Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 80 (5.10.1896)
- Date
- 1896-10-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1524 heit, Glück und Gedeihen und hoffen, daß das Blatt seinen großen Einfluß anch fernerhin dem Judenthum nicht versagen wird." Der „Daily Ehroniele" erwidert auf's Herzlichste die Grüße und Wünsche Mr. Cohen's und seiner Glaubensgenoffen._ Literarischer Bericht. JTTV ’Ö NN8 Ein Versuch zur Erklärung des Zahlenräthsels am Schlüsse der Hagadah schel Peßach ausgeführt in fünf Predigten zum rw und Peßach- Fefte von Rabbiner Dv. Carlebach i n L ü b eck. Rödelheim. S. Leyrbergeru.Cie. l896. Die Kenner der bereits erschienenen Publication des gefeierten Kanzelredners werden dieser neuesten Veröffentlichung sicher daffelbe Interesse entgegen bringen, mit welchem wir dieselben in die Hand nehmen und sich mit uns freudig überrascht finden über diese neue Seite aus dem reichen Wisiensschatze des genialen Autors. Die überraschende Fülle geistvoller Gedanken getragen von einer schlichten, edlen Sprache, die nicht nach glänzenden Phrasen hascht, welche sonst die fehlenden Gedanken zu ersetzen bestimmt sind, sondern knapp und präcis sich zur Sache hält, kennen wir bereits aus den früheren Predigten des Verfaffers. Was die vorliegenden besonders auszeichnet, ist der Umstand, daß es äußerlich formvollendete moderne Predigten sind, die aber, was innere Gehalt und Diktion betrifft, mm von altem Schrot und Korn sind, daß es also alter Wein in neuen Flaschen ist, der uns hier präsentirt wird und deßhalb die Freunde moderner Predigten wie diejenigen alter mm in gleicher Weise befriedigt. Was die Art und Weise des behandelten hochinteressanten Themas an und für sich betrifft, so müffen wir auf die Behandlung selbst verweisen, wie sich an der Hand dieses Führers der tiefere Sinn der Zahlen und ihrer Sujets ungefucht wie von selbst ergibt. Als Zeichen für die Aufmerksamkeit, mit der wir die voliegende Schrit't gelesen haben, sei auf eine Stelle Seite 23 verwiesen, wo von rrraa die Rede ist, wenn, wie voriges Jahr nLv mj? auf einen rne> fällt. Der Verfasser citirt verschiedene Schriften, in welchen er nichts darüber gefunden hat, warum in einem solchen Falle pvn m'22 stattzufinden hat. — Wir erlauben uns auf p'L' nrnc ’nw. zu verweisen, wo m der Gegenstand erörtert wird. Ebenso findet sich eine sehr instruktive hierüber in der nee bv man mit den cws des idid cnn von -i'wBJjnnj? bx'ötr "i. Die Schrift ist dem Jugendfreund des Verfaffers, Herrn Rabbiner Dr. Marx in Darmstadt zur Feier seiner 25jährigen Amtsführung gewidmet und ist auch äußerlich ihrem gediegenen Inhalt entsprechend ausgestattet. Feuilleton. Helldunkel. Eine Mische Erzählung aus dem Leben Rembranüls und Manaste Ben Israels. Von Professor Dr. M a n e f e l d. ^Nachdruck auf das Strengste untersagt. Ilebersetziingsrechte l»ich für die Niederlande Vorbehalten.^ 10) Schaul hatte sich Muth gefaßt, ging hin zu Manaffe, gestand ihm Alles, verhehlte ihm nicht seinen glühenden Wunsch. Manasse hatte für das Menschliche das volle Verständniß. Aber er rieth ihui doch, wie er mußte und schonte ihn nicht. Mit schmerzlicher Theilnahme aber blickte er jetzt auf den jeder Fassung beraubten, niederge schmettertell Jüngling. Doch wie der Arzt ein letztes gefährliches Heilmittel versucht, das zwischen Tod oder Genesung schwankt, so beschloß er das edle junge Stämmchen ailfzurichien und festzubindell all einer kräftigen Stütze. Zürnend ftlhr er ihrr also an: „Deine Zurechtweisung war verdient, Deine Absicht war vermessen, Du selbst voll tteberhebung und mehr noch - - abtrünnig. Was Verlässe st Du jene Dir zugewiesenen Pfade und brichst durch unsere Schutzhecken. Glück und Zufriedellheit wohnen nur bei den Demüthigen und Bescheidenen. Da Du aber auf die Stimme des Stolzes und der Eigenliebe gehört hast, so nulßt Du die Buße auf Dich nehmen und Dich demüthigen. Aber damit nicht genug! Das Wohlleben, mein Sohn, das seh' ich, war Dein Feind; der Verkehr ntit den Großen Deine Gefahr, und das Lächeln der Schönheit Deiil Verderben. Gieb das Alles ans! Ich weiß Dir bessere Pläne für Deine Zukullft, ein Feld für Dein Wirken und herrlichen Lohn für Deine Mühen. Wohlleben biet' ich Dir Nicht, nein, Plage und Entbehrung auch unter fernem Himmel, unter einer glühenden Sonne, llicht Ehre bei beit Großen, nein Sorge und Roth vielleicht um das Leben des Tages und der Sicherheit der llächften Stunde, ilicht Lächeln der Schönheit, fonbern Kampf mit unerbittlichen Feinden. Aber ich will Dich hinaussenden in die Ferne zu Deinem Heil und — auch mir l öffentlich zur Freude, zur Beruhigung, wer weiß vielleicht zu beseligender Gewißheit: Du sollst mit nach Brasilien als Arzt und sollst mir dort das Land durchforschen, mir, mir, Deinen! alten Freunde zu Liebe! Siehe, ich habe schon nranche Nachricht von dorther erhalten. Die Juden auf Recife bei Per nambuco nennen sich die heilige Gevleinde (Kahal Kadosch). David Sennor Eorollel, Abraham de Moucado, Jacob Mucade, Isaak Eatunto sind mir bekamit. Und doch verlangt es mich mehr von dorten zu hören und von einem Gewährsmanne, ben ich noch besser kenne, dem ich noch mehr glauben kann als jenen