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Der Israelit · 1896-10-05 · Heft 80 (5.10.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 80 (5.10.1896)
Date
1896-10-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1580 als ihr Rabbinatsafsessor bezeichnet wird, da die Gemeinde Leipnik bei einer solchen öffentlichen Feier einem Manne von der Qualität eines David Frankfurter das Wort nicht ertheilt hätte. Herr David Frankfurter war vielmehr gar nicht in der Lage das Wort zu ergreifen und befaß auch niemals die Befugniß, sich hier den Titel eines Rabbiners oder Rabbinatsaffeffors beiznlegen. Derselbe hatte bis zum 1. Juli das Amt eines Talmud- Thora-Lehrers zu versehen, mit der Verpflichtung, die toto zu beaufsichtigen und im Nothfalle selbst als Aushilfsschächter zu fungiren. Am 1. Juli wurde er wider seinen Willen feines Amtes enthoben. Im Namen unserer Gemeinde, in welcher stets rninn nn» pjs^n gewirkt haben — wir erinnern an rrr&jft "pön yrestn — ersuchen wir dringend von Obigem Notiz zu nehmen. Der Cultusvorstand. Rußland. Petersburg, 1. Okt. Die Negierung und ein Theil der Preffe des Großfürstenthums Finnland zeigen ein loyales Verhalten gegen die Juden und unterscheiden sich dadurch auf das Vortheilhafteste von Regierung und Preffe in Rußland. In nächster Zeit wird der finnische Landtag auch das aus alter Zeit stammende Judengesetz abschaffen bezw. umändern. In der Hauptsache handelt es sich um Modifikation des Niederlaffungsrechtes der Juden. Bisher erfreuten sich nur solche Juden des Niederlassungsrechts in Finnland, die ihrer Militärpflicht in Finnland Genüge geleistet haben. Der Sohn eines in Finnland ansässigen Juden, der z. B. in einem russischen Gouvernement gedient hat, geht dieses Umstandes wegen seiner Ansässigkeits-Berechtigung für Finnland verlustig, ebenso wie die Tochter eines finnländifchen Juden, die einen nichtsinnländischen Juden heirathet. Alle diese Beschränkungen sollen aufgehoben werden und nachdem auch die vor einiger Zeit eingebrachte Vorlage über Erweiterung der jüdischen Gewerbesreiheit aeceptirt sein wird, wird Finnland in dein intoleranten Zarenreich eine freundliche, menschenwürdige Ecke für die Juden bilden. Aus der Lehrerwelt. Danzig. (Verein jüdischer Religionslehrer.) Behufs Gründung eines Vereins hatte sich in den Pfingsttagen d. I. eine Anzahl jüdischer Religionslehrer dahier zusammengefunden. Dieser Verein ist nun ins Leben getreten. Der Vorstand besteht aus den Kollegen Jaffe und Braun—Dt.-Krone und Geisenberg-Marienwerder. Der Verein ist ein Glied des Verbandes der jüdischen Lehrerwelt im Deutschen Reich. Wir wünschen dem Verein, daß es ihm vergönnt sei, die Interessen seiner Mitglieder zu wahren, hoffen jedoch, daß die Mitglieder sich nunmehr nicht vom Allgemeinen Deutschen Lehreroerein kos sagen werden. Denn wir Lehrer, ob evangelisch, katholisch oder jüdisch, gehören nun einmal zusaminen — nicht nur unsrer gemeinsamen persönlichen Interessen wegen, sondern auch als Vertreter der Schule, als Erzieher des deutschen Volkes. vermischtes. Berlin, 1. Okt. Eine rein jüdische Partei in Oesterreich zu gründen, dieser (Gedanke wurde, wie der „Münchener AUgem. Ztg.^ berichtet wird, in einem Vereine jüdischer Wühler in Wien erörtert. Als Grund hierfür wurde ins Feld geführt, daß sich die Liberalen nicht scharf genug gegen den Antisemitismus einsetzen. „Es kam, wie es scheint, nur deßhalb noch nicht zu dieser, übrigens von mehreren Rednern lebhaft angefochtenen Entscheidung, weil inan den Liberalen Zeit geben will, sich zu bessern." Berlin. (Ein jüdischer Flugtechniker.) Derzeit construirt der Flugtechniker David Schwarz aus Agram auf dem Terrain der militär-äronautischcn Anstalt in Berlin eine Flugmaschine, welche demnächst in Gegenwart des deutschen Kaisers und der Vertreter des deutschen Generalstabes den ersten 'Aufstieg machen wird. Das Problem des Flugtcchnikers Schwarz erregt in Fachkreisen das größte Interesse. Aus der Provinz Posen. Herr Dr. Louis Lewin wurde zum Rabbiner am Beth-Hamidrasch in Jnomrazl a w gewählt Seine Ausbildung hat derselbe an dem unter der Leitung Sr. Ehrw. des Heren Rabb. Dr. Hildesheimer ’"j stehenden Rabbinerseminar erhalten. Mosbach i. B- Am 1. November d. I. feiert der in weiten Kreisen bekannte Bezirks-Rabbiner und jüdische Historiker Herr Dr. Löwcnstein dahier sein 25jährigcs Tienstjubiläum. Colmar. In Ausführung der Legate der Eheleute Michel Weil hat d.'.s israelitische Konsistorium des Unter- Elsaß beschlossen, nachstehende fünf Tugendprerse auszntbeilen: 200 Mark an Frau Wittwe Jakob Strauß zu Weitersweiler: 200 Mark an Herrn Salomon Mach, Vorsänger zu Merz weiler: 200 Mark an Herrn Benjamin Woks, Vorsitzender der 8»eietö mut,uelte zu Mülhausen; 100 Mark an Frau Wittwe Marchand ZU Metz: 100 Mart an Frau Wittwe Jabloiiska zu Schalbach. KtttaiS (Rußland). Die Inden haben sich Hierselbst so stark vermehrt, daß sie infolgedessen sehr eng in ihrem Viertel beisammen wohnen müssen, Nun sollen auf Befehl der Behörde 190 Familien >700 Seelen) ansüehen und ihren 'Wohn sitz nach Sagure verleg n. Die Betroffenen haben an höherer Stelle hiergegen eine Bittschrift eingereicht. Amsterdam. Die junge Königin von Holland, Emma feierte vor Kurzem ihren Geburtstag. Zur Feier desselben wurde im Jndustriepalast ein Kinderfest (für dreitausend Kinder) gegeben. Bei dieser Gelegenheir erhielten die jüdischen Kinder, die an dem Feste theilnahmen, koschere Speisen. Letzte Nachrichten. London, 30. Sept. Gestern wurde, wie ich Ihnen in voriger Nuinmer bereits kurz berichtete, hier in der ehrwürdigen Guildhall mit dem durch Jahrhunderte üblichen alterthümlichen Ceremoniell, für das im Noveinber beginnende Amtsjahr ein Israelit zum Lordmajor (Oberbürgermeister)

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