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Der Israelit · 1896-09-21 · Heft 76-77 (21.9.1896) · page 33

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 76-77 (21.9.1896)
Date
1896-09-21
Page
– (sequence 33)
Language
German
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JBei* ^sraelit Central-Orgau für das orthodoxe Jndenthum. für dre israel. 2t. Lcpt. r ' |f. f§ L ff. [nt. 7. We foanuiüiiini tfottrifdjtn Stellen des PeMenihs nnd ihre untcrridjtlidjc ßcliaiiöliiüfl. Von M. 8 ch meiner —!)i orbc n. Deut Jur :Kcij]c yclKuben Jahrhundert kann niemand das Zeugnis; verweigern, das; es ein an Erfindungen überaus reiches war. Der Fortschritt auf allen Gebieten des 'Willens und Könnens har j auch die pädagogische Wissenschaft nicht nur berührt, ne ist mir sorrgerisscn worden. Wenn deshalb die Behauptung, daß seil Pestalozzi, denen I50jährigen Geburtstag man erst jüngst gefeiert hat, ein eigentlich bahnbrechender 'Pädagoge nicht zu verzeichnen wäre, etwas kühn erscheint, so zeigt ne bei näherer Betrachtung doch nichts Ueberraschendes. Wir bauen nur das, was er schmucklos hingestellt weiter aus, geben seinem Gebäude ein wohlgefälligeres Aeußerc, stallen seine Räume komfortabler aus, aber der Grundbau bleibt, wie ihn der Meister erdacht und hingestellt hat. 'Würden aber die alten Meister heule aus ihren Gräbern aussteigen, in unfern Kreis treten und ein pädagogisches Werk unserer Zeit in die Hand nehmen, ne würden es kopfschüttelnd wieder zuklappen. Sie fänden sich mit all den neuen Begriffen, die die Methodik unserer Zeit erfunden hat, nimmermehr zurecht. Auch viele Lehrer der jüdischen Schule nahmen all die schönklingenden neuen Namen, die wohl im naturkundlichen Unterricht für die Stoffeintheilung dienen könnten, auch für den PentateuchGnterrichl in Anspruch: Formale Stufen, Vorbereitung-Darbietung, Verknüpfung, denkende Betrachtung (nebenbei bemerkt ein Unding, jede Betrachtung begreift ein Denken in sich), Gesetz von Ursache und Wirkung. Zusammenfassung und Anwendung. Sb die dadurch werthvoller geworden ist, ob ihre Normen jetzt mehr beherzigt werden - Mag . jeder ncb selbst diele Frage ehrlich beantworten.! 'Wir begrüßen selbstverständlich jeden Fortschritt in 1 der Technik des Unterrichts, doch in jüdischen Unterrichtsfächern hemmt diese Gliederung mehr als sie fördernd wirkt. Zn den Schriften unserer Alten begegnen wir immer der Frage r,:z xps; >wo, welchen fürs Leben praktischen Zweck erfüllt diese oder jene Bestimmung - Will der Lehrer in der jüdischen Schule ein guter Sekonom in der Ausnützung der Zeit sein, so har er stch immer auch diele Frage vorzulegen. Schämr euch, ihr alten Nabbiner, ihr allen Lehrer und Lomdin! Ihr wusstet wohl die rrr von rmr: bis rr .wo auswendig, auch was t zu jedem Wort sagt, kanntet das ganze wsb.-n r, letztet die Welt mir euren kühnen Hypothesen, mit der Schlagfertigkeit eures scharfen Denkens, mit der Helle eures Geistes in Erstaunen, aber jene Begriffe waren euch fremd. Wißt ihr Alten überhaupt etwas von esoterischen Stellend Seid ihr denn gedankenlos durch die ”-r gewandert? Wir Zungen haben das Verdienst, diele Stellen entdeckt zu haben. Euer schlichter Sinn hielt jeden Satz der rrrr kür gleichwerthig, ihr hattet nicht nöthig Sätzen und Kapiteln deshalb aus dem Wege zu gehen, weil sie — wie man sich auszudrücken beliebt, — Unästhetisches enthalten. Ihr hattet aber dafür die Freude zu sehen, daß eure Schüler ihre Sittenreinheit bewahrten, zu dem „Z'niuß" eurer Zeit können wir uns gar nicht emporschwingen. Eure Schüler lernten

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