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Der Israelit · 1896-10-29 · Heft 87 (29.10.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 87 (29.10.1896)
Date
1896-10-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX TO. Jahrgang. Erste Beilage zu M 87 -es „Israelit". Recensionen. JLe& loisirs (l'nn Rabbin par Simon Levi, Rabbin ä Schirhotfen (Alsace) Paris C. Levy 1895. 222 S. Auch in seinen „Mußestunden" vergißt Herr Rabbiner Levy seines Amtes nicht, das zeigt uns das oben genannte Büchlein. Der, als jüdischer Journalist bekannte Verfaffer, bietet hier dem größeren Publikum ungefähr fünfzig Aufsätze, die er zum größten Theil im Univers Israälite und im Journal d’Alsace veröffentlicht hat. Wir müffen gestehen, daß uns die überaus anregende Lektüre des Merkchens einige sehr angenehme Stunden bereitet hat, wenn wir auch nicht durchgehends die Ansicht des geistreichen Verfassers theilten. Ueber fast alle Feste des jüdischen Jahres, über eine Reihe von Erzählungen der Thora, über Gesetze und Gebräuche, über die hauptsächlichsten Tagesfragen in unserem Kreise, ja selbst über althergebrachte Synagogenmelodien und Chasonus erstreckt sich der belehrende und erbauliche, humorvolle und oft fein satyrische Inhalt des Werkes. Für jeden Anlaß bietet es etwas. Wir verweisen vor Allem auf die Betrachtung über die Akedah, le Sacrifice d’Abraham, auf den hochbedeutenden ersten Aufsatz über das Kaddisch, dann auf die Erläuterung eines schönen Minhag „un beau Minhag,“ worin über das im ^Gottes Namen Aufstehen" am Tage nach Jom Kippnr gesprochen wird, auf „une manie“, worin die Manie möglichst viele unserer heiligen Gesetze aus Gesundheitsgründen zu erklären gegeißelt und ad absurdum geführt wird. Wir empfehlen die Lektüre von „A propos de l'histoire de J oseph, um die richtigen Vertheidigungsmittel gegen den Antisemitismus kennen zu lernen, uu bon mot a propos de l’omer um echt jüdische Bescheidenheit geschildert zu finden. In: „Un usage de Poiirim finden wir die Erklärung von «tiig ’öian*? trrx itttc •w rr xb h ny sehr geistreich, können es aber oeffenungeachtet nicht mit dem Verfaffer als berechtigt erklären, daß der Rabbiner von Paris d e alte Melodie von[an n« ibn'i in seinen Synagogen hat verschwinden laffen. Es liegt in dem Jubel bei diesen Worten Alles mehr, denn Schadenfreude beim Fall des Feindes. Wir sind erstaunt, daß ein so feinsinniger Beobachter, wie Herr Rabbiner Levi, nicht im Gegentheil dieser Melodie zu ihrem Recht verholfen hat. Die Hinrichtung des Haman bildet in der Megillah den Höhepunkt der Situation, hier ist erst die Gefahr endgiltig gehoben und das gepreßte Gemüth des alle schnellwechselnden Ereigniffe lebendig mitfühlenden Sängers macht sich, von Todesangst befreit, hier in den Freudenklängen des alten Hochzeitsliedes Luft. Unsere Alten haben es merkwürdig gut verstanden durch paffende Betonung die Vorlesung der Megillah dramatisch zu beleben, das Beste dieser Jnscemrung geht verloren, wenn der Satz, welcher die Entscheidung enthält, gleichgiltig vorgetragen wird. Da wir mit Ausstellungen begonnen haben, erinnern wir den Herrn Verfaffer. daß es dem kaiserlichen Rom nie gelungen ist, eine Bildsäule in den Tempel zu bringen. Das an einem 17. Tamus aufgestellte Götzenbild war nach den beiden Erklärungen des Jerufchalnn, die Schuld entweder des jüdischen Königs Menaffe, oder der Syro-Griechen. Wir betonen dieses besonders, weil die dahinzielenden Worte des Verfafferin seinem sonst schönen Aufsatz 17. Tamouz—9. Ab die Erinnerung an den erfolgreichen Kamps gegen das Tempelstandbild des Kaligula, welcher eines der glorreichsten Blätter der jüdischen Geschichte füllt, verwischen könnten. Dann bitten wir noch den Verfaffer in der zweiten Auflage, die das Werkchen recht bald verdient, mit der Wiedergabe des Gottesnamen vorsichtiger zu sein, besonders bei der Widerlegung der modernen Bibelkritik das Adjectiv zu vermeiden, das aus dem w mpn gebildet ist. Alles in Alle«! können wir die gesammelten Aussätze des Herrn Rabbiners von Schirhoffen aufs Wärmste empfehlen. Wir kennen wenig Bücher, die in solch gedankenreichen und kurzen Abhandlungen, über gar Vieles, was dem jüdischen Herzen theuer ist, Licht und Lehre verbreiten. Ganz besonders machen wir unsere jüngeren Prediger darauf aufmerksam. Viele dicke Predigtsammlungen bieten ihnen keine solche Fülle von anregenden nnd erbaulichen Gedanken, als das vorliegende unscheinbare Heftchen. Und Laien, wie Gelehrte werden das Buch des elfäsl'ifchen Rabbiners um so lieber zur Hand nehmen, wenn wir ihnen sagen, daß dasselbe in der That einem Rabbiner in seinen Mußestunden zeigt, wie er ohne Talar und Büffchen, ohne Phrase und Pathos in edler Sprache zwar, doch schlicht und natürlich, wie ein Mann, aus dem Volke, seine Brüder belehrt und unterhält. nK£ Vr N'ttnnö rvnS’in otr iöd ’pxinimn JOK Drohobycz 1895. 39 S. A. H. Zubnik. Ein sehr interessantes Büchlein, worin sich der Verfasser auf zehn enggedruckten Seilen bemüht, uns aus den Novellen zum Talmud des berühmten Rabbi

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