Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 81 (8.10.1896)
- Date
- 1896-10-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1542 Wiederholte Petitionen richtete Manasse noch an das englische Parlament, erhielt auch neuerdings die Einladung nach England zu kommen. Da das Parlament inzwischen aufgelöst worden war, so konnte er die Reise nicht eher antreten, bis er vom Protektor selbst berufen wurde. Seinen Sohn, Samuel Ben Israel Soeiro, den er vorausschickte, ernannte die Universität Oxford, wohl einer Willensäußerung des Protectors zufolge, zum Doktor der Philosophie und Medizin und ehrte ihn, nach dem Gebrauch mit dem goldenen Ring, dem Baret und dem Friedenskuß. X. Der ruhmreiche Siteirr oder das Standbild NebukadnezarS Im April des Jahres 1655 in abendlicher Stunde saß Rembrandt, dem Spiele seines Knaben Titus zusehend, in seinem blauen Zimmer, darin ehedem Saskia's poesievolle Erscheinung gewaltet hatte. Dorthin geleitete jetzt eine Dienerin, Handrikie Jaghers einen Besuch, Manaffe, der alsbald mit sonst ungewohnter Erregtheit den Maler von jenen Dingen zu unterhalten anftng, die ihn selber in der letzten Zeit beschäftigt hatten. Roch immer ging es nämlich unruhig zu in den gelehrten Heerlagern, wo die Köpfe nicht wenig erhitzt waren und das geschriebene und gedruckte Wort sich nur mit dem schweren Geschütz der Autoritäten bekämpfen ließ. Apokalyptische Schwärmereien vom tausendjährigen Reich der Heiligenherrschaft, wie sie in dem Schreiben des tyrolischen Edelmannes, Johannes Mochinger und des Schlesiers Abraham von Frankenberg ausgesprochen, fanden in Manaffe Ben Israels Herzen eine wiederhallende Saite; erwartete doch auch er noch immer das — nach kabbalistischer Verkündigung — baldige Eintreffen der Messiaszeit. Im Dezember 1654 war des böhmischen Arztes, Mystikers und Alchimisten, Paulus Felgenhauer, „Frohe Botschaft re." in Amsterdam selbst erschienen und Manaffe mußte auf die extravagante Schrift, die ihm ausdrücklich gewidmet war, antworten. In kluger Weise hatte er das im Februar 1655 gethan, indem er die den Juden günstige Seite darin freudig begrüßte, das Uebrige aber schweigend überging. Er selber aber hatte eine Abhandlung über das fünfte Weltreich der Danielischen Prophetie ausgearbeitet, um diese im Sinne der selbstständigen Herrschaft Israels auszudeuten. Das Manuscript dieser Abhandlung hatte Manaffe jetzt bei sich. Und vom Titel an wurde Rembrandts malerisches Interesse auf's Lebhafteste erregt. Der Titel aber lautete: „Der edle Stein oder das Standbild Nebukadnezars." „Der Stein aber, der das Bild geschlagen, wurde zu einem gewaltigen Berge und stillte die ganze Erde. (Daniel 2. V. 35.) (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal. Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirl ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Kmhhandet verkehrt durch E F. Ktrtnacker, Leipzig, Uoßplah 16. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. öftere.. für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Rücksendung von an die Redaktion ringesandten Manuskripten findet nicht statt, man bittet deshalb, fich von allen Einsendungen eine Capie zuritckzubehalterr. Inhalt (Hauptblatt) r Leitender Artikel: Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft zu Frankfurt a M. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Gleiwitz. Oesterr.-Ungar. Monarch«: Preßburg. Abony Orsova. Italien: Rom. England: London. Schweden: Stockholm. — Vermischtes.— Feuilleton: Helldunkel. Eine jüdische Erzählung aus dem Leben Rembrandts u. Manaffe Ben Israels. Von Professor Dr. Manefeld (Fortsetzung). Inhalt der erste« Beilage r Leitender Artikel: Mein Religionsbuch. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Bad-Kisfingen. Frankreich: Paris Türkei: Konstantinopel. Dänemark: Kopenhagen. Amerika: New-Aork. Egypten: Kairo. — Vermischtes. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Paris, Braunschweig, Arad. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: England: London. Extra-Beilage: Spendenverzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz—Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gescllschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.