Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 87 (29.10.1896)
- Date
- 1896-10-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Samuel Edels b’\ die Ansichten dieser jedem Talmudisten bekannten Autorität, in Bezug auf kabbalistische, religionsphilosophische, litterarische Fragen vorzuführen. Am Schluffe findet sich eine Zusammenstellung der von $rennö citirten Autoren und Werke. Störend sind die vielen Beigaben, die mehr als zwei Drittel des Werkchens ausmachen. Was soll man besonders dazu sagen, daß in einem so dünnen Heftchen fast sieben Seiten empfehlenden Zuschriften an den Verfaffer eingeräunlt werden? Doch das eine Drittel, das dem Zwecke des Buches der „psychologischen Biographie" des x'vnno gewidmet ist, lohnt durch seine gründliche und fleißige Bearbeitung reichlich die gewiß mit wenig Kosten verbundene Anschaffung des ganzen Werkchens. pbn s'2') by -ibid aro wTn Munkacs 1896. Gr. Fol. VI u. 126 S. 3 Mk. Wenn man von irgend einem nachgelassenen Werke sagen kann, daß deffen Herausgabe mit Freuden zu begrüßen ist, so trifft dieses bei den Novellen zu Tractat Gittin des großen Preßburger Nabbinen Rabbi Samuel Wolf Schreiber b"Tt zu. Der Sohn des Verfassers, Rabbiner Salomon Schreiber »"j in BeregszLsz (Ungarn), dem wir die Veröffentlichung des köstlichen agadischen Werkes bv 1^2 src verdanken, hat uns auch mit diesen! Schatz aus den hinterlaffenen Schriften seines gefeierten Vaters beschenkt. Der vorliegende erste Theil erstreckt sich über die vier ersten Prokim, und wird uns die zweite Hälfte des Tractats in baldige Aussicht gestellt. Diese Novellen gewinnen noch dadurch an Interesse, daß sie hauptsächlich bei den Schiurvorträgen an der berühmten Jeschibah zu Preßburg in den Jahren 5616—5622 entstanden sind, und uns so ein Bild geben von der wahrhaft großartigen Weise, wie der unvergeßliche Verfaffer die größte Talmud-Hochschule Ungarns zu leiten verstand. Es würde zu weit führen, Proben aus diesem scharfsinnigen und von immenser Belesenheit zeugenden Werke hier anzuführen. Der Name des Verfaffers bürgt allen Talmudkuudigen dafür, daß das Lesen, oder bester Lernen in seinem Buche reicher Gewinn bringen muß. Das vorzüglich ausgestattete Werk ist durch den genannten Herausgeber, Oberrabbiner Schreiber in Beregszüsz zu beziehen. Zeitungsnachrichten und Eorrespondcnzerr. Deutschland. Altona Es ist ein erfreuliches Zeichen für die Erstarkung des religiösen Sinnes, daß jüdische Vereine in's Leben gerufen werden, die i,ren Mitgliedern ein höheres Interesse für nrnnpn urrni beizubringen suchen. Ein solcher Verein ist dieser Tage hier gegründet worden; derselbe hat die Devise mvi pK jn DJ? auf seine Fahne geschrieben. Der Verein bezweckt in erster Linie durch Heranziehung namhafter hiesiger und auswärtiger Redner wissenschaftlich populär gefaßte Vorträge abhalten zu lassen, durch welche den Mitgliedern Gelegenheit geboten werden soll, sich in ihrem Wissen über das Wesen des Judenthums, sowie der Geschichte ihrer Religion zu vervollkommnen. Des Weiteren ist die Pflege des Studiums religiös-ethischer Schriften in Aussicht genommen. Sowohl an die Vortrüge, wie an die festzusetzenden Lehrstunden, wird sich ein geselliges Beisammensein der Mitglieder anschließen. Durch Veranstaltung von Festivitäten und allgemeinen Unterhaltungsabenden ist ferner beabsichtigt, den Mitgliedern nebst ihren Damen eine Stätte zu bieten, welche das Ziel verfolgt, auf den gesellschaftlichen Verkehr der Mitglieder unter einander fördernd einzuwirken. Das große Interesse, welches der Anregung zu einer derartigen Vereinigung entgegengebracht wird, bekundet sich dadurch, daß bereits annährend 100 Herren ihren Beitritt erklärten. Es ist wohl überflüssig, zu bemerken, daß Herr Oberrabbiner Dr. Lerne r dem Vereine sehr sympathisch gegenübersteht und seine Kraft gerne zur Verfügung gestellt hat. O e st e rr.-Ungar. Monarchie. Budapest. (Ein antisemitischer Preßprozeß.) Unmittelbar nach Verhandlung der Garam- Kis-Salloer Blutbeschuldigung erschien im März l. I. im „Magyar Allam" unter dem Titel „Schel Peßach", „Antisemitismus" und „Die neue Landnahme" eine Reihe von Artikeln, die sich mit der Frage der Blutbeschuldigung befaßten. Natürlich behauptete der Artikelschreiber steif und fest, daß der rituelle Mord exiftire, nur die Mörder seien unauffindbar. Im Artikel „Schel Peßach" heißt es u. A.: „Die Anklage des rituellen Mordes folgt dem Judenthum wie der Schalten. Jn gar vielen Fällen wurde cr nachgewiesen. Jn Damascus tödteten sie den Kapuziner Thomas und die Mörder löste Cremieux für jüdisches Geld aus. Die Juden haben den heiligen Simon von Trier umgebracht, den die katholische Kirche unter die Märtyrer versetzte, wodurch die katholische Kirche officiell anerkannte, daß die Juden die Christenkinder wegen ihres Blutes auf Grund bestialischer Peinigungen getödtet haben. Je größer die Macht der Juden in der christlichen Gesellschaft, desto bäufiger ereignen sich solche Fälle." Im Artikel „Antisemitismus" werden den Juden Herzlosigkeit, Betrügereien vorgehalten, die sich bis in die jüngste Generation unter ihnen erhalten haben. Jn der „Neuen Landnahme" wird behauptet, die Juden richten, wie überall, auch bei uns die Bevölkerung zu-