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Der Israelit · 1896-10-29 · Heft 87 (29.10.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 87 (29.10.1896)
Date
1896-10-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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gründe. Die Heuschreckenplage, die Cholera bilden keine solche Gefahr für die reine ungarische Race, w e diese Parasiten. Wegen dieser Artikel strengte die kön. Oberstaatsanwaltschaft gegen das obengenannte Blatt einen Preßprozeß an. Da die Redaction des Blattes den Journalisten Koloinan Hoske als Verfasser des Artikels nannte, hatte sich dieser henke wegen Preßvergehens der Aufreizung gegen eine Confession (§ 172 Sl.-G.-B.) vor den Geschworenen zu verantworten. Die Geschworenen bejahten bezüglich zweier incriminirter Artikel mit 8 gegen 4, beziehungsweise mit 10 gegen 2 Stimmen die Schuldfrage der Aufreizung gegen eine Confession, worauf der Gerichtshof den Angeklagten Koloman Hoske zu 2 Monaten Gefängnitz und 20 ft Geldstrafe verurtheilte. Tarnow, 20. Okt. (Verwirklichung der consessionellen Schule.) Unserer Stadt war es Vorbehalten, das antisemitische Programm der confessionellen Schule zu verwirklichen. Die Leiterin der hiesigen Mädchenschule hat die zweite Classe der Anstalt in zwei Parallele lassen getheilt. In die erste wurden die Kinder christlicher, in die zweite die Kinder der mosaischen Religion eingcreiht. Die erste Classe wurde überdies einer christlichen, die zweite einer jüdischen Lehrerin übergeben. Der Bezirksschulrath hat diese Verfügung gebilligt und den Landesschulrath auf Grund des Beschlusses vom 17. d. um die Bestätigung derselben angegangen. Die fragliche Mädchenschule ist eine städtische Schule und wird als Volksschule aus öffentlichen Mitteln erhalten. Frankreich. Paris. (Verein für jüdische Ansiedlung Jewish Colonisation Association). Der neue Verwaltungsrath besteht aus den folgenden Herren: S. H. Goldschmidt, Narciffe Leven und S. Reinach (Paris), Alfred L. Cohen und H. G. Lourada (London), der Grand-Rabbin von Frankreich, Claude G. Montefiorc, Generalconsul Phillipson, Plotke und Dr. Lachman. Er kam vergangenen Dienstag in Paris zusammen. Es herrscht allgemeine Befriedigung darüber, daß Herr Goldschmidt, der ehrwürdige Präsident der Alliance Israelite, seine Resignation zurückgenommen hat, da es schon wegen feiner nahen Verwandtschaft mit der Baronin Hirsch am passendsten ist, daß er das Haupt der Gesellschaft bleibe. Um ihm aber seine Pflichten zu erleichtern, wird ein Viee-Präsident gewählt werden; höchstwahrscheinlich wird dies N. Leven, der Viee-Präsident der Alliance Isra61ite, sein. Die Bureaux der Gesellschaft befinden sich in dem Palaste der Baronin Hirsch Rue de l'Elysee, 2; dort fand die Versammlung statt, an welcher außer den genannten Herren auch die Beamten der Alliance theilnahmen: Der Secretär Dr. Schwarzfeld, Dr. Sonnenfeld und Adler. Die Haupthätigkcit der Anwesenden bestand an dem Tage darin, daß die Mitglieder des Verwaltungsrathes ihre Ansichten über die zukünftige Wirksamkeit der Gesellschaft austauschten, denn die neuen Mitglieder mußten sich über die Thätigkeit der Gesellschaft und ihre Finanzen erst orientiren. Am Abend desselben Tages fand neuerdings eine Versammlung statt, diesmal in dem Berathungszimmer des jüdischen Consistoriums im Tempel der Une äe la Victoire. Außer den Mitgliedern waren Vertreter des Central-Auswanderungs-Comitös aus St. Petersburg und anderen Theilen Rußlands anwesend. Unter den russischen Notabilitäten befanden sich Baron Günzburg, Herr von Poliakoff und Herr Brodsky. Diese erstatteten Bericht über die gegenwärtige Lage in Rußland und stellten Anträge bezüglich der Fortsetzung des Werkes in Rußland selbst. Diese Anträge wird der Verwaltungsrath allein in einer neuen Versammlung, welche Mittwoch stattfindet, besprechen und prüfen. Herr David Feinberg, der Generaldirector des Central-Comittzs in Petersburg, schreibt aus Paris, um ungünstige Berichte, welche in einigen Journalen über das Wirken der Gesellschaft erschienen sind, zu widerlegen, folgendermaßen: „Das Unternehmen ist erfolgreicher, als cs je gewesen ist. Auf meiner letzten Jnspcctionsreise überzeugte ich mich davon, wie wunderbar sich unsere Glaubensgenoffen für den Ackerbau eignen. Die Anglo Jewish Association hat bedeutende Mittel zur Verfügung und gedenkt einen Theil ihrer Thätigkeit dem Innern Polens und Rußlands zuzuwenden. Nach den letzten Nachrichten, die uns zukamen, ist die Ernte in Mosesville Heuer eine sehr gute gewesen, und ein Regierungsorgan theilt mit, daß die Colonie sich immer befriedigender entwickle. Es sind Straßen gebaut, Waarenhäuser und Fabriken errichtet worden, und eine Synagoge, eine Schule und öffentliche Bäder gehen ihrer Vollendung entgegen. Die Colonie Mosesville verspricht in Kürze der Mittelpunkt Santa Fe's zu werden. Besonders zu erwähnen ist noch, daß zum erstenmale auch die Colonien in Palästina aus dem Hirsch'schen Fonds mit einem Beitrag von 160,000 M. bedacht worden sind. Türkei. (B.) Korrstatttinopel, 16. October. Die enr sind nun vorüber und haben wir sowohl das Neujahresfest als auch den Versöhnungstag in vollster Ruhe verbracht. Es hieß zwar, daß die Armenier für den Versöhnungstag einen Putsch gegen das Judenviertel Haskoi planen, um so eine Panik hier hervorzurufen; indeß war dies nur ein Allarmschuß, um die Juden aufzuregen. In Wirklich-

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