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Der Israelit · 1896-09-11 · Heft 73 (11.9.1896) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 73 (11.9.1896)
Date
1896-09-11
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1413 ihm keine Anstellung. Was für ein ungeheurer Gewissenszwang wird hiermit ausgeübt! Juden, die ihre eigenen Religionsgenossen zur Religionsübertretung, zum Abfall zwingen, sind nicht besser als ein Antiochus und ein Torguemada! Ob es wohl Andersgläubige giebt, die in dieser Hinsicht weiter gehen könnten? Auch diese Menschen bringen für ihr Thun den bekannten Entschuldigungsgrund vor: t? tax xb ich kann nicht mehr. Die Thora sagt weiter: nta; b itaxn xb Ihr sollt kein Aas essen. (Deut. 17, 24.) Ebenso werden uns die Verbote über Blut und Nnschlitt uno die übrigen Speisegesetze bestimmt. Sollte etwa die Thora das Gegentheil als Pflicht aufstellen? Ter natürlichste Grund ist der: Keiner, auch nicht der Niedrigste unter uns, soll eine des Menschen unwürdige Speise genießen. Ein heiliger Schauer erfaßt mich jedesmal, wenn ich die Abschnitte, welche die Speisegesetze behandeln, lese; denn fast jede neue Entdeckung auf diesem Gebiete der Naturkunde bringt uns neue tteberraschungen über die unendliche Größe und Weisheit der mosaischen Gesetzgebung. Doch auch hier, wie viel wird hier gesündigt! Allüberall, auf der Reise, bei der Familie im Hause selbst, begegnen wir der Verletzung dieser Gebote; und immer heißt es: -ny tax xv Ich kann nicht mehr! Im Familienleben ferner ist die Benutzung des nipv eine der wichtigsten Vorschriften. Ein nichtjüdischer Arzt sagte mir, es wäre zu wünschen, daß diese jüdische Vorschrift, die in hygienischer Beziehung von höchster Wichtigkeit, im bürgerlichen Leben durch ein Gesetz eingeiührt werde. Aber auch hier gilt das gleiche Wort: "•*’ tax xb Ich kann nicht mehr. Jn's Unendliche könnte man diese Betrachtung ausdehnen, auch in sittlicher Beziehung, aber überall treffen wir das gleiche Gepräge an von tax xb* Selbst die Thora lernen und wenn es auch nur das Lesen der Bibel wäre, kann man nicht mehr, während doch das Kennen der rr-nn eine Nothwendigkeit ist. ‘n -sj? ta->L" nrir Zurück! ruft uns das vergangene Fest diese Woche zu. Ein jüdisches Gebot ist es, zurück;u Gott, zurück zur rrm, zurück zur rrss. Aber auch hier geht es nicht mehr, wie einst bei -nx. tax xb ich kann nicht mehr, dies bei jeder Gelegenheit angewandte Wort ist der Inhalt der jüdischen Religion, der jüdischen Weisheit geworden. Es hat schon einmal eine ähttliche Zeit in Israel gegeben; der Tempel war im Fetter aufgegangen, das Volk nach Babylon geführt worden. Sie fühlten sich dort ruhig und sicher, bauten Häuser und bepflanzten Felder und Weinberge. Auch hier entsprach das Volk nicht den gehegten Erwartungen. Wie dies der Prophet Jecheskel so treffend mit den Worten schildert: (37.): „Es war über mir die Hand Gottes und er brachte mich hinaus in seinem göttlichen Geiste, und er ließ mich nieder in einem Thale, das voll Knochen war. Er führte mich um sie her, und siehe, es waren sehr viele, sehr ausgetrocknete. Und er sprach zu mir, Menschensohn, können diese Knochen wieder aufleben, und ich sagte, Gott, Du weißt es! Er sprach zu mir: prophezeie über diese Knochen und sprich zu ihnen: Ausgetrocknete Knochen, höret das Wort Gottes. So spricht der Herr zu diesen Knochen. Ich werde Geist in euch bringen, daß ihr wieder lebet. Ich gebe euch 'Nerven, mache, daß ihr Fleisch und Haut bekommt, gebe euch Geist, daß ihr wieder lebet und ihr werdet erkennen, daß ich Gott bin. Und ich prophezeite, wie mir befohlen war vts ne»xr. Und die Folge dieser Weissagung war, daß sich die Knochen wieder vereinigten und 'Nerven, Fleisch und Haut wieder entstanden. Auch Geist kam in sie, und sie lebten wieder auf, als ein sehr großes Heer. Und Gott sprach zu mir: Diese Knochen sind das ganze Haus Israel, siehe; sie sagen, unsere Knochen sind vertrocknet, unsere Hoffnung ist verloren, mit uns ist es entschieden". Ein gleiches Bild, wie es der Prophet von seiner Nation entrollt, erblicken wir auch heute. Auch das heutige Israel besteht mir aus verdorrten, unzusammenhängenden Knochen; Nerven, Fleisch und Haut, die es zusammenhallen, fehlen. Auch heute, über den 'Niedergang oder das Fortleben des Volkes befragt, müßte ein Prophet verzweifelt sich zu Gott wenden wie Jecheskel: „rarv rwx Du Gott weißt es allein." Wie damals erwacht in Israel der Gedanke: ta i;n*pn mrxi lrmesy irr1. Unsere Knochen sind verdorrt, unsere Hoffnung ist verloren, mit uns ist es entschieden. Wie damals stehen wir da, muth-, kraft- und hoffnungslos schwinden wir hin. Wir sind sogar an denc Punkte angelangt ta&S daß man Preisfragen über unseren Bestand artsschreibt. Aber was wir in dieser unglücklichen Zeit nicht haben, rvas rrns fehlt, aber uns nützen würde, da-r ist der Jecheskel, der Prophet, der prophezeit ws -n'x:, so wie ihm befohlen wurde und nicht anders. O möchten wir doch auch heute noch auf seine Stimme hören und zurückkehren zu unserem Gotte in diesen heiligen und furchtbaren Tagen. Gewiß, auch heute noch würde dann das Haus Israel sich erheben. ♦Tixt: ta: ta cirta by '-.tiy"

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