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Der Israelit · 1896-11-16 · Heft 92 (16.11.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 92 (16.11.1896)
Date
1896-11-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1757 zurückgewiesen, die Satzungen der Fürsorge — Commission (entlassene Sträflinge) werden angenommen. — Es folgen Rechnungsabschlüsse von Specialverwaltungen. — Dechargirt werden die Rechnungen der Fürsorge — Commission, des Ausschusses gur Speisung Jnhaftirter an hohen Festtagen und der Quellbadverwaltung. — Nördliugen, 12. Nov. Man bittet uns um Aufnahme folgender Miltheilung: Unter dem Namen Dr. Buttarnelly treibt sich besonders an kleinen Orten Bayerns und Württembergs ein Individuum umher, das durch allerhand Vorspiegelungen unter Benützung sehr verdächtiger Papiere das Mitleid von Glaubensgenoffen erregt und ausbeutet. Seine Angaben erschienen indeß bei genauerer Prüfung als widersprechend und B. selbst ist in Oberdorf als ein Schwindler erkannt worden, der sich an andern Orten unter andern Namen heru-ngetrieben hat. Es wird hiermit vor demselben gewarnt. Dr. D. Heim an n, prakt. Arzt. Aus Baden. Die Feier des 25jährigen Dienstjubiläums des Herrn Bez.-Rabbiners Dr. Löwenstein in Mosbach, welche am 1. Nov. d. I. stattfand, gestaltete sich zu einer Kundgebung für den Herrn Jubilar, wie sie erhebender kaum gedacht werden kann. Es war ein Ehrentag für den Herrn Jubilar, ein Freudentag für alle Thcilnehmcr an dem herrlichen Feste. Die Herren Bezirks-Aeltesten, der Synagogenrath von Mosbach und fast sämmtliche Lehrer des Rabbinats-Bezirks waren erschienen, um dem Jubilar ihre Hochschätzung zu bezeigen. Am Vormittag begaben sich die Herren Bezirks-Aeltesten und der hiesige Synagogenrath in die Wohnung des Jubilars, um die Glückwünsche der Bezirke resp. der Gemeinden darzubringen. Der Vorstand des Mosbacher Synagogenraths (Herr Rothschild) dankte den Herren Bezirks-Aeltesten für ihr Erscheinen, worauf Herr Bezirks-Aeltester Strauß von Oster-Burken eine nach Form und Inhalt gediegene Ansprache an den Jubilar hielt, in welcher er diesem den Dank der Bezirksgemeinden für deffen segensreiches Wirken darbrachte. Dann rückte die Schaar der Lehrer an. Lehrer Hanauer in Mosbach überbrachte in warmherzigen Worten die Glückwünsche der Lehrerschaft und hob insbesondere hervor, wie im Laufe der 10jährigen Amtsthätigkeit des Herrn Jubilars im Bezirk Mosbach das Verhältnis zwischen Rabbiner und Lehrer ein wahrhaft ideales geworden sei, daß die Lehrer wohl von Hochachtung gegen ihren Vorgesetzten erfüllt seien, daß sie aber in erster Stelle ihren Rabbiner als warmen Freund lieben und verehren. Dieser Gedanke zog sich denn auch durch alle Toaste, welche in reicher Fülle während des Festmahls, welches die Theilnehmer bis zum Abend in gehobener Stimmung zusammenhielt, auf den Herrn j Jubilar ausgebracht wurden. Schreiber dieser Zeilen muß sich versagen, auf den Inhalt dieser Toaste näher einzugehen. Nachdem Herr Lehrer Wertheimer in Hardheim auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog das erste Hoch ausgebracht hatte, ist besonders die geistreiche Festrede des Herrn Lehrer Driesen in Tauberbischofsheim erwähnenswerth. Herr Lehrer Wolf von Sennfeld, der Humorist derGesellschaft, toastete auf denHerrnJubilar, desgleichen Herr Lehrer Neunrann von Neudenau, Herr Lehrer Thalmann von Wertheim in längerer herrlicher Rede auf die Familie des Herrn Jubilar's, Herr Teplitz, Schwiegersohn und Herr Studiosus Jacob Löwenstein, Sohn des Herrn Dr. Löwenstein, auf die Lehrer. Bemerkenswerth ist noch ein Toast des Synagogenrathsmitglieds Herrn Held in Mosbach, in welcher er in aller Unschuld erklärte, er sei schon im Begriffe gestanden, auf der schiefen Ebene hinabzugleiten und sei durch die Seelsorge des Rabbiners zum glaubenstreuen Jehudi geworden. — Ein Vergnügen war cs, die geistreichen, von frischem Humor gewürzten Reden zu hören, mit welchen der Jubilar jeden einzelnen Toast beantwortete. Da hatten wir Gelegenheit, den Gedankenreichthum, die Gelehrsamkeit und die Redekunst unseres Rabbiners zu bewundern. Wir wollen nicht unerwähnt lasten, daß dem Herrn Jubilar von Seiten der Bezirke und der Lehrer schöne Festgaben überreicht wurden. Möchte es dem Jubilar und uns vergönnt sein, dessen 5< »jähriges Dienstjubiläum in ähnlicher Weise zu begehen. Schließlich sei noch den Herrn Bezirks-Aeltesten und dem Mosbacher Synagogenrath für ihre Theilnahme an der Festveranstaltung auch an dieser Stelle lebhafter Dank ausgesprochen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest, 9. Nov. Der Pestcr israelitischen Religionsgemeinde, die in der Nähe des neuen Parlamentsgebäudes eine prachtvolle Synagoge erbauen will, wurde vom hauptstädtischen Magistrat ein auf 1,200,000 Kronen geschätzter Baugrund zu diesem Zwecke unter der Bedingung überlasten, daß die Gemeinde ein modernes Schulgebäude für 800 bis 1000 Schüler errichte. Dieser Bedingung wurde entsprochen, was auch eine Kommission der Stadt konstatirte. Die grundbücherliche Uebcrtragung des Baugrundes wurde demnach bewilligt, und die Gemeinde geht nun daran, einen Monumentalbau aufzuführen. Rußland. Petersburg, 6. Nov. Auf einer JnspeclionSreise durch seine Diözese berührte Bischof HyronimuS auch die Stadt Schaulen, und als er die Kirche verließ, wo er celebrirte, wurde er am Ausgange von einer jüdischen Deputation begrüßt, welche ihm

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