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Der Israelit · 1896-09-11 · Heft 73 (11.9.1896) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 73 (11.9.1896)
Date
1896-09-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1404 im Vurrdeslokal „lernen" dürften. —Nach kurzer Debatte wurde dann die Gründung des Bundes definitiv beschlossen ein Vertrauenscomile von 5 Personen (Eine derselben hält nicht einmal 1:22 &■>) zur Ausarbeitung der Statuten bestellt und von der U. O. B. B. Loge Mk. 2000 Beitrag bewilligt. Man kann sich leicht vorstellen, welche Ziele solch ein Bund verfolgen wird, der unter derartigen Tendenzen und unter der Aegide von Männern gegründet wird, von denen mehrere öffentlich rats* bdnv sind und von deren Einem das Gerücht geht, er habe dafür gewirkt, ein Enkelkind nicht beschneiden und eS späterhin auf brnvn bv “cp begraben zu lassen. — Traurig ist es nur, daß der Prediger der Synagoge Beneckestraße und einer der Vorsteher des orthodoxen Synagogenverbandes sich an diesem Treiben betheiligen, daß man die unerfahrene Jugend in solcher Weise zu verführen trachtet und daß man das Ganze mit „Hebung des Judenthums" bezeichnet. .wben nex Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 6. Septembee. Zu den jüdischen Festtagen dieses Monats, die den Sinn für Leben, Lehre und Geschichte des Judenthums bei unseren Glaubensgenoffen wieder wecken sollen, dürfte die Veröffentlichung eines Schreibens aus Shangai (China) von dem dortigen frühern Ministerpräsidenten Herrn P. G. von Moellendorf an Ehrw. Herrn Dr. I. Hamburger, Oberlandesrabbiner in Strelitz (Mcklb.) von nicht geringer Bedeutung sein. Dasselbe lautet: Shangai, den 13. März 1896. Mit der Post erlaube ich mir, Ihnen eine kleine Arbeit zu übersenden, die ich Sie bitte, als geringes Zeichen meiner Hochachtung freundlich entgegen zu nehmen. Als Jurist und Orientalist nach China verschlagen, bin ich stets auf meine eigene Bibliothek angewiesen gewesen, und Sie können sich kaum vorstellen, mit welchem Jubel ich seiner Zeit Ihre Encyclopädie begrüßt habe. Hebräisch, Alt und Neu, ist mein Crholungsstudium, in dem ich zwar wenig leiste, das ich aber, wie wohl so häufig im Leben, desto mehr verehre. Ihr Werk füllte, trotzdem ich eine gute Büchersammlung besitze, eine fühlbare Lücke aus. Geben Sie uns noch einen dritten Theil, d. h. eine encnclopädische Behandlung des Judenthums bis auf unsere Zeit. Oder sollte es sich nicht empfehlen, bei der nächsten Auflage das ganze Material mit Einschluß der neuen und neuesten Zeit in eine jüdische Encyclopädie zu vereinigen, für die Sie jetzt, nachdem Sie alle Schwierigkeiten überwunden haben, mit Leichtigkeit einen Verleger finden werden Mit aufrichtiger Hochachtung Ihr ganz ergebenster P. G. von Moellendorf. Hamburg, 3. Sept. Bekanntlich war die Beherbergung russischer und bis vor Kurzem auch österreichischer Auswanderer in der inneren Stadt seit dem verhangnißvollen Cholerajahr (1892) verboten worden. Um nun jedoch, den für die Hamburgische Schifffahrt so hochwichtigen Auswanderungsverkehr nicht zu hemmen, wurde seit Inkrafttreten des obigen Verbotes am linken Elbufer (Amerikaquai), ein mit allen erforderlichen Requisiten versehenes Barackenlager zur bequemen Einquartierung ver nach hier kommenden Auswanderr, abseiten der Behörde und Hamburg-Amerikanische-Packet-Aktien-Gesellschaft eingerichtet Das hiesige Israel. EnngrantenComitö (Vorsitzender Herr M. W. Hinrichsen) in Verbindung mit dem Verein für Obdachlose, waren von Anfang an bemüht für die religiösen Bedürfniffe der zahlreichen israel. Auswanderer, insbesondere für deren rituelle Verpflegung in ausgibigster Weise zu sorgen und kann man sich nicht anerkennend genug über die Bestrebungen und Erfolge, wie nicht minder über das bereitwillige und freundliche Entgegenkommen der hiesigen Behörden, sowohl, wie der genannten Dampfschiff-Compagnie äußern, insbesondere aber darf es hier nicht unerwähnt bleiben, daß der Vorsitzende und Leiter des Vereins für Obdachlose Herr Lehrer D. Wormser '"‘1:1, der mit seltener Hingebung und Selbstlosigkeit, sich fortgesetzt für das geistige und körperliche Wohl der armen Auswanderer in edelster Weise interessirt, sich am hervorragendsten, um das Gedeihen der erwähnten Einrichtungen verdient gemacht hatte. Er ist es auch, der in stetem Connex mit den betreffenden Behörden steht, bei denen er hochangesehen und wohlgelitten ist, der für zuverlässige Küche und Beschaffung von Koscherfleisch u. s. w., sowie nnasrn sorgt und dabei unausgesetzt neue Hilfsmittel herb ischafft (der sel. Baron Hirsch sandte ihm nicht selten namhafte Summen für diese Zwecke ) Seinem Wirken hat er mit dem heutigen Tage die Krone aufgesetzt, da cs ihm gelungen ist an Ort und Stelle (Amerikaquai), eine schöne und sehr geräumige Synagoge weihevoll zu eröffnen. Zahlreiche festlich gekleidete Herren und Damen sah man heute Nachmittag gegen 6 Uhr mit der Hafen- Dampfschifffähre nach dem Amerikahöft pilgern, um dem feierlichen Akt der Einweihung der Hafensynagoge anzuwohnen. Nachdem das Minchagebet beendigt war, intonirte der Chor 12:2 nv, worauf ein Männerquartett rrrn8 tbtö anstimmte; dann zündete Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner das -ren u an und die Einholung der min nsa wurde unter üblichem Gesang mit rrsprr vollzogen. Die Herren Obercantoren Süßkind (Tenor) und Dreiblatt (Bariton) erfreuten die Gemeinde mit meisterhaften Solovorträgen und trugen wesentlich zur Hebung der Festesstimmung bei. Nach dem Einheben begann Herr Oberrabbiner Hirsch, man kann wohl sagen nru -pdm ibix *]£>m seine der Feier vorzüglich angepaßte Weiherede; ausgehend von dem Textworte o-p^x jtb dm •o rrr px

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