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Der Israelit · 1896-11-09 · Heft 90 (9.11.1896) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 90 (9.11.1896)
Date
1896-11-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1713 dieser Umstand nicht viel Beschwerde. Er fertigt diesen Punkt mit wenigen Sätzen ab, die wir zunächst wörtlich citiren wollen. Auf S- 57 und S. 74 finden sich hierüber folgende zwei Absätze: Unsere Seelsorger. „Jede Gruppe hat ihren Rabbiner, der mit ihrer Gemeinde geht. Alle gruppiren sich zwanglos. Die Ortsgruppe bildet sich um den Rabbiner herum. So viele Rabbiner, so viele Ortsgruppen. Die Rabbiner werden uns auch zuerst verstehen, sich zuerst für die Sache begeistern und von der Kanzel herab die andern begeistern. — Es brauchen keine besondere Versammlungen mit Geschwätz einberufen zu werden. Im Gottesdienst wird das eingeschaltet. Und so soll es sein. Wir erkennen unsere historische Zusammengehörigkeit nur am Glauben unserer Väter, weil wir ja längst die Sprache verschiedener Nationen unverlöschbar in uns ausgenommen haben. Die Rabbiner werden nun regelmäßig die Mittheilungen der Society und Company erhalten und sie ihrer Gemeinde verkünden und erklären. Israel wird für uns, für sich beten. Theokratie. Werden w'r also am Ende eine Theokratie haben? Rein! Der Glaube hält uns zusammen, die Wiffenschaft macht uns frei. Wir werden daher theokratische Velleitäten unserer Geistlichen gar nicht aufkommen lasse»!. Wir werden sie in ihren Tempeln festzuhallen wissen, wie wir unser Berufsheer in den Kasernen sesthalten werden. Heer und Klerus sollen so hoch geehrt werden, wie ihre schönen Funktionen erfordern und verdienen. In den Staat, der sie auszeichnet, haben sie nichts dreinzureden, denn sie würden äußere und innere Schwierigkeiten heraufbeschwören. Jeder ist in seinem Bekenntniß oder in seinem Unglauben so frei und unbeschränkt, wie in seiner Nationalität. Und fügt es sich, daß auch Andersgläubige, Andersnationale unter uns wohnen, so werden wir ihnen" u. s. w. u. f. w. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Worms. Am vergangenen Sabbate «in r«nB vollzog sich hier eine würdige Feier. Jin israel. Hospitale hat die «wnp k*cr ein Lokal, in welchem Herr Rabb. Dr. Stein allsabbatlich nach dem Mussaf-Gottesdienste einen religiösen Vortrag hält. Auch eine Synagoge befindet sich in genanntem Hause, welche früher für den Werktagsgottesdienst benützt wurde (jetzt die Levy'sche Synagoge) und jetzt nur noch der p"n für den Gottesdienst am svp '»Sv vv dient. Die Synagoge wurde renovirt und durch den nmv-Gottesdienst eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit hatte Herr Lehr, Sohn eines früheren Lehrers, die hl. Lade mit einem prächtigen, in Leipzig angefertigten Vorhänge geschmückt. Rach der Feier hatte der Vorsitzende der p"n, Herr Jakob Strauß die Anwesenden zu einem Mahle geladen, bei dem es an trefflichen Reden, besonders von Seiten des Herrn Dr. Slein, nicht fehlte. Daß nach der Feier auch der Armen gedacht morden, ist selbstredend. Karlsruhe» Der soeben ausgebene Kalender „Der Landwirth" enthält einen Aufsatz: „Thierquälerei" von Herrn Oekonomie-Rath Alfred Schmid, in welchem die verschiedenen Todtungsarten der Schlachtthiere besprochen werden. Ueber das „Schächten" wird bei dieser Gelegenheit mit den schärfsten Ausdrücken in einer Weise geurtheilt, die in hohem Grade geeignet ist, die Kritik herauszufordern. Wenn der Verfasser die Vorbereitungen zum Schächtakt und diesen selbst als eine Thierquälerei bezeichnet, so befindet er sich damit im Widerspruch mit den höchsten Koryphäen der Wissenschaft, sowie mit dem Urtheil sachkundiger Fachmänner des Metzgerstandes. Diese Gutachten sind gesammelt I und sind erstattet von 23 Professoren der Physiologie, Pathologie u. s. w. in Deutschland, welche sämmtlich zugleich Direktoren physiologischer, pathologisch-anatomischer oder hygienischer Universitätsinstitute sind; von sieben Universitätsprofefforen Oesterreich - Ungarns, sechs Hollands, drei Englands, drei Schweiz, drei Italiens, 2 Frankreichs. Im Ganzen 50 Universitäts-Professoren. Dazu kommen: 14 Direktoren von Thierarzneischulen, 24 Profesioren der Thierarzneikunde, 151 Thierärzte in verschiedenen Stellungen. Jrn Ganzen 189 Gutachten von Männern, welche auf dein speziellen Gebiete der Veterinärkunde wirken. — Endlich fyaben sich diesen Gutachten auch 14 Großschlächter und Metzger-Innungen angeschlosien. Diese Gutachten haben nicht nur oen eigentlichen Schächtakt, sondern auch die Vorbereitungen, das Nieverlegen oer Thiere zum Gegenstand. Herr Schmid citirt den Bericht eines Herrn Beringer, Berichterstatters auf dem Dresdner Internationalen Thierschutz-Congreß, welcher die Unverfrorenheit hat zu behaupten, daß die Gutachten nur von dem Halsschnitt sprechen, das Niederlegen der Thiere und die damit verbundenen Grausamkeiten einfach ignoriren. Ein Einblick in die erwähnte Gutachtensammlung 1) Gutachten über das Jüdisch-rituelle Schlachtverfahrcn („Schächten") Berlin 1894. Verlag von Eunl Apolant, Markgrafenstraße 60. Berlin 1894.

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