Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 74-75 (15.9.1896)
- Date
- 1896-09-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1429 leidenden vertheilt. Seine Berühmtheit und sein großer Name bei allen Parteien innerhalb des Juden- Ihums bewirkte, daß seine Aufruse für Wohlthätigkeitszwecke bei allen unfern Glaubensgenossen in allen Ländern den erwünschten Erfolg halten. So waren diese Armen stets gewöhnt, in ihrer Roth sich nach Kowno zu wenden, und dies ist auch dieses Jahr geschehen, so daß die Stadt überfüllt von Nothleidenden ist. Allein es fehlen alle Mitttel, um diesem Elende nur einigermaßen zu steuern. Deßhalb richtet der ehrwürdige Herr Rabbiner Nabinowitz das dringende Gesuch an uns, unter Bekanntgabe dieses Sachverhalts die edlen Glaubensgenossen des Auslandes um schleunige und reichliche Gaben für diese beklagenswerthen Armen zu bitten. Daß unsere Expedition gern bereit ist. Gaben in Empfang zu nehmen und zu befördern, ist selbstverständlich. Gießen, 6. September. Die „Allg. Zeitung des Judenthums" sieht sich genöthigt, folgende Berichtigung zu bringen: Vor einigen Wochen brachten wir aus Oberhessen einen Artikel, der sich mit den religiösen Angelegenheiten der Religionsgesellschast zu Gießen eingehender befaßte. Zu unserm Bedauern sind in dem fraglichen Artikel Behauptungen unterlaufen, die sich nicht mit den Thalsachen decken. Mit Zustimmung des Verfaffers erklären wir hiermit öffentlich, daß derselbe nicht die Absicht hatte, die Mitglieder der Religionsgesellschast persönlich zu beleidigen oder ihre religiösen Institutionen zu bemängeln. Wir glauben, der Religionsgesellschaft diese Erklärung im Interesse der Wahrheit schuldig zu sein. Karlsruhe, 10. Sept. Anläßlich des 70. Geburtstags Sr. Kgl. Hoheit des Grobherzogs haben sich zwei unserer besten süddeutschen Cantoren in ihrer Eigenschajt als Komponisten einen wohlverdienten Namen gemacht. Die Herren M. Nos e n Haupt— Nürnberg und Hermann Zivi—Düsseldorf haben sich die lobenswerthe Aufgabe gestellt, den badischen Landessürsten jeder in der ihm eignen Weise zu feiern. Zwei Hymnen vrn nicht zu unterschätzendem musikalischen Werthe sind es, die als solche die Annahme und den Beifall des Großherzogs gefunden haben; der fürstliche Dank ist beiden Componisten zu Theil geworden. Wenn schon eine kritische Betrachtung beider Werke im Rahmen der durch die Aufgabe dieses Blattes gegebenen Verhältnisse gerade nicht nothwendig erscheint, so sei doch der Bemerkung Raum gegeben, daß sich die Rosenhaupi'sche Composition auszeichnet durch ihre feinsinnige contrapunktische Verarbeitung, wie durch den leichten Fluß der melodischen Erfindung, während es der Z vi'schen nicht fehlt an wirklich dramatisch packenden und erhebenden Momenten und sie so als Werk erscheinen läßt, das, auf der Basis klassischer Schreibweise geschaffen, im Rahmen der Oratorienmusik von dauerndem Werthe sein wird. Alfred Feith, Kapellmeister. Aus Buden. Das 70. Geburtsfest unseres geliebten Großherzogs wurde im ganzen Lande mit der größten Begeisterung begangen, besonders war es die Residenzstadt Karlsruhe, welche die Festlichkeiten auf das großartigste ausführte und verweisen wir bezüglich des Näheren auf die Tageszeitungen. Selbstverständlich sind auch die Israeliten des Landes nicht zurückgestanden, ihre Huldigungen einem solchen edlen Fürsten darzubringen. In allen Synagogen wurde ein Festgottesdienst anl 0. Sept. (am 2. Tag m) abgehalten, dessen Programm — Absingen von entsprechenden Psalmen, besonders hierzu verfaßtes deutsche Gebet, Predigt — schon vor Wochen an alle Gemeinden des Landes abgesandt wurde. Die Predigt für die Landgemeinden wurde vom betreffenden Rabbiner verfaßt. In Karlsruhe waren auch die Synagogen decoriert und beleuchtet. Bei der Audienz war auch eine Abordnung des Oberraths der Israeliten, bestehend aus Regierungsrath Dr. Mayer, Oberrath Dr. Albert Seeligmann, Konferenzrabbiner Appel und vom Synodalausschuß Rechtsanwalt Dr. Friedberg und Stadtrath Fritz Hamburger. Auszeichnungen erhielten folgende Israeliten: Herr prakt. Arzt Dr. Albert Seeligmann (Vorstand der isr. Gemeinde und Mitglied des Oberraths) erhielt den Titel Medizinalrath, das Ritterkreuz 1. Klasse erhielten die Herren Dr. Heinrich Rosin, Professor an der Universität in Freiburg, Professor Ludwig Levi an der Baugewerkschule in Karlsruhe und Bezirks-Rabbiner Dr. Adolf Lewin in Freiburg, das Ritterkreuz 2. Klasse wurde dem Herrn Bankier Leopold Millstätter in Karlsruhe und die kleine goldene Berdienst-Medaille dem Herren Religionslehrer Lazarus Hofmann in Wenkheim verliehen. W. Jchenhauserr. “i^ *cn p-m, Heute vor acht Tagen, d’eicj et tw, wurde in der hiesigen Kultus gemeinde die Einweihung der restaurierten Synagoge in feierlicher Weise begangen. Nachdem Nachmittags 3 Uhr das Minchagebet im bisherigen Betsaale verrichtet worden war, erfolgte um 53/4 Uhr die Auf ftellung mit den Thorarollen vor dem Rabbinats gebäude, und begab sich um 0 Uhr der feierliche Zug jur Synagoge, wo er vom Synagogenchore mit dem Gesänge 122 no empfangen wurde. Hierauf fand mit den Thorarollen der Umgang in der Synagoge unter dem Gesang statt. Nachdem der neue prachtvolle trmpn pix geöffnet worden war, sprach Herr Rabbiner Dr. Cohn ’■*: ein herrliches Weihegebei, worauf unter dem Absingen von nvrr' die Thorarollen in die heilige Lade verbracht wurden. — Herr Rabbiner Dr. Cohn **: hielt nun in be-