Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 87 (29.10.1896)
- Date
- 1896-10-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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unsere Vereinigung ifi unmöglich. &pie(en wir also Komödie! Sei klug, sage Deinem Alten, Du giebst mich auf; er kann ja unmöglich controlliren, wenn er in Czernow ist, ob wir untereinander verkehren. Ich weiß ja, Du bleibst mir treu, ich könnte ja sonst nicht leben, wenn ich denken müßte, Du wolltest das Deinem Vater gegebene Wort halten! Nur weil ich Dich liebe und Dir jede Unannehnilichkeit ersparen will, rathe ich Dir zeitweise, eventuell so lange Dein Vater in Wien ist, den Verkehr mit mir abzubrechen. Wir sind das, Theuerster, unserer Zukunft schuldig. — Ich zähle die Stunden, bis ich Dich, Geliebter, wieder in meine Arme schließe. Suche den Alten zu beruhigen so gut Du kannst, trachte darnach, daß er Wien baldmöglichst verläßt und von unserer Trennung überzeugt ist. Mit tausend Küssen Deine Kat hi." „Wahrlich," sagte Julius, als er den Brief gelesen, „sie ist gescheidtcr, als zehn Nechtsgelehrte. Habe ich mir doch die ganze Nacht Pläne zurecht gelegt, wie ich den Vater versöhnen könne, ohne einen, auf den er wirklich eingegangen wäre, zu findet: und dieses Mädchen in ihrer Herzeuseinsalt trifft das Richtige! Ja, sie ist so klug, als sie schön und lieb ist!" Er küßte den Brief, steckte ihn zu sich und öffnete den anderen. — Victor Lendt lud ihn zu einer Besprechung zwischen 12 und 1 Uhr ein. „Gewiß im Aufträge des Vaters!" sagte er sich. „Das trifft sich gut; ich werde denl braven Manne seine Mission, die ihn: ohr:e Kathis Brief sicher nie gelungen wäre, leicht machen!" Zllr bestimmten Zeit traf Julius Wernau bei Lendt ein. Dieser theilte ihm mit, daß er gestern den Vater getroffen und von ihm gehört, wie unglücklich er sei, daß Julius eine Liäson attgeknüpft, :u:d seiiw Eltern, feine Studien dadurch vernachlässige. „Keü:e Liäson," nah:n Julius das Wort; „ich liebe das Mädchell wirklich, ich wäre glücklich sie dereinst zu der Meinigei: machen zu könllen; aber ich bin ein viel zu guter Sohn, um einen so wichtigen Schritt zu thlln, ohne daß meine Eltern ihre Einwilligung gegebel: haben." „Sie haben aber," siel Lerldt eii:, „Ihrem Vater deftnitiv erklärt, daß sie voll dem Mädchen Nicht lassen wollen?" „Das that ich gestern," erwiederte Julius Werlla::, ohlw sich z:: besinnei:. „Ich habe in dieser Nacht kein Auge zugethan, mir vergegenwärtigt, daß meine Elterl: voll ihren: Standpunke aus ein Recht haben, gegen eine Verbilidung mit einen: vermögenslosen Mädchell zu sein, so lange ich noch keine selbstständige Stellung errungen habe. Ich bin ein viel zu guter Sohn, um meine Eltern zu kränken, ihre Pläne für nleine Zukullft kreuzeil zu lvollen. Ich weiß, daß es meine Pflicht ist, des Vaters Wunsch zu respectiren ::nd so im Kampf zwischen Pflicht und Neigung habe ich beschlossen meinem Herzen Schweigen aufzuerlegen und in diesem Sinne bereits heute der Kathi geschrieben." (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch C Steinacker, -ripstg, Boßplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., sür's 'Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Lirre Rücksendung von an die Redaktion eingesandten Mannscripten findet nicht statt, man bittet deshalb^ stch von allen Einsendungen eine Copie znrückzubehalten. Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft zu: Frankfurt a. M — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Wiesbaden. Aus Baden. Oesterr.- Ungar. Monarchie: Wien. England: Edingburgh. - Vermischtes. — Feuilleton: Chamiwin Jißurin. Eine Erzählung von Jda Barber, Wien. (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Literarisches: Rccensioncu. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland:. Altona. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Budapest. Tarnow. Frankreich: Paris. Türkei: Konstantinopel. — Vereinsnachrichten. — Gerichrszeitung. — Vermischtes. Pädagog. Beilage: Bericht über die 17. Generalversammlung des israel. Lehrervereins für das Königreich! Bayern. Extra-Beilage: Spendenverzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz—Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.