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Der Israelit · 1896-09-15 · Heft 74-75 (15.9.1896) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 74-75 (15.9.1896)
Date
1896-09-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1432 wmrnm samer Vereinigung zielenden Streben der Neologen entschieden ablehnend sich verhält. Es sei übrigens hiermit voll Anerkennung constatirt, daß die ungarische Regierung und speziell der Cultusminister in allen vorkommenden Angelegenheiten, die jüdisch-orthodoxe Confession, wie selbe in unseren allerhöchsten Orts sanktionirten Landesorganisationsstatuten verbrieft sind, mit der gewiffenhaftesten Aengftlichkeit respektirt und daß wir also in dieser Beziehung betreffs der Vorkommnisse des ersten Jahres nach erfolgter Rezeption, absolut keinen Grund zu irgendwelcher Klage haben. Die jüngst erfolgte SistemisirungdesSekretariatsderjüdischorthod oxen Durchführungscommision, welche noch infolge einer Eingabe des verstorbenen Präses Ignatz Reich dpM geschehen, ist ebenfalls ein ecclatanter Beweis für den unparteiischen, hehren Gerechtigkeitssinn des wahrhaft liberalen ungarischen Cultusministers. Die auf Unterbreitung des Cultusministers erfolgte diesbezügliche allerhöchste Entschließung Sr. Majestät ist der erfreuliche Beweis dafür, daß an allerhöchster und höchster Stelle die Rechtsparität der jüdischen Consessionen strengstens gewürdigt wird. Nachdem nämlich das Sekretariat der Congreßkanzlei sistemisirt wurde, mußte auch das Sekretariat der Centralkanzler ganz in dieselbe Categorie gestellt werden und sei es hiermit dankbaren Herzens constatirt, daß auf Grund einer Eingabe des seligen Präses, der Cultusminister unter ausdrücklicher Berufung auf die Rechtsparität der beiden Kanzleien, die Gewährung der Bitte Sr. Majestät empfahl, die denn auch sodann mittels allerhöchster Entschließung am 4. Juli 1896 erfolgt ist. Hiemit haben wir die wichtigsten Vorkommnisse des soeben ablaufenden Jahres in möglichster Kürze registrirt. Wir stehen an der Schwelle wichtiger, sehr wichtiger Ereignisse. Unsere Kraft liegt im Vertrauen auf Gott und in der Einigkeit der orthodoxen Judenheit. Nur dieser Einigkeit verdankt sie ihre Erfolge, nur durch die Einigkeit ist ihre Zukunft mit Gottes Hilfe gesichert. Wir hoffen und wünschen, daß das beginnende neue Jahr Friede und Ruhe in seinem Schoße berge! nc-m. Viador Vermischtes Kreuznach. Auf meine (Korrespondenz in Nr. 7 t zurückkommend, so übersah ich dabei absichtslos zu erwähnen, daß der sei. Mar Adler eine Tochter besitzt, die in Eoblenz verheirathet ist nnd die er zu einer?T1 TWX r.u wahrsten Sinne des Wortes erzogen hat. Ganz im Geiste ihres VarerS?"* führt sie an der Seite ihres Gatten ein echt jüdisches Haus, in dem die in Eobtenz so schwach vertretene Orthodoxie ihre beste Stütze hat. — Mögen auch deren Kinder und Enkel stets eingedenk sein, welch wahrer Jehudi ihr Großvater?"* gewesen! Feuilleton. Helldunkel. Eine jüdische Erzählung nur dem Leben Uembrnnüts und Marmsse Ben Israels. Von Professor Dr. M a n e f e l d. ^Nachdruck auf daS Strengste untersagt. Uebcrsetziingsrechte auch für die Niederlande Vorbehalten.1 7) „Kann ich ntir denken," sagte verständntßtnntg Schlome, „daß sie nichts wissen wollen. Bäumchen unb Bäumchen, Mühlen, Kanäle und Schiffe! Mühlen! Man sieht in Zaardam zehntausend auf einmal zusammeu. Ich Hab' sie nicht gezählt, aber es kostet gar nichts. Bäumchen und Bäumchen — eines sieht mts wie das andere. Sie stehen da wie Soldaten und gucken einen Weg von dem grausamen Wind. Was Ihr schon habt in Holland, ist die Luft, so kühl und so klar, wenn die Sonne scheint; die Wölkchen gekräuselt nach einem Strich wie feines Flanell und die großen Gewölke wie großmächtige Berge mit Schnee und Eis. Aber es ist doch nicht zum Malen; es hält nicht still. So wie Du kommst mit den Pinseln irnd bist fertig mit den Farben, weg ist es wie Rauch, wenn Du auslöschst das Feuer. Ist es nicht so '< Sagt selbst, Herr Maler, Hab' ich Recht oder Unrechts Hub ich will noä) nid)t reden vom Regen." „Ihr habt Recht und Unrecht zu gleicher Zeit. Aber Ihr werdet cs doch nicht verstehen, wenn ich's Euch erkläre. Malen kann man nicht, ivas man siebt und wie man's sieht — das habt Ihr auch so ziem lich getroffen mit den Pinseln und Farben — aber Unrecht habt Ihr doch; denn der arme Starr, der Maler, sieht mit geschlossenen Angen Landschaften, die er nie erblickt hat, seine Erfindung; ganze Pro vinzen kann er Hervorbringen: das Wirkliche, die Gegend, die Oertlichkeit, die er vor Augen sieht, ist ihm nur Material der Erinnerung, lind wenn er sich hinsetzt und arbeitet, ist die Hand am unthätigsten, die den Pinsel führt; das Auge nimmt auf und trinkt sich nicht satt ~ und das ist ein Land schaftsmaler." „Heißt eine Sache! Ihr malt aber doch nicht mit den Augen; was Ihr nicht machen könnt mit der Hand, mit der Knust, daß es die Leute sehen und kaufen, was ist es anders als Stuß und Träumerei „Meine Radirnngen freilich! Die Gewürzkrämer machen Düten daraus. Nicht den Knpferwerth wollte mir ein Bitderhändler für eine große Platte zahlen. So trilg ich sie wieder nach Hause, machte ein paar Abzüge und zerschnitt die Platte. Eines Tages — wer weiß — wird man einen einzigen Abzug vier-

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