnbv man pot my Dir mm mtrn würdigte er die Bedeutung des Vereins für das Judenthum, zugleich die Zielpunkte beleuchtend, welche für sein ferneres fortschreitendes Wirken maßgebend sein sollen. DaS Geschenk selbst müsse er, weil der Verein einmal diese Art der Ehrung gewählt habe, annehmen, er könne sich doch nicht selbst ablehnen. Aber mit Dank und Freude erfülle es ihn, wenn die Spender dadurch die Absicht bekunden wollten, ihm stets zu folgen und mit ihm das Wohlergehen des Vereins kräftigst zu fördern. Nachdem der Vorsitzende dem verehrten Redner gedankt und ein dreifaches Hoch auf den Herrn Rabbiner ausgebracht hatte, begaben sich die Mitglieder des Vereins mit ihren Frauen, sowie den geladenen Ehrengästen in die Aula des Schulhauses zum zweiten Theile der Feier. Dort entwickelte sich bei köstlichem Mahle, ammirter Stimmung, verschönert durch musikalische Darbietungen und Vorträge des Synagogenchors ein gemüthliches Leben, welchem wieder der treffliche Toast des verehrten Herrn Rabbiners lichtvollen Schwung verlief. Von der Erzählung der letzten nrns von den drei Brunnen, welche pnx' gegraben hatte, ausgehend, beleuchtete er dieselbe exegetisch, sowohl nach der Erklärung des pö*i als auch nach ihrer Anwendung

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