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Der Israelit · 1896-10-19 · Heft 84 (19.10.1896) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 84 (19.10.1896)
Date
1896-10-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1599 Nach bem Rücktritte des Dr. Hirsch n vom hiesigen Rabbinatsstuhl, da er einem Rufe aus Hamburg Folge geleistet hatte, führte der Verstorbene eine zeitlang auch im Vereine mit seinem Freunde Dr. Sal omon Knöpfelmacher n die Agenden des hiesigen Oberrabbinats und als Anerkennung dafür ernannte ihn die Gemeinde nach der Berufung Dr. Ehrenfeld's n hieher zum Oberrabbiner-Stellvertreter. Das Leichenbegängniß hat heute, Donnerstag Nachmittags, stattgefunden. Vor der Neusynagoge, dein Wirkungskreise des Verstorbenen, herrschte schon um ein Uhr Nachmittags ein lebensgefährliches Gedränge. Die Sicherheitswache hatte daher große Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Auch das Judenviertel hatte heute Trauer angelegt. Vom jüdischen Rathhause und ebenso auch von der Neusynagoge wehten Trauerfahnen. Aus diesen: Gotteshause wurde der Verstorbene nun zum Grabe getragen. Drei Paar Pferde zogen den Leichenwagen. Vor der Bundeslade des mit schwarzen: Flor umkleideten Gotteshauses stand der Sarg. Lautlose Stille herrschte, als Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld v,3 die Kanzel bestieg und zu sprechen begann. Kein Auge blieb trocken, als der Redner seinem Collegen das letzte Lebewohl sagte. Nach dem Oberrabbiner sprach der Prediger der Meiselsynagoge D r. Kisch. Der Chor der Synagoge stimmte einige Trauerpsalmen an. Um drei Uhr wurde der Sarg in den Wagen gehoben. Unmittelbar vor dem Leichenwagen schritt bis an die Grenze des Judenviertels der Chor, Psalmen singend. Dann folgten die vier gramgebeugten Söhne des Verstorbenen. Nachher folgten die Trauergäste: Vicepräsident desLandesstuhlrathes D r. Z a b u s d), Landesschulinspector Reinisch, Schulrath Dr. Freund, Abgeordneter D r. Z a l u d, der Director des Neuftädter Gymnasiums Dr. Walker mit dem gesammten Professoren-Collegium, Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, die Rabbiner Dr. Kisch, Dr. Kaminka, Dr. Knöpfelmacher, Dr. Grün, Dr. Stark, Dr. Back, Dr. Hirsch, Dr. Poznanski (aus Pilsen), Dr. Weislowitz (aus Tabor) und Dr. Thieberger (aus Goltsch-Jenikau), sowie die Rabbiner von Gitschin, Jglau und Brünn, der Präses des Cultusvorstandcs Dr. Rosenbacher mit der gesammten Repräsentanz, der Präses der Repräsentanz der Landesjudenschaft Dr. Lichtenstern, die Vorstände aller Synagogen, Vereine rc. In der Ceremonienhalle, wie auch am Grabe sprachen dann ein Vorstandsmitglied der Neusynagoge und einige persönlichen Freunde des Verstorbenen. .pan pp^ ■non ntrPtP nrr:a rr.njö *nr (G.) Neutra, ll. Oktober. Dieser Tage wird auch in dem zwischen Preßburg und Stampfen, und zwar am Zusammenflüsse der March mit der Donau gelegenen Grenzorte Deveny (Theben), ein Milenniums-Denkmal feierlich enthüllt werden. Theben ist heute ein Dorf, in denl kaum zehn jüd. Familien leben. Vor elfhundert Jahren aber, also lange bevor noch die Magyaren aus Asien nach Ungarn kamen, war Theben eine große jüd. Gemeinde, deren Mitglieder einen ausgebreiteten Handel auf den zwei genannten Flüssen nach Mähren, Oesterreich und Pannomien, wie Ungarn damals hieß, trieben. In Theben residirte um diese Zeit auch Swatopluk der Große, König des großmährischen Reiches, und die Ruinen seines auf einem Felsen gelegenen Schlosses sind noch heute dort vorhanden. Nach dem Zerfalle Thebens löste sich auch die dortige jüd. Gemeinde auf, und ihre Mitglieder siedelten dann theils nach Prcßburg, theils nach Stampfen über und gründeten dort neue Gemeinden. Wam: die ersten Juden nach Theben gckonrmen sind, läßt sich heute nicht mehr bestimmen, aber wahrscheinlich sind sie bald nach bcm '32' to fsnn (Zerstörung des zweiten Tempels) dorthin eingewandert, da damals Theben gegenüber am rechten Donanufer die berühmte römische Stadt Caranntun: lag, die heute gleichfalls ein Ruinenhaufen ist. Von Caranntun: übersiedelten die Juden später nach dem benachbarten Theben. Literarisches. Berlin, 12. Okt. (Hebräischer Litt erat n r - V e r e i n M e k i z e N i r d a m i m •»jppo man D'DTIJ*) Die Schriften für den XII. Jahrgang befinden sich bereits unter Presse. Es werden erscheinen: 0 Der Schlußband des Wörterbuchs von Jona ibn Ganach. 2) Das Schlnßheft des ersten Bandes von: Diwan Jehuda Ha-Levi's, enthaltend Einleitung, Anmerkungen und Jndiees zum ganzen Band. Gleichzeitig erscheint aber auch 3) Das erste Heft vorn zweiten Bande des erwähnten Diwans, Liebeslieder und Hochzeitsgedichte enthaltend. 4) Supplementband zum Machsor-Vitry, enthaltend. Einleitung, Register und Jndiees, wie auch Ergänzungen zum Machsor selbst. 5) mxjp tox von Jsal Pisa, eine Schrift gege:: Jedajah Bedarschi's tok. 6) Ein Sammelband, verschiedene Abhandlungen enthaltend. Zugleich zeigen wir den verehrlichen Mitgliedern an, daß für die weiteren Publikationen vom Comite des Vereins ein näheres Programm festgestellt worden ist, gemäß tvelchem in Aussicht genommen worden sind: l) Die Sammlung der religiösen Poesieen Jehuda Ha-Levis. 2) Fortsetzung der von Harkavy begonnenen Veröffentlichung der bisher unedierten Schriften Saadjas. 3) Die Nesponsen des Rabbenu Tan: im Sefer Hajaschar, nach Handschriften bearbeitet von Dr. Rosenthal. 4) Das handschriftliche TOBt? ppn von Jehuda Barcelona 5) Die noch fehlenden Theile des mrmt, des sp^n 'hm und

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