Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 74-75 (15.9.1896)
- Date
- 1896-09-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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- rs-T?-"* "»jr-äsüTir' 1444 erkennung und Huldigung, zu jts^ö! Wohl uns, wenn wir diesen Ruf beherzigen und verstehen ’itrx nmn ttt cyn, dann werden wir wandeln im Lichte Seines Angesichts und bei Seinen: Slawen frohlocken immerdar ,'v». Zweiter Tag. Meine Freunde! Wir haben gestern unser Fest betrachtet vom Standpunkte der Naturforschung und haben gefunden, daß der Satz s^y rin evn der Ruf, die durch das Weltall sich fortpflanzende unb durch den ie:b> an unser Ohr gelangende Mahnungsstimme der ganzen Statur sei, itub daß darin die Lehre uns gepredigt werde, ein neues, besseres, edleres Leben 51t beginnen, zu unsere m Besten, zum Heile der Natur, zur Ehre unseres himmlischen Königs, des Schöpfers von Himmel und Erde. Ich möchte nun aber auch die Behauptung wagen, daß der folgende Absatz entspreche dem andern großen Gebiete, dessen ruhmreiche Vertreter sich hier ein Stelldichein gegeben haben, dem hervorragenden Berufe der Heilkundigen und -künstler, der Aerzte. Beide große Wissensgebiete haben ja sehr viele gemeinsame Punkte und berühren sich in vielen Theilen sehr nahe. Der menschliche Körper gehört ja auch dem Reiche der Natur an und beschäftigt gleicherweise den Naturforscher wie den Arzt. Aber in mancher Hinsicht sind sie doch grundverschieden von einander. Der Naturforscher erspäht die geheimen Gesetze, Regeln, Kräfte und Wirkungen der Natur; der Arzt beschäftigt sich hauptsächlich mit den Störungen der (besetze, de:: Unregelmäßigkeilett, der Bekämpfung und Unterdrückung der Kräfte und Wirkungen seines Naturproblems, des Menscheuleibes. Die Naturforschung ist ein Triilmpf des Menschengeistes, die Betätigung der menschlichen Kraft und Gesundheit; die Medizin wird hervorgerusen durch die menschliche Schwäche, zeigt das ganze Elend und die Unsummen von Leiden, welchen das edelste Wesen der Natur unterworfen ist. Mit dem Dasein und der ständigen Vermehrung der Zahl der Naturforscher freut man sich; die Reihe:: der Aerzte möchte man sich stets lichten, am liebsten als überflüssig ganz verschwindet: sehe::. Die Natnrki:i:ve ist eine Folge des Segens, die Medizi:: ei:: Ki::d des Fluches der Menschheit. Allein, wie die Dinge nun einmal liegen, sir:d die Aerzte die ersten und größte:: Wohlthäter des Menschengeschlechtes; jeder Fortschritt in der Wissenschaft der Heilkunde, ist ein unberechenbarer Segen für die Welt; das zahllose Heer der Krankheiten ist keine Wirkung der stetigen Zunahrne der Aerzte, sondern die fortschreitende Verweichlichung und Schwäche der Menschennatur die Veranlassung der ständigen Vermehrung des Aerztestandes. In Wirklichkeit aber liegt das Nebel nicht darin, daß man des Arztes überhaupt bedarf, sondern daß man dieses Bedürfnis; nicht rechtzeitig erkennt, den Arzt nicht rechtzeitig befragt oder seinen Rath befolgt. Der Arzt will ja gar nicht die Krankheit heilen, sondern ihr Vorbeugen, nicht die Kranken gesund machen, sondern die Gesundheit bei dem Wohlbefinden erhalten. Vorbeugen, rathen, mahnen, warnen, will der Arzt. Aber die Menschen wollen von dem Arzt als Rathgeber, als Freund nichts wissen, und sie rufen erst dann nach ihm und gehorchen seinen Worten nicht früher, als bis ihre Thorheit und Uufolgsamkeit ihnen Schaden gebracht und sie durch Schmerzen die Wahrheit feiner früheren Worte und den Werth seiner Kunst und die Bedeutung seiner Hilfe haben schätzen gelernt. Die tüchtigen Aerzte unserer Zeit begreifen ihren Berus immer mehr als einen sogen, „prophylaktischen", erblicken in sich :nehr die Wächter für die „Volks Hygiene" — die Retter aus hereingebrochener Rotb, und die Hirter der Einzelnen und der Gesammtheit vor jeder möglichen Gefahr, Ansteckung, Vergiftung, Entartung. Und wer wollte, wer könnte leugnen, daß zu dieser richtigen Auffassung ihres Berufes, zu dieser segensreichen Erkenntnis; über das eigentliche Wesen der ärztlichen Wissenschaft sehr viel oder das Meiste — ihnen selbst vielleicht unbewußt — beigetragen hat, die Vertiefung, das liebevolle Eingehen in Sinn und Bedeutung des G 0 t t e s w orte s, die dorther geholte Erkenntnis; von den: Werthe der „Volkshygieue,, (vergt. „Die higienischen Grundzüge der:nos. Gesetzgebung, Vortrag gehalten . . . von Dr. A. Baginsky IMOo) die Wahrnehmung des unleugbaren Einflusses, welchen die Beobachtung der Gottesgesetze auf die Gesundheit und Lebensdauer der treuen Söhne unseres Volkes übt, die beginnende Ahnung von dem Sinne des großen Wortes ".xe;i ,mi Ja, Gott, der älteste und bewährteste, der erste und größte Arzt der [am: je«: x-ri, der die Kranken heilt, die Verwundeten verbindet, der für jedes Gebrechen das untrügliche Heilmittel gewährt, Er giebt auch als nächsten, ersten Zweck seines unvergleichlichen, unerreichten, wahrhaft klassischen Buches der Heilkunde an die V e r h ü t u n g, B e w a h r n n g v 0 r jeder Krankheit: „Wenn Du hören wirst aus die Stinlrne des Ewigen, Deines Gottes und das, was in Seinen Augen recht ist, thust, und das Ohr neigest Seinen Aniveisnngen, und beobachtest alle Seine Maßregeln, daun werde Ich jede Krankheit, welche Du in Egypten gesehen, nicht auf Dich legen, denn Ich, der Ewige, bin Dein Arzt." Daß dieses Buch, so wie es ist, die Quelle alles Guten, wie es überhaupt heißt, den Baum des Lebens, so auch die sicherste Anweisung für das Wohlbefinden des Körpers, für die Gesundheit enthält,