Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 81 (8.10.1896)
- Date
- 1896-10-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1539 meindekörperschaften zu erhalten, deren gedeihliches Zusammenwirken allezeit zu fördern. Ein treuer Sohn seines Glaubens und erfüllt vor wahrer Frömmigkeit, hat er nach Außen hin das Judenthum jederzeit würdig vertreten. Selbstlos und hilfsbereit stand er mit seinem bewährten Rath jedermann zur Verfügung. Seiner aufopfernden Wirksamkeit und seinem echten Humanilätssinn haben wir die Begründung und das Aufblühen vieler wohlthätiger Ein» richtungen zu verdanken, welche für immer mit seinem Namen verknüpft sein werden. Durch das Hinscheiden dieses hervorragenden, uneigennützigen und edlen Mannes hat unsere Gemeinde einen unersetzlichen Verlust erlitten. In den Herzen unserer Gemeindemitglieder bleibt aber dem Entschlafenen ein unauslöschliches. dankbares Andenken gesichert." Die Beerdigung findet morgen Montag Nachmittag statt. Oest err.-Ungar. Monarchie. (te) Pretzbrrrg, 2. October. Auch zu Ihnen wird gewiß während der Feiertage das Gerücht gedrungen sein, daß über unserer berühmten Jeschibah, die doch ein w'n v'v npv ist, das Damoklesschwert der Schließung schwebe. Es hieß nämlich, daß der hiesige Bezirksschulrath die Zustände in unserem Beth- Hamidrasch als höchst sanitätswidrig bezeichnet habe, und wolle er daher beim Cultusministerium, unter dem die Jeschibah steht, deren Schließung beantragen. Das Gerücht verfehlte nicht unter den Orthodoxen Ungarns großes Aufsehen zu erregen, da doch die Pceßburger Jeschibah einen Weltruf genießt, von der man wirklich sagen kann: min xxn pixo. Auch für unseren nbvn iiuv und seine zahlreichen Schüler märe dies wirklich eine Katastrophe gewesen, wenn sie ihre fromme Beschäftigung, wenn auch nur temporär, hätten unterbrechen müsien. Das Gerücht erwies sich jedoch bald, Gott sei Dank, als ein falsches und hatte seinen Ursprung darin, daß der Bezirksschulrath die Sanitätszustände in der hiesigen jüd. Bürgerschule als nicht ganz gesetzmäßig bezeichnet hatte. Unsere Jeschibah wird daher ihre gottgeweihte Thätigkeit jetzt, da die Feiertage vorbei sind, wieder mit vollen Kräften aufnehmen können. (R.) AboM), 1. October. Im Aufträge der hiesigen Chewra-Kadischa hat unser Rabbiner D r. Beta Vajda eine in ungarischer Sprache geschriebene Geschichte unserer Gemeinde verfaßt, die nahezu 180 Seiten stark und hier viel gelesen wird. In Abony hat noch vor vierzig Jahren der vm na als Rabbiner gewirkt, der auch cein war. Bald aber nach besten Pensionirung wurde die kleine Jeschibah durch einen Ukas unseres fortschrittlichen Gemeindevorstandes unterdrückt, und deren Jünger zerstreuten sich nach allen Weltgegenden. Orsova, 1. October. In unseren Tagen ist es nichts Seltenes mehr, daß ein Monarch einen Juden zur Tafel zieht. Daß aber ein Jude die Ehre hat, mit drei Monarchen zugleich an der Tafel zu sitzen, das ist gewiß was Seltenes und verdient daher publik zu werden. Zur Galatafel, die unser Kaiser-König am Sonntag hier anläßlich der Eröffnung des Eisernen Thores zu Ehren der Könige von Rumänien und Serbien gegeben, wurde auch der Cultusvorstand unseres Bezirkes, Herr Salomon S t e r n th a l geladen. Herr Sternlhal hatte übrigens auch die Ehre, den Kaiser-König in einer besonderen Audienz feierlich begrüßen zu können. Italien. (n) Rom, 20. Sept. In Folge der nun begonnenen Demolirung des hiesigen Ghetto waren auch die in demselben befindlichen Synagogen und Bel- Häuser in Gefahr, niedergeristen zu werden, damit sich dann an deren Sülle moderne Zinskasernen erheben können. Die Stadt wollte zwar für den Grund und Boden, auf dem diese Gotteshäuser stehen, unserer Cultusgemeinde eine entsprechende pecuniäre Entschädigung gewähren, aber nichtsdestoweniger schreckte diese stets vor dem Gedanken zurück, daß diese heiligen Plätze, in denen seit Jahrhunderten die Andacht verrichtet oder die heilige Lehre von den Zierden Israels vorgetragen wurde, nun zerstört werden sollten, um profanen Bauten Platz zu machen. Das Gerichtstribuual hat jedoch jetzt erklärt, daß alle diese heiligen Stätten ewiges, unveräußerliches Eigenthum unserer Cultusgemeinde seien, und habe daher die Stadt kein Recht, dieselben zu expropriiren. Die Zerstörung und Demolirung dieser Gotteshäuser wurde dahier auf eine unabsehbare Zeit verschoben, und wir werden daher hoffentlich noch Jahrzehnte in denselben unsere Andacht verrichten können. England. London, 4. Oktober. Heute wurde die neue „Sp a n i sche un d P o rtugies isch e Sy nag og e" im Westend feierlich eingeweiht. Nachdem die üblichen Umzüge mit den Thorarollen, woran sich zunächst der Chacham der Portugiesen Dr. Gafter, und der Chief Rabbi der Aschkenasim, Dr. Adler, sodann die Vorsteher Sir Joseph Sebag Montefiore (Neffe des seligen Sir Moses), Abr. Mocatto k. betheiligten, beendigt waren, hielt Herr Dr. Gaster eine begeisterte Festrede, in der er u. A. daran erinnerte, daß sowohl der erste als auch der zweite Tempel in dieser Jahreszeit eingeweiht wurden und daß das Heiligthum in dem Inneren der Gemeinde aber nicht in der Gebäulichkeit ruhen müsse. Der Redner schloß mit einem Gebete für die Königin. Die beinahe zweistündige Feier endigte mit Choral-