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Der Israelit · 1896-10-01 · Heft 78-79 (1.10.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 78-79 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1492 rabbiner Dr. Ehrenfeld in Anwesenheit der Rabbiner Dr. Tauber, Dr. Kisch und D r. Bondy und der Präses unseres Cultusvorstandes Dr. Arnold Rosenbacher vollzogen. Selbstverständlich wohnte auch ein distinguirtes Publikum dieser frommen Feier an. Nach einer schwungvollen deutschen Rede des Oberrabbiners wurde das /nun nswji recitirt, worauf der Rabbiner der Prager czechischen Gemeinde "-'ön -w eine begeisterte Ansprache im czechischen Idiome hielt. Der Rabbiner dieser czechisch - jüdischen Gemeinde ist bekanntlich Dr. Bondy. (M.) Triest nzb -pp nr mpi. Nicht nur unsere Gemeinde, sondern das ganze Judenrhum hat einen schweren Verlust erlitten. Im Alter von siebenundsiebzig Jahren ist hier Her r Jacob Z e r k o w i tz, Präses der hiesigen Filiale der Wiener „Israelitischen Alliance", die er mitbegründen geholfen und die er auch kräftigst unterstützt und gefördert hat, gestorben. Geboren in Mähren von frommen Eltern, widmete sich der Verstorbene schon frühzeitig bem Thorastudium, zu welchem Zwecke er auch mehrere hervorragende Jeschiboth seines engeren Vaterlandes besuchte. Später widmete er sich dem Geschäfte, das ihn nach Görz und später hierher brachte, wo er sich auch dauernd ttiederließ. Er gelangte hier bald zu Ehren, wurde Gabbai mehrerer Chewroth und schließlich auch in den Cullusvorstand gewählt. Oberrabbiner Melli, ein intimer Freund des Verstorbenen, widmete ihm am Grabe herzliche Abschiedsworte. nz'rpn 's:- nrrn vrm Italien. (A.) Florenz, 20. Sept. Das Organ des hier, d. h. im benachbarten Fiesole residirenden Jesuiten-Generals die „Unita Cattolica", hebt es besonders hervor, daß unser verehrter Oberrabbiner D r. Margulies am ersten Tage des Neujahrsfestes nach dem Thoraemhi-ben in seinein Gebete für den König auch des Kronprinzen Victor Emanuel und seiner erlauchten Braut, der Prinzessin Helena von Montenegro, gedacht und auf Beide den Segen des Himmels herabgefleht hat. Das Blatt macht dann zugleich seine katholischen Leser darauf aufmerksam, daß die Juden am 17. d. ihren „Chipur" haben, wo sie den ganzen Tag fasten und beten müssen, zwei Pflichten, welche auch die italienischen Juden, selbst die Nichtallzufrommen, strenge und aufs Gewiss nhafteste erfüllen. Rußland. Petersburg. Die jüdische Gemeinde in Perayaslaw hatte um die Bewilligung einer Summe von 10,000 Rubel aus dem jüdischen Fleischsteuerfonds petitionirt, um damit zum Andenken an die Krönung ein Allerversorgungshaus zu erbauen. Diese Petition wurde abgelehnt, dagegen aus demselben Fonds, zu dem doch nur Juden beisteuern, 15,000 Rubel für Errichtung eines Mädchengymnasiums in Odessa bewilligt, zu dem Jüdinnen nur in ganz beschränkter Zahl zugelassen werden. England. London. Mr. Simon Cohen hat einen Brief von Lord Salisbury erhallen, in dem er sein Bedauern ausspricht, daß die jüdischen Bäcker bestraft werden können, weil sie am Sonntag arbeiten. Der Lord erklärt, daß eine derartige Bestrafung den allgemeinen Gefühlen der englischen Bürgerschaft widerspräche. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses Briefes wird aber bekannt, daß wiederum ein jüdidischer Bäcker von dem Richter Mc. N wtow, Marbonrough-Street zu 20 Dt. Gelvstrafe verurtheilt wurde wegen derselben Veranlassung Auch dieser Rechter sprach sein Bedauern aus, betonte aber, daß er gezwungen sei, die bestehenden Gesetze auszuführen. — Die Erben des kürzlich verstorbenen Mr. Myer Solomon haben dem Universtky-College-Hospilale zur Erinnerung an ihren verstorbenen Vater ven Betrag von 20,000 M. geschenkt. Literarische Notiz. ^Ein deutscher Handelsherr," (Roman von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel"). Im Verlag von Cäsar Schmidt in Zürich ist der neueste hochintereffante Roman „Ein deutscher Handelsherr" des berühmten Verfassers erschienen. Als der Verfasser vor zwei Jahren unter allgemeiner, wohlverdienter Theilnahine seinen siebzigsten Geburtstag feierte, da glaubten wir auf ein so großes Werk, wie datz vorliegende, kaum mehr rechnen zu dürfen. Allein S. Kohn ist uns abermals, wie bei seinem ersten Werke „Gabriel", mit einer Ueberraschung gekommen. Sein neuestes Werk „Ein deutscher Handels- Herr" zeichnet sich durch eine Frische und Fülle der Erfindung aus, welche wir staunend bewundern müffen. Es überftrömt dieser Roman von einer Fülle der Motive, durch welche ein sparsamer Dichter hätte einige Romane ausstatten können. Allein S. Kohn hat bei seinem inneren Reichthum, welcher sich in seinem neuesten Roman wieder glänzend offenbarte, nicht nöthig, sich in seinen literarischen Ausgaben ökonomisch zu beschränken. Ec darf verschwenden, da seine unerschöpflichen Mittel ihm dies gestatten. Vermischtes. Bojanowo, 20. Sept. Herr Moritz Rohr in Berlin, der vor zwei Jahren für 600,000 Mark das israel. Siechenhaus in Posen errichtete, bat wiederum dreimalh undert tau send Mark zur Errichtung einer israelit. Allersversorgungsanstalt gcsvcndet, die Hierselbst an der Grenze des seinem Bruder gehörenden Rittergutes Lang-Guhle seinen Platz finden und vor allem greisen jüd.

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