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Der Israelit · 1896-09-21 · Heft 76-77 (21.9.1896) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 76-77 (21.9.1896)
Date
1896-09-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1452 unseres Gottes; und unseres großen Lehrers Moscheh, der vierzig Jahre lang die Israeliten in Hütten wohnen ließ und sie unter schwerer Mühe und Last zu einem Gottesvolk erzog; und des Hohenpriesters Aharon, der unverzagt dem Todescmgel entgegentrat, um sein Volk zu retten; und des frommen Joseph, der allen Verführungen und Versuchungen des Elends wie des höchsten Glückes widerstand und ein treuer Diener unseres Gottes blieb; und Davids, der alles Große und Schöne in sich vereinte, was nur ein Mensch zu erlangen vermag, der ein eben so großer als mächtiger Kriegsheld war, wie als lieblicher Sänger, dessen Heldenthaten die Welt mit seinem Ruhme erfüllen und dessen wunderbar schöne Psalmen noch heute Millionen Menschenherzen erquicken; es sinkt die Hütte Davids seit langer, langer Zeit, aber einst wird sie Gott wieder aufrichten, wie es heißt: j^bjh "jn nss nx cpN s'rn crs „An jenem Tage werde ich aufrichten die sinkende Hütte David's."*) Literarischer Wericht. Zur Bibelforschung. Der in Karlsruhe lebende Rabbiner Dr. I. Schwarzstein, der sich als Orientalist ans deal Gebiete der Bibeiforschung bereits verschiedentlich bewährte, veröffentlichte unter dein Titel „Targum Arvi“ eine arabische Bibel **) in deutscher Ueberiragung, welcher „La Tribüne de Gen6ve“ einen längeren ehrenvollen Artikel widmete. Es heißt u. A. in dem Genfer Blatte: „Es gibt eine große Anzahl alter und neuerer Bibel-Uebersetzungen, aber keine unter ihnen verdient solcher Beachtung wie die des Rabbi Saadia H agaon, der im 10. Jahrhundert gelebt hat. Saadia war das Oberhaupt der berühmten jüdischen Akademie in Sura, wo man sich mit der Ausarbeitung und Erörterung des Talmud beschäftigte, um das alte Testament praktisch zu verwenden. Was das hebräische Volk an Gelehrten zählte, war in dieser babylonischen Stadt versammelt. Die Tage und selbst die Nächte waren dem Studium des heiligen Wortes geweiht. um besten Sinn und Erklärung anzugeben. Die Gelehrten Suras hatten darin einen ganz besonderen Vorzug, da sie im Besitze jener zuverlässigen Ueberlieserung waren, welche seit vi len Generationen der Gelehrten zur Erhaltung der gewährleisteten Gottesfurcht, gepstegt und fortgepflanzt wurde. An den Strömen Babylons waren sie am besten im Staude, die genaue Richtun' der Quelle und die Gesichtspunkte anzugeben, wo die Wahrheit des mosai- Äie AbbllduügÄ dev übrigen sechs Gäste werden wir bei passenden Gelegenheiten folgen lassen. Red. **) Frankfurt a. M. A. I. Hofmann. scheu Gesetzes die Wogen in ihrer Reinheit sichtbar werden läßt. Saadia war einer der hervorragendsten dieser Gelehrten, er kannte gründlich die arabische Sprache und ihre Literatur, er machte anderseits den Anfang, den philosophischen Lehren der hellenischen Welt Eingang zu schaffen. Dieses beweist sein großes philosophisches Werk: Sefer Emunoth Whadeoth — das Buch des Glaubens und der Vernunft —. Dabei machte er den Versuch, mit Scharfsinn die Philosophie mit der Religion zu vereinigen. Schon bei dieser Arbeit mußte er unbedingt die Traditionen nach beu Grundsätzen der Vernunft bilden. Hiermit steht endlich im Zusammenhang eine Uebersetzung der Bibel ins Arabische, in die damals in der Gelehrtengesellschaft meist verbreitete Sprache. Dieses ungeheure Werk unternahm er und führte es in den Jahren 915—920 aus, damit der Glaube erhalten und verbreitet werde. Gestützt auf eine seit mehreren Jahrhunderten fortgesetzte in hebräischer, chaldäischer und arabischer Sprache einander gleichenden Ueberlieferung der Vibelkunde, im Besitze aller früheren Erklärungen des biblischen Textes hat Saadia ein Werk verfaßt, das den Sinn des Textes mehr als andere Uebertragungen verständlich machte. Man findet darin die Philosophie und die Theologie, die Exegese und die Metaphysik. Dieses ist die arabische Bibelübersetzung, welche Herr Dr. Schwarzstein aus Karlsruhe dadurch der Oeffentlichkeit zugänglich macht, indem er den arabischen Text vermittelst einer deutschen Uebertragung zum allgemeinen Verständniß bringt. Hr. Dr. Schwarzstein war aktives Mitglied des 10. Orientalisten- Kongresses, der in Genf tagte. Bei der sehr großen Betheiligung an den Sitzungen der 2. Sektion (semitische Sprache) hat er die Aufmerksamkeit seiner gelehrten Kollegen durch seine sinnreichen Erläuterungen semitischer Inschriften aus sich gelenkt, denn es wurde allgemein anerkannt, daß er den Sinn der Darstellungen und Allsführungen gründlich ulld leichtfaßlich darzustellen vermochte. Wie Saadia, welcher Herrn Dr. Schwarzftcin ein Vorbild ist, kennt letzterer gründlich das Hebräische, Chaldäischc und Arabische. Als hochgelehrter und durchdringlicher Tallnudist konnte er genau die Quellen angeben, aus welchen Saadia seine Lehreil geschöpft. Ebenso besitzt der andere Theil, nämlich die deutsche Uebersetzung der Handschriftedition, welche Herr Dr. Schwarzstein verfaßt hat, einen seltenen Werth; man darf ganz bestimmt behaupten, daß die Uebersetzung mit dem arabischen Texte überetnsttmmt und daß dieser Gelehrte eine wahrhaft seltene Arbeit geliefert hat, die würdig ist, die Aufmerksamkeit aller, welche sich für ein exegetisches und philologisches Werk I interessiren, darauf zu ziehen."

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