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Der Israelit · 1896-10-15 · Heft 83 (15.10.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 83 (15.10.1896)
Date
1896-10-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1580 Mtheilungen aus de» jüd. Aruttinereilleu Ulld für dieseldr». (SLmmtliche jüd. Wan-erbettelvereine und Kassen für Durchreisende sind gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thätigkeit machen, zukommen lassen.) Tauberbischofsheim (Baden), 11. Oft. Eine wohllöbl. Redaktion des „Israelit" gestatte ich mir hierdurch auf einen gewissen $ ... 33 ... . aufmerksam zu machen. Derselbe wurde in Tauberbischofsheim verhaftet und wegen Bettelns und Landstreicherei bestraft. Er giebt sich nämlich als Verfasser eines noch zu schreibenden historischen Werkes aus, dessen angebliche erste Lieferung er bei sich trägt. Nur zur Aufbringung der Druckkosten des Werkes, das von der Schöpfung bis zur Gegenwart reichen soll, will er, wie er vorgiebt, die Wohlthätigkeit seiner Glaubensgenossen in Anspruch nehmen. Nun hat sich aber in Tanberblschofsheim nach eingehender Prüfung des Sachverhalts durch das Großh. Amtsgericht herausgestellt, daß der bewußte Bleicher seit 1889 in Sesterreich und Deutschland Gesammt beträge von mehreren tausend Mark kollektirt hat, ohne je über die sogenannte erste Lieferung des angeblichen religiösen Riesenwerkes hiuauszugelangen. Er verbringt vielmehr seine ganze Zeit damit, das; er in Begleitung eines Dieners herumreist und, be sonders in kleineren Gemeinden, Gelder fannnelt. Um seinen Vorspiegelungen den nöthigen Nachdruck verleihen zu können, läßt er die erste Lieferung immer wieder drucken. Dabei mißbraucht er die Wohlthä tigkeit in doppelt unredlicher Weise, indem er in einem stets mitgeführten Buche häufig sowohl die Namen der Spender, als auch die Höhe der Beträge fälscht. Was die sogenannte erste Lieferung angeht, so scheint sie die Ausgeburt einer überreizten Phantasie zu sein und ist jedenfalls völlig unbrauchbar für Schule und Familie. In welchen! Grade übrigens der bewußte Bleicher gualifizirt erscheint, auf die Rcligösität fördernd zu wirken, ergiebt sich aus einer einzigen Thatsache; Er kam in Tauberbischofsheim au einem Freitag Mittag an und besuchte die meisten Gemeindemitglieder. Den Freitag- Abend-Gottesdienst dagegen besuchte er nicht. Fa er wurde nur durch seine an d e m f e b e u A b e n d im Bahnhof erfolgte Verhaftung verhindert, am Sabbat nach Mosbach zu fahren. (Armenvereine und Cassen erhalten von uns auf Verlangen private Mittheilung über uns inzwischen eingegangene Informationen, da ivir Manches, was für den gesammten Leserkreis des „Israelit" nicht von Interesse, nicht hier zum Abdruck bringen wollen. Auch der volle 'Namen des obenerwähnten Mannes kann auf Verlangen von uns angegeben werden. Red. d. Jsr.) | Aiermischles. s. Niederweisel (bei Butzbach), 9. Oct. Bei der Wahl eines Vorstehers der hiesigen Cultusgemeinde siel diese auf Herrn Isidor Krämer, und zwar einstimmig. London (Spenden d e r B a r v n i n t>, l a r a Hirsch in London). Wir bringen in Folgendem eine vollständige Liste der Spenden, welche durch Herrn George Herring im Namcu der Baronin Hirsch Hospitälern und anderen Wohlthätigkeitsanstalten zugekommen sind. Jüdisches Reconvalescentenhcim Pfund tOOO; Spital im Nordwesten von London Pfund 1000- Spital in Poplar P und 700; Spital für Luvt enkranke in Brompton Pfund 000; Ohnring- ( 'ross Spital, Gup's Spital, Londoner Spitals Spital in Middlesex. St Georges Spital, St. Mary's Spital, Hauptstädtisches Spital je Pfund 500; Hauptstädtisches Recoiwaleseentenheim Pfund 400; Königliches Spital für unbemittelte Pfund 000; Rettungsgesellschaft Pfund 000; Königliches Blindcninstiut. Spital für Zahnkravkhciteu, Französisches Spital, Deutsches Spital, Kindei spital in der Großen Ormondstraße, Kinderspital im Rordosten von Lon on, Lock-Spital, Königin Gharlotte - Spital für Wöchnerinnen, Reconvalcsccnteuheim in Eastbourne, Vicloria-Spital und Rceonvaleseentenbcim, Königliches Irrenhaus. Londoner Waisenhaus in Watscnt, Spital für Waisenkinder je Pfund L0<>; Britisches Waisenhaus in Slough Pfund 1<«>; zusammen Pflmd 10.500. Soerobayo. Der König von Isam besu! te kürzlich unsere Stadt und bei dieser Gelegenheit die großen Diamantengruben von Wolf. Wuu Dank für den Gnipsang. der ihm bereitet wurde, hat der König Herrn Wolf eine goldene Uhrkette zum Geschenk ge.nacht. Feuilleton. Helldunkel. Eine jüdische ErMnng aus dem Leben Nemtn nnüls und Mminsse Ken Israels. Von Professor Dr. M a n e f e l d. sliachdriick niis dntz Tlrciihstc untersaqt. Uebersetzungsrechte auch fiir die OUederlande Vorbehalten.) Und Sasportas, der Mann der stählernen 9!erveil, der erfahrene, erkannte die Gefahr und nickte denr Hausvater zu und sprach leise; „Willfahrt seinem Wunsche! Vielleicht hat er doch Recht!" „Wer ist der Gast, der in mein Haus Segelt und Freude bringen sollte und der es jetzt zum Hause der Trauer machen will?" „Manasse Ben Israel. Wir kommen von England." „Ich kenne den Mann nicht," sagte der schlichte Kaufmann, der hinter den gewaltigen Schutzdämmen, womit das Wasser umgebene Seeland sich unaufhörlich wachsam gegen die Fluthen des Ozeans zu wahren sticht, weltvergessen, ein in seiner Art glückliches Dasein führte. Sasportas wollte die Hände zitsammenschlagen vor Erstaunen, besann sich aber, daß das nicht der Moment sei und sagte daher einfach; „Ein frommer Mann." „Und was hattel Ihr in England für Geschäfte

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