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Der Israelit · 1896-10-26 · Heft 86 (26.10.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 86 (26.10.1896)
Date
1896-10-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Christenthums unter den Inden angestellten Missionsarbeit genommen. Sie empfiehlt den Synodal-Vorständen bei der Vorbereitung über die Versammlung der Kreissynoden daraus Bedacht zu nehmen, daß möglichst alljährlich auch über den Stand der Judennlission Bericht erstattet werde." Burghaslach, 17. October. Am 1. Oktober dss. Is. trat Herr Lehrer M a r s ch ü tz in den Ruhestand. 37 Jahre hatte er das schwierige Amt eines Elementarlehrers und Kantors in hiesiger Gemeinde versehen und durch seinen lauteren Charakter die Liebe und Achtung seiner Gemeinde und Mitbürger sich erworben. Mit Bedauern sah daher die Gemeinde den langjährigen Führer der Jugend scheiden, und sie konnte dies nicht vorübergehen lassen, ohne ihm einen kleinen Beweis ihrer Hochschätzung zu geben. Am verflossenen rr-rr, rrsv begab sich der Kuttusvorstand mit den Gemeiudemitgliedern in die Wohnung des Herrn Lehrer Marschütz, nur ihm im Aufträge der Gemeinde einen goldenen Becher zu überreichen und geleiteten ihn und seine Familie in das Gasthaus zur Krone, woselbst zu Ehren des Scheidenden ein Konzert abgehalten wurde. Herr Kultusvorstand M. Wortsmann betonte in seiner Ansprache, wie Herr Lehrer Marschütz ohne Ansehen der Person seines Amtes waltete und durch seine Friedensliebe in bestem Einvernehmen mit seiner Gemeinde lebte. Herr Lehrer Marschütz dankte mit bewegten Worten für das ihm überreichte Geschenk. Burghaslach sei ihm eine zweite Heimath geworden, und nur sein Augenleiden sei die Ursache, daß er in den Ruhestand trat. Sein Hoch galt der Gemeinde Burghaslach. Im Namen der ehemaligen Schüler sprach Herr Jsner den Dank derselben aus. Ein Bankett beschloß die in schöner Weise verlaufene Feier. Möge Herrn Lehrer Marschütz in seiner neuen Heimath Erlangen noch recht viele Ruhejahre beschieden sein! Palästina. Jerusalem. „Das 9keueste aus dem Gebiet der Topographie Jerusalem's, schreibt die „Köln. Bolksztg.," ist die Entdeckung der Stufen der Stadt David's. So viel gesehen wurde, kann man gar nicht zweifeln, daß es sich hier um die im Buche Rehem. 3. 15; 12. 36 erwähnten Stufen der Stadt Davids handelt. Diese neu entdeckten Stufen befinden sich auf dem S.W.-Hügel, nicht aus dem S.O.-Hügel und zwar am Oüabhang desselben im Tyropoion-Thale an der Westseite desselben. Dieselben können, wenn sie ihre Richtung nicht ändern, nur auf den S.W.-Hügel hinauf führen. Bis jetzt sind etwa 15 Stufen gesunden, 25 englische Fuß breit. Es wird noch viel Arbeit brauchen, diese Treppe vollständig bloßzulegen. Die Sions-Frage J geht also der Entscheidung entgegen. Es wäre sehr zu wünschen, wenn man diese Treppe ihrer ganzen Lange nach vollständig von Schutt reinigen und mit einer Mauer umgeben würde. Auf dieser Treppe sind die Könige von Juda und die Propheten des alten Bundes aus- und abgegangen. Pilger und Reisende würden mit hohem Interests diese altehrwürde Treppe besuchen. Keine Stadt der Welt würde ein solches Alterthum unter dem Schutt lasten. Die Fellachen von Silwau, welche Eigenthümer von Grund und Boden und, werden sich wohl abfinden lasten." Afrika. Marokko. Die wichtigen Ereigniste, welche sich seit dem Jahre 1894 in Marokko zutrugen, haben auf die Lage der Juden einen fatalen Einfluß ausgeübt. Der Tod des Sultans Mulep Hast m und die Thronbesteigung seines Sohnes, der beinahe noch ein Kind ist, haben, wie jeder Regierungswechsel, unter dem schlechtregierien Volke Wirren und Aufstände hervorgerusen, welche mehr als einmal das Leben der Juden dieser Gegend in Gefahr brachten. Andererseits erweckte die Expedition Spaniens nach Melilla bei den Mauren einen tiefen Groll, wovon die Juoen gleichfalls den Rückschlag empfanden. Der verstorbene Sultan hatte immer mit großer Energie darüber gewacht, daß Leben und Eigenthum seiner jüdischen Unterthanen refpectirt würden, und wenn auch die Beamten nicht immer geneigt waren, seine Befehle und Wünsche auszuführen, wenn es sich darum handelte, die Juden zu beschützen oder zu vertheidigen, so wußte man doch, daß der Sultan alle Beschwerden annahm und sich bemühte. Allen Gerechtigkeit widerfahren zu lassin. Der Tod des Sultans Muley Hassan war ein großer Verlust für die Juden, und seit dieser Zeit haben die Greuelthaten gegen dieselben kein Ende gefunden. Besonderes Aussehen erregte die Ermordung Moise Benzaguen's und diejenige Mochluf Pinto's im Jahre 1894. Moise Benzaquen mar ^altelmacher und wohnte in einem Weiler, der einen Theil des Dorfes Wad- Raß ausmacht und an der Straße von Tanger nach Teluan gelegen ist Er übte sein Gewerbe in seiner Geburtsstadt und aus den in der Umgebung abgehaltenen Jahrmärkten aus, wo er sich seine Arbeit mit Naturalien bezahlen ließ. Int August 1894 trat er seine gewöhnliche Rundreise an, kam aber nicht wieder heim. In Folge mehrerer durch die Mitglieder der Cultusgemeinde von Tetuan. hauptsächlich von Freunden des Bsnzaguen angestellten Nachforschungen kam man zur Ueberzeugung, daß der Letztere im Walde von Wad-Raß meuchlings ermordet wurde; sein Leichnam blieb aber unauffindbar, und noch heute umhüllt tiefstes Dunkel dieses Verbrechen. Der andere Fall betraf Mochluf Pinto, ein

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