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Der Israelit · 1896-10-15 · Heft 83 (15.10.1896) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 83 (15.10.1896)
Date
1896-10-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Huygens, der Vermittler mit den Fürsten; die rechtskundigen Freunde, seine ehemaligen Schüler, jetzt die Größen des Tages, Six? Was that Tulp? Ein Anderer war es, der ihm sein Porträt malte mit einer Kerze neben sich und der Devise: aliis inserviendo consumor. Aliis, doch für den Rembrandt nicht. Wo blieb Flinck? Er, der reich war und ein opulentes Haus führte, das eine schöne Gallerie voller Statuen und italienischer Bilder enthielt? Vielleicht konnten die Freunde nicht anders. Vielleicht hatten sie, als praktische Männer, die Nothwendigkeit eingesehen, daß Rembrandts Verhältnisse von Grund aus aufgeräumt und durch das Gesetz geordnet werden mußten; vielleicht, daß sie ihm ihre Stütze nicht entzogen und ihm geholfen haben sich zu ordnen. Six, damals Bürgermeister, that Schritte, die gerichtliche Versteigerung des Rembrandtischen Besitzes zu verhindern. Jetzt suchte er den Mann des Unglücks auf, das Herz voll edlen Entschlusses und die Hand zur Hülfe bereit. Aber wie erstaunt er, als er den Künstler anr Fenster wieder mit einer Kupferplatte erblickt, der jetzt den Kopf emporhebt von der Arbeit, das lebendige Feuer des Schaffens in den herrlichen Augen. Und da Six, zögernd vor innerer bescheidener Zurückhaltung, seine Vorschläge anbringt, bittet und drängt, lächelte der große Mann erst wehmüthig, dann faßte er sich stolz: „Nicht einmal meine Pinsel und Farben sollt Ihr mir zurücksteigern, Freund Six!" Und Rembrandt zeigte dem Freunde einige seiner letzten Arbeiten, die* in ihrer Technik und koloristischen Wirkung etwas von dem Früheren Verschiedenes enthielten, wofür wir nur widerstrebend den kühlen Ausdruck gebrauchen, „eine neue Manier." Eine fahlgelbe Farbe dominirte darin, zu der alles Uebrige harmonisch zusammenwirkte, braune, gelbe, perlgraue und neutrale Töne, dazu lebhafteres Roth, das aber doch auch gedämpft und blaß sich mit dem Braun und Gelb verband. Grisaillen hat man diese Bilder genannt; der Name giebt aber die Sache nicht wieder. Dazu der eigenthümlich an Franz Hals erinnernde breite und platte Farbenauftrag, der die komische Behauptung veranlaßte, Rembrandt habe zuletzt nicht mehr mit Pinseln, sondern mit der Fingerspitze gemalt. So verließ Six, dem das banale Trosteswort allerdings auch nicht angeftanden hätte, mit Händedruck den Künstler, den die eine tröstliche Zuversicht, das Erbe seinem Sohne Titus doch ungeschmälert erhalten zu können, nahezu unempfindlich machte gegen Alles. Mochte sich nun die Menge der Händler und Liebhaber um seine Versteigerung drängen, begucken und betasten. Ach, wenn es Achilles Waffen gewesen wären, so fehlten diesmal die Helden, die Ajax und Odysseus, die um ihren Besitz den Wettkampf führten! Ganz Holland war in den Tagen finanziell erschöpft und krank, so daß den großen Kunstliebhabern, den Männern an der Spitze der Staatsgeschäfte und der städtischen Angelegenheiten die Hände ziemlich gebunden waren. Waren aber die Löwen im Garne, dann hatte das kleine Raubzeug gute Jagd. (Schluß folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch S. F. Steinacker, Leipstg, Doßplatz 18. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltige Petitzcile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Rücksendung von an die Redaktion eingesandten Mannscripten findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Inhalt (Hauptblatt) r Leitender Artikel: Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Hamburg. Bocholt. Aus Württemberg. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Triest. Görz. Griechenland: Korfu. — Mittheilungen aus den jüd. Armenoereincn und für dieselben. — Vermischtes. — Feuilleton: Helldunkel. Eine jüdische Erzählung aus dem Leben Rembrandts u. Manasse Ben Israels. Von Professor Dr. Manefeld (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage r Leitender Artikel: Das Sefer Hamispar. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Hamburg. Gelnhausen. Leer. Karlruhe. — Vermischtes. Inhalt der zweite« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Budapest. Australien: Sydney. — Gerichtszeitung. Verantwortliche Rebaction: Oscar Lehmann in Mainz—Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hier-« zwei Beilage«.

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