Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 89 (5.11.1896)
- Date
- 1896-11-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1695 C-lN, 31. Oft. Die min -no^n man beging heute unter zahlreicher Betheiligung die Einführungsfeier ihres neugewählten Lehrers, Herrn Rabbiner N. A. Nobel Herr stud. pliil. Benedict Wolf, der nach dem Tode seines Vaters die Verwaltung der verwaisten Lehrerstelle übernommen, eröffnete dieselbe mit einem kurzen, aber zu Herzen gehenden Dankwort den Mitgliedern gegenüber. Nur durch ihre thatkrüftige Mithilfe sei er imstande gewesen, das erhabene Werk seines im py p weilenden Vaters und Lehrers irnva p lnm fortzusetzen, und sei er überzeugt, daß sie auch seinen Nachfolger jederzeit durch zahlreiches Erscheinen erfreuen und unterstützen würden. Die Weiter-Förderung der bereits errungenen Erfolge sei das stolzeste und herrlichste Denkmal, welches die man ihrem verewigten Meister ‘n setzen könne. Dauernder als Erz und Stein seien die guten Thaten des Menscheil n'pnsrt» nitre: fw ps\ Dem Gerechten fromme weniger ein aus materieller Masse gefertigtes Denkmal als die Fortsetzung seines Strebens und Wirkens. Redner schloß mit einer diesbezügl. Erklärung seines Vaters fn. nei» ctrn nm neixn ^3 *nj» niasn winetr eine Erklärung, welche gerade ein so umfassendes Charakteristicum ihres Schöpfers gebe. Hierallf ergriff der Vorsitzende, Herr S. Mannsbach das Wort und schilderte in gewohnter, rhetorisch vollendeter Weise die hohen Verdienste, die sein Vorredner sich während der kurzen Zeit des Interregnums erworben. Die reiche Saat, die auf dem Boden der man und des gesamten Cölner Judenthums sich schwellend regt, sie sei ein stolzes Vermächtnis des theuren Verstorbenen An ihr finde der herrliche Satz: mnn nn^nn seine vollste Veivahr- Heilung. Nie und nimmer werde die rnin-Wiffenschaft der Vergessenheit anheimfallen, i'pbrtv ba^ Als letzter Redner sprach sodann Herr Rabbiner Nobel Anlehnend an die Worte Abrahams in der heute verlesenen «ne, legte derselbe dar, daß er, wenn auch i:, d. h. mit den lokalen Verhältnissen Cölns imbekannt, tu seinem Wirkungskreise sich doch als als Heimischen fühlen müsse. Ein Hauptziel seines Berufes werde die religiöse Erziehung der Jugend sein. Dabei dürfe aber die Belehrung des hcrangereiften Mannesalters nicht versäumt werden, und dazu seien die allabendlichen cm» bestimmt. Sowohl an Reichthum der Gedanken, wie an Feinheit und Eleganz der Sprache ließ die Rede nichts zu wünschen übrig. Dazu kommt noch der schwungvolle, fesselnde, hinreißende Ausdruck des Wortes, der dem Redner eigen ist. Gleich nach dem Ausgang des heiligen narr' versammelten sich die Schülerklassen im Chewrazimmer, um ihren neuen Lehrer in würdiger Weise zu empfangen. Auch hier eröffnete Herr stuck. pliil. Benedict Wolf die Reihe der Redner. Ferner sprachen das Vorstandsmitglied, Herr M. L. Munk, sowie der älteste Schüler. Den Schluß bildeten einige geistreiche Worte des Herrn Rabbiner Nobel Wir können nicht verfehlen, daß schon die Reihenfolge der Redner äußerlich kundthat, daß hier das Wort unserer Weisen sich bestätigt: nmarc i^han lannn xb Möge es dem jungen Meister gegönnt sein, lange Jahre hier zum allgemeinen Segen zu wirken und rufen wir ihm zu diesem Zwecke ciu herzl. aam nte entgegen! Frankreich. Paris. Es ist in Ihrem gesch. Blatte bereits daraus hingewiesen worden, daß innerhalb der Pariser jüdischen Bevölkerung sich unverkennbare Symptome einer Wendung zum Besseren vollziehen, die alle entschieden auf eine Rückkehr zum Glauben oer Väter Hinweisen. Wie wenig Verständniß für diesen Umschwung manche unserer geistigen Führer haben, erschiene gar zu komisch, wenn es nicht seine sehr ernste Seiten hätte. Aus der stattlichen Reihe von Belegen für diese Behauptung führe ich eine von S. T. gezeichnete Eauserie im „Univers" an, die nichts geringeres als die Abschaffung des zweiten Feiertags verlangt. Das genannte Blatt nennt sich noch immer „Journal des Principes conservateurs du .ludaisme'4 und trügt noch den Namen des Herrn S Bloch b'n an der Stirne, obwohl es den Geist und die Gesinnungstüchtigkeit dieses seines Begründers längst verloren hat. Nichtdestoweniger fühlt sich die Redaktion veranlaßt, eine entschuldigende Anmerkung beizufügen, daß sie dieser Abfallspropaganda ihre Spalten öffnet. Aber die Entschuldigung ist noch schlimmer als die Thatsache, die entschuldigt werden soll. Es handle sich ja um einen Gegenstand, der weder den Glauben, noch das Dogma, noch fundamentale Principien des Judenthums berühre! Der Herr Causeur findet also die Feste des Tischrimonats langweilig und ermüdend und schlägt zunächst vor, daß man den Festgottesdienst an den zweiten Feiertagen einfacher ohne Orgel und Chöre veranstalten sollte. Obwohl wir nun nichts dagegen einzuwenden hätten, wenn Orgel und Chor selbst am ersten Tage aic ei» ausfiele, so ist das doch etwas anderes für Leute, deren Judenlhum zum großen Theil in dem Martyrium besteht, diesen Singsang mit auzuhören. Wenn es das ist, was Leute dieses Schlages derart ermüdet und ^übersättigt, daß sie wenigstens anl zweiten Tage rr davon verschont sein möchten, so gehört ihnen unser volles Beileid. Aber dann lohnte es sich doch einmal der Frage näher zu treten, ob man nicht lieber diesen Firlefanz als den zweiten Feiertag abschaffen solle.