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Der Israelit · 1896-09-15 · Heft 74-75 (15.9.1896) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 74-75 (15.9.1896)
Date
1896-09-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1428 Lenker unserer Geschicke als c'pi n x ^a in seiner Körrigsmajeflät und Allmacht, die alles Leben spendet und erhält! Unter dem Fittig dieser schirmenden Gottesliebe, findet der mtpjn ein der zerbrochene Scherben Schutz gegen die gigantischen Mächte, welche ihn in Atome zertreten wollen. Der vertrocknete Grashalm wird wieder belebt, die welke Blüthe erhält ihren Schmelz wieder und der vorbeiflatternde Schalten nimmt feste Form an. Die zu schwinden drohende Wolke schwindet nicht, der verwehende Hauch, der davonwirbelnde Staub, schwindet und wirbelt nicht davon und der verfliegende Traum verfliegt nicht, sondern wird Wirklichkeit. Gerade diese Tage des Gerichts hören nicht aus uns auf die Liebe, Güte und Gnade Gottes hinzuweisen. Sie zeigen uns eism »ss hv zw *pa '« den allmächtigen König und seinen von Liebe und Erbarmen getragenen Königssitz, lehren uns „Liebe" als die Signatur seiner Waltung, wie er die Verirrungen seines Volkes verzeiht, jeden Fehler zum ersten und zweite Male noch übersieht, aber selbst den gewohnheitsmäßigen und prinzipiellen Sündern Verzeihung und Vergebung in reicher Fülle entgegen bringt, Wohlwollen an allen übt, die er aus Körper und Geist gebildet und niemals das Böse so heimzahlt, wie es geübt worden; wie er selber die dreizehnfache Waltung uns gelehrt, in welcher feine Liebe sich äußert, wie er darauf das dreizehnfach geknüpfte Bündniß mit seinem Volke gegründet, dessen Geheimniß er in grauer Urzeit schon seinem bewährten Diener mitgetheilt, als er damals in die Wolke gehüllt vor seinem Antlitz mit dem Rufe vorüberzog: n Gottes Liebe bleibt dieselbe, vor wie nach der Sünde, Gott ist die Allmacht, die liebe- und gnadenvolle, reich an Liebe und Wahrheit, jede Gutthat taus.'nden von Generationen bewahrend, der jeden Frevel, Leichtsinn und Abfall erträgt und jeden rein spricht, der reuig zu ihm zurückkehrt. Was in unserem heiligen Schristthum uns von Gottes unerforschlicher, unverlierbarer Güte kund geworden ist, diese Tage bringen es uns zum Bewußtsein und werden nicht müde uns fort und fort in die Seele zu reden: bzb 'n zk Gut ist Gott gegen alle und sein Erbarmen erstreckt sich auf alle seine Geschöpfe. Gut ist Gott denen, die auf ihn hoffen, der Seele, die Ihn sucht. Gut ist Gott, eine unbesiegbare Feste am Tage der Roth, der liebend sich derer annimmt, die bei Ihm Schutz suchen. Denn gut ist Gott, bis in die Ewigkeit reicht seine Gnade und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. Besser ist es bei Gott Schutz zu suchen, als aus Menschen, als selbst auf die Edelsten zu vertrauen. Gut und gerade ist Gott, deßhalb weist er di^ Leichtsinnigen aus den rechten Weg.-'n 'n aim „Denn ein barmherziger Gott ist Gott dein Gott, er wird dich nicht fahren lasten, dich nicht dem Verderben preisgeben und nicht des Bundes mit deinen Vätern vergesten, den er ihnen zugeschworen. Zurückführen wird Gott dein Gott deine Hinweggeführten, sich deiner erbarmen und dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter welche hin dich Gott dein Gott zerstreut hat. Wenn deine Verstoßenen am Ende des Himmels wären, von dort wird Gott dein Gott dich sammeln und dich von dort nehmen. Ich, ich lösche deine Verbrechen um meinetwillen hinweg und deiner Sünden werde ich nicht mehr gedenken. Ich habe wie Gewölk deine Verbrechen getilgt und wie eine Wolke deine Sünden, kehre zu mir zurück, denn ich habe dich bereits erlöst." Unter allen Variationen, welche Gottes Liebe und Erbarmen mit dem Menschen aussprechen, ist es ein Ausdruck, der die Innigkeit der göttlichen Barmherzigkeit in ihrer unergründl'chm Tiefe feiert. Es ist die Bezeichnung, die von Gott als Vater und Herrn des Erbarmens spricht, indem sie ihn zu D’cmn und swn bvz nennt. Sie ist von den Ordnern unserer Gebete für diese heiligen Tage in das tägliche Gebet ausgenommen und uns daher besonders geläufig. Wir erinnern hier nur an die Stelle: .D'arna emS ■ptst “cn sramn a.v -paa ',a „Wer ist wie du, Val er d es Erb armenS, der seiner Geschöpfe gesenkt zum Leben mit Erbarmen." Wir wollen nun diese Bezeichnung „Vater des Erbarmens" zu ergründen suchen, deren richtiges Verständniß auch dieser Einschaltung in unser Gebet noch einen andern Sinn als den gewöhnlichen geben dürfte. (Schluß folgt in erster Beilage.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, 13. Sept. Von dem Sohn und Nachfolger des großen Rabbi JizchakElchanan bn, Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Rabbinowitz n in Kowno erhalten wir ein längeres Schreiben, in welchem er uns die Rothlage unserer Glaubensgenossen in mehreren russischen Plätzen (Luzk, Kabrin, Wids, Musch, Ewadan, Schzedrin, Dagda, Brasin, Schzuzin (Gouv. Wilna) schildert, die durch daselbst mtstandene große Brände Hab und Gut verloren haben und dem größten Elende, zumal bei der herannahenden Winterzeit ausgesetzt sind. Die Abgebrannten kommen zum großen Theil nach Kowno, weil sie dort Hilfe erwarten. Thalsächlich hatte der große Verstorbene, Rabbi Jizchak Elchanan Van alljährlich für diesen und ähnliche Zwecke im In- und Auslande Summen gesammelt und unter die Noch-

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