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Der Israelit · 1896-10-05 · Heft 80 (5.10.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 80 (5.10.1896)
Date
1896-10-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1529 zum Schiff, um ihr bischen Gepäck besorgen zu laffen. Die drei Balbattim waren gestern Abend bei mir. Ich Hab heut morgen mit'm Parnes, R. Jankef Peckofen über sie gesprochen. Einer is dabei, er scheint nur ein großer Lamden zu sein, er heißt Reb Jonne Rothenburg. — ... ." „Was", fiel Rabbi Abraham, der die ganze Zeit ruhig auf den Wortschwall seines Bekannten gelauscht hatte, diesem in die Rede. „Was!, Reb Jonne, sagt Ihr, Reb Jonne Rothenburg, den kenn' ich, wo ist er?" „Wo soll er sein? In der Schlafstub' bei Leib Frankforter. Aber heute Abend is er bei mir. Das Kind, das gestorben is, war sein Kind. Aber dagegen hat er ein Jung,' der wird in drei Wochen Barmitzwe, ein Jllui, ein Chochem, sag ich Euch. . . „So, so", sagte Rabbi Abraham, „nebbich"!, „war das Kind von R. Jonne, und wird schon sein Sohn bald Barmitzwe, auch hier in Amsterdam. . . . Ja, ja, Gedaulim maase haschem." .... Und er schwieg nachdenkend still. „Was soll man sagen?" fuhr der redselige R. Anschel fort, „man muß kodosch borchu danken für sein Chessed, daß hier Cheires ist. ... Ich will Euch selbst noch was erzählen, aber lieber Rebbe, besod saudes, es darf keiner etwas wissen, kein Mensch!" (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Leer (Ostsriesland), 2. Okt. Bor einigen Monaten sind in hiesiger Synagogengemeinde Zwistigkeiten ausgebrochen, die zur Folge hatten, daß mehrere Mitglieder ausgetreten sind und eine neue Gemeinde unter dem Namen Jeschurun gebildet haben. Die Synagogengemeinde hat eine neue Friedhofsordnung erlassen, welche die behördliche Genehmigung erlangt hat. Dieses neue Statut gestattet den aus der Synagogengemeinde Ausgetretenen sowie deren Familienmitgliedern das Betreten des Friedhofes nur mit besonderer schriftlicher Erlaubniß, untersagt gänzlich das Halten von Leichenreden bei Beerdigungen von Ausgetretenen oder deren Familienmitgliedern, sowie das Aufstellen von Leichensteinen oder sonstigen Erinnerungszeichen auf deren Gräbern. Die Leichen der Ausgetretenen werden nicht in der für die Gemeindeglieder geltenden Reihenfolge, sondern außer derselben an jedesmalig anzuweisenden Plätzen beerdigt. Vom Eingang des Friedhofes an haben sich die Ausgetretenen jeder Thätigkeit bezw. Hantirung mit dem Sarge zu enthalten. Der weitere Transport erfolgt durch Beauftragte der Gemeinde gegen Vergütung von 20 bis 50 Mark. Wie es heißt, wollen die Mitglieder der Jeschurun gegen diese überaus schroffe und „schneidige" Ordnung protestiren. Dt. Gylau, 24. Sept. Am 1. Oct. er. tritt der Kultusbeamte Herr Julius Cohn in den wohlverdienten Ruhestand. Nahezu 25 Jahre hat er in seltener Pflichttreue seines verantwortungsvollen Amtes als Prediger, Lehrer und Cantor in obiger Gemeinde gewaltet. Sein reiches, talmudisches Wißen, sein biederer, ehrbarer Charakter, sein Wohlthätigkeitssinn und sein unverfälschter Humor haben ihm die Herzen Aller im Sturme erobert. Anläßlich seines 70. Geburtstages und 50jährigen Amtsjubiläums, welch' beides er vor ca. 4 Jahren beging, zeigte sich so recht die Liebe und Verehrung, die ihm von allen Seiten gezollt wird; desgleichen bei seiner goldenen Hochzeit, die zu feiern ihm vor 2 Jahren beschieden mar. Möge es dem wackeren Mann vergönnt sein, seinen Lebensabend, umgeben von der Liebe seiner Kinder und Enkelkinder, fernab von den Geräusche der Welt, heiter und sorglos zu verleben. Das walte Gott! Aus Bayern. Gar zu oft schon wurde in Ihrem geschätzten Blatte Klage darüber geführt, daß einzelne Herren aus Jerusalem durch Zusendung aus Olivenholz. Glaubensgenossen belästigen. Es scheint nun, daß sich diese Herren nicht mehr mit Glaubensgenoffen begnügen, sondern ihr unliebsames Spiel auch mit Christen treiben. So erschien folgendes Eingesandt in Bamberger „Neueste Nachrichten": „ES ist kaum zu begreifen, daß aus Jerusalem der Hauptstadt von Palästina, der Stadt Davids, aus dein Lande der Hebräer nach Oberfranken zunächst Bamberg an einen Herrn, welcher Katholik ist, eine Aufforderung ergangen, er möge bei seinen Glaubensgenoffen (?) für einen armen kranken Israeliten dort gegen Einsendung eines schön gearbeiteten Olivenholzes milde Gaben sammeln, gewiß eine sehr auffallende Geschäftsverbindung!" Es wäre Zeit, daß diesem Unfug ernstlich gesteuert niGd. O e st e rr.-Un gar. Monarchie. Hotteschau, l. Okt. In Ihrem geschätzten Blatte brachten Sie vor Kurzem eine Notiz über das Leichenbegängniß des rntten nn R. Emerich Weiß i'ST, Rabbinatsassessor in Leipnik, bei welcher Gelegenheit ein „Rabbiner", David Frankfurter, „Rabbinatsaffessor in Holleschau", ebenfalls eine Rede gehalten haben soll. Dieser Passus hat in Holleschau und Leipnik vollberechtigtes Aufsehen erregt, da es der Holleschaner Gemeinde nicht zur Ehre gereicht, daß in einem, in eonservativen Kreisen hier gern gelesenen Blatte Herr David Frankfurter als Rabbiner und

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