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Der Israelit · 1896-11-16 · Heft 92 (16.11.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 92 (16.11.1896)
Date
1896-11-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1763 weise auf Kohelet Cap. VII, V. 28. Er wird doch im Ernste nicht behaupten, daß der Luach schon den Text seiner unterrichtlichen Ausführungen enthält. Solche knüpft er an; aber nicht jeder vermag es ihm nachzuthun. Ein gewisser vorgeschriebener Lehrgang ist nicht zu entbehren. — Vorläufig ist die Frage nach der Methodik des jüdischen Religionsunterrichts noch flüssig. Sie läßt sich weder dilrch Zeitungsartikel noch durch die Seminare lösen. L. Weinberg. (Aiimellung der Redaktion. — Der Verfasser der in Rede stehenden Aufsätze hat nirgends hehauptet, das; das Luach schon den Teil seiner unterricht! chcn Ausführungen enthält. Wob! aber sagt er wiederbolt und besonders in seinem Schlußwort das vollendete Gcgentheil. „Der Einsichtige hat e-' längst herausgcsundcn, daß der tiefe religiöse Fond in Wirtlichkeit nicht in den Wahlen, Namen und Abreviaturcn des liegt, sondern in dem, was der Lehrer aus ihnen macht, in dem Geiste, den ihm der Lehrer cinzuhauchen versteht." Würde der Verfasser Lehrer voraussetzeu, die alles so gut wissen ivie er, und die daher selten anzutreffcn sind, so hätte er seine Aussätze gewiß nicht geschrieben. Wohl mag die große Mehrzahl der Lehrer es von Haus aus nicht verstehen aus dem Luach ein Religonsbuch zu machen. Aber nach der nun gegebenen Anleitung dürste dies schon möglich sein. Tann wird man auch in diesen Aussätzen die Anleitung zu einer Methodik des jüdischen Religionsunterrichts finden, die nach den gegebenen zahlreichen Andeutungen der aufmerksame Lehrer leicht vervollkommnen kann. Daß wir aber auch an unaufmerksamen Lehrern keinen Mangel haben, dafür spricht folgende Thatsache, die uns Herr Dr. Ehrmann als Euriosum mittheilt. Demselben sind Zuschriften von sieben Lehrern zugegangen, welche sämmtlich anfragen, wo sein Religionsbuch zu beziehen sei und was koste! Einige haben sich sogar erbeten, den Vertrieb des Buches zu übernehmen! Der Vers, har sämmtliche Anfragenden auf die jüdischen Buchhandlungen verwiesen, wo sein Rettgionsbuch zum Preise von 10 Pfennigen bezogen werden kann.) Dresden. Der sächsische Antiseinitismus ist rrach dein Zeugniß des „Vaterland", des Organs der sächsischen Konservativen, urt Rückgang begriffen. Unter der Ueberschrift „Die Natten verlassen das Schiff", bespricht das Blatt Vorgänge der antisemitischen Partei Sachsens und kommt zu dem Schluß: Der Glaube an die werbende Kraft ihrer Sache scheint in den Reihen der Antisemiten stark erschüttert zu sein. Immer größer wird die Zahl derjenigen, welche die Sache desselben verloren geben und sich von der Fahne, die sie einst mit nicht geringer Begeisterung ergriffen, gleichsam hinwegstehlen. Soweit die inzwischen gemachten Erfahrungen sie dazu veranlassen, sind sie vollkommen in ihrem Recht; ihr Schritt verdient nicht Tadel, sondern Anerkennung. In den Dresdener Nachrichten, die selbst antisemitische Tendenzen pflegen, werden die Führer der antisemitischen Reformpartei als „Demagogen" bezeichnet, durch die die antisemitische Bewegung diskreditiert worden sei. Oe ft e rr.-Un gar. Monarchie. Wien, 6. Nov. (Professor Benedikt über die R a c e n f r a g e.) Am Samstag hielt der Reurophatologc Profeffor Dr. Benedikt im Saale der „Jüdischen akademischen Lesehalle" einen Vortrag über die Racenfragc. Unter der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft befand sich auch der rege Förderer des genannten Vereins, Hofschauspieler Adolf Ritter v. Sonnenthal. Der Vortragende führte aus: Die „Arier" als Race anzunehmen sei ein Unsinn, welcher die kleinen Geister der heutigen Welt beschäftigt. Eine Grenze zwischen Arier und Nichtarier hat die Philologie ausgestellt, vom Standpunkte der Anthropologen aber ist diese Theorie nicht haltbar. Die heutigen sogenannten Arier sind verschiedene Stämme, bei denen nur eine Aehnlichkeit der Sprache besteht, auf welche sich die Philologie stützt, doch kann man nie behaupten, daß ein Volk deshalb von einem anderen abstammt, weil es die Sprache, also ein „Werkzeug" desselben angenommen hat. Die heutigen Volksmajoritäten in Europa haben zumeist den Typus der Ureinwohner dadurch verdrängt, daß sie sich mit denselben durch Mischung verbanden. So stammen die heutigen Spanier von den Egyptern ab, die in jener Halbinsel eingewandert sind, und es ist. sehr charakteristisch für jenes Volk, daß gerade in Spanien die Jesuiten zuerst aufgetreten sind und daß dort die Inquisition eingeführt wurde, da es dem chamitischen Geist, der Priesterkaste der Egypter, angeboren ist, für die Herrschaft des Klerikalismus einzutreten. Als einen eigentlichen Volksstamm könne man die Neger, die Nothhäute, überhaupt jene Naturvölker betrachten, die sich, von den anderen vollkommen abgeschieden, selbstständig entwickelt haben, niemals aber die Europäer, denn sie sind ein gemischter Stamm. Als Beispiel dafür, daß die Gleichheit und Aehnlichkeit der Sprache noch immer nicht die gleiche Abstammung bedinge, führt Professor Benedikt mehrere Fälle an. Mascagni z. B. wird für einen Italiener gehalten. Während der Anwesenheit dieses Künstlers in Wien bemerkte einstmals Professor Benedikt zu einem Photographen, daß er der Ansicht sei, Mascagni stamme seiner Schädelbildung von Slaven ab, und thatsächlich stellte es sich heraus, daß der Künstler aus Apulien stammt, wo sich der slavische Typus noch rein erhalten hat. Auch Crifpi, ein Nachkomme von Arnauten, besitzt nach Benedikt's Ansicht einen slavischcn Schädeltypus. Bezüglich der Juden sagt der Gelehrte, daß sich diese mit allen Stämmen Europas vermischt haben; nur die Religion, ein Allen gemeinschaftlicher Begriff, für die sie 2000 Jahren gelitten haben, diese sei es, welche die heutigen Juden tu Eurova vereinigt, nicht aber die Eigenthümlichkeit einer Race welche ja durch die Verbindung mit anderen Völkern größtentheils

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