Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 84 (19.10.1896)
- Date
- 1896-10-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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des ma*n. 6) Der ihd Raschi's, nach mehreren Handschriften. 7) Talmud-Jeruschalmi zu nvnp und v'vn, tfopv nach der Handschrift des Baron David von Günzburg. Außerdem sind noch verschiedene andere kleinere Schriften in die Liste unserer künftigen Publicationen ausgenommen. Von der Theilnahme unserer Mitglieder wird es abhängen, inwiefern wir dieses Programm anszuführen im Stande sein werden. Es sollte die Ehrenpflicht eines jeden einzelnen Mitgliedes sein, in seittem Kreise neue Mitglieder für unseren Verein zu gewinnen und sonrit unsere Bestrebungen zu unterstützen. Die Einnahmen betrugen 3767 Mk., die Ausgabe 3110 Mk. Dr. A. Berliner, Kransnickstr. 21. Dermischles. London. Herbert Bentrich, der bekannte Führer der Chawaive Zion, fordert in den jüdischen Zeitungen zu einer größeren gemeinsamen Reise nach dem heiligen Lande auf und verweist mi> Neclst darauf, daß solche Reisen von Gruppen aus allen christtichcn Eonfcssionen schon lange unternommen würden. Bulejawo Ein Telegramm meldet die interessante Thatsache, daß auch hier aus denr fernsten Posten der Eivilisation. an den hoben Fe erlagen Gottesdienst abge alten wurde. Da der gewöhnliche Belsal zu klein war, die neue Synagoge aber noch nicht errichtet ist, so mar es dem Vorstand gelungen, den großen Saal der Börse für die Abhaltung des Feierlagsgottesdienstes zu erwerben. Feuilleton. Helldunkel. Eine jüdische ErMlung aus dem Neben Rrmluandts und Manasse Ben Israels. Von Professor Dr. M a n e f e l d. (Nachdruck aus das Strengste untersagt. Uebersetzungsrechte auch sür die Niederlande Vorbehalten.s So tauchte denn unter den Händlergestalten auch unser Schlome auf, der selbstgemachte Kunstverständige; diesmal war eine Gelegenheit, wie nie mehr eine zweite zu erhoffen war, auf den betretenen Spuren zu dem erwünschten Ziele zu gelangen, zu erwerben, wo der Name des Besitzers den Werth der Sache garantirte. Hercules Seghers, der für Andere Klugheit besessen, für sich aber die Thorheit übte, Hercules Seghers hatte Recht — Thränen aus sein Grab, Thränen der Dankbarkeit weihete ihm Schlome, ots er da auf den Zehen einherging, rechnete und ‘Weber, seufzend, alles Rechnen aufgab. Lassen wir ihn; eine böse Viertelstunde steht ihm bevor! Zu Rembrandt aber tritt in die dämmernde Stube ein hochgewachsener Mann, bärtig und mit wildem Gelock um die Stirne; strenge Züge, an denen die Erlebnisse vielleicht mehr gearbeitet halten, als die Jahre. Und doch — ein einziger Blick genügte dem Maler; und er zog den Mann in seine Arme und jubelte: „Schaul, Schaul — endlich wieder ba!" „Soeben erst gelandet, hörte ich von Euch, Meister Rembrandi — ich nehme mir nicht die Zeit auch nur den Staub der Reise von mir zll schütteln und eile zu Euch — wollte Gott, ich wäre zu einer besseren Stunde gekommen!" Und weinend barg der Ankömmling von Neuem sein Haupt an der Brust des Freundes, der jetzt — ein Stoiker, unbewußt sich selber; denn der schaffende Künstler gewährte den Phantomen der Sorge keinen Raum, — der tröstete, ausredete und heitere Anssicht heransbcschwor. „Manasse hatte Dich so tauge erwartet. Mauasse ist todt." „Ich weiß — ich weiß. Hat er denn keine Briese von mir erhalten?" „Nicht die vielleicht, worauf es cnifam." „Rembrandt, ich bin keilt Schwärmer — viel Hab' ich erlebt, viel gesehen in Brasilien — die Zehnstämme Hab' ich nicht finden können. Mit dem Fuße des Schwärmers hält der Besonnene nicht Schritt und kann ihm nicht folgen. In dieser unruhevollen Zeit, diesem Hoffen und Bangen unseres Volkes — was mag uns noch bevorstehen!" Als Schaul den Atembrandt verließ, begegnete er seinem alten Freunde und Landsmanne, deni Schlome; und verändert wie sie waren, hatten sich die Beiden nur vorsichtig einander zu erkennen gegeben. Schaul hatte den Händler zuerst angeredet. Er hatte sich auch eigentlich am besten konservirt. Ihm war es ja verhältnißmüßig gut gegangen, besser als je. Und der mäßige Schlome hatte den Jahren mit seiner eisernen Gesundheit getrotzt. Nachdenl er sich von dem jüngeren Manne hatte erzählen lassen, theilte er ihm seine eigenen Hoffnungen und Pläne mit, die sich an den Gewinn knüpften, den er sich gelegentlich der Rembrandt'schen Versteigerung versprach. Nachdenklich hörte ihn Schaul an. „Schlome, Ihr wollt Rembrandts Sammlung erstehend" „Warum nicht? Ich setze mein Vermögen auf den Wurf und — der Schlome hat Glück und Segen bei seinen Geschäften." „Das Geschäft dürft Ihr aber nicht machen!" „Wehe! Darf ich nicht machen? Wer will mir's wehren? Ich habe das Geld und verschaffe mir, was mir fehlen sollte. Warurn soll ich das- Geschäft nicht machen?"