Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-08-31 · Heft 70 (31.8.1896) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 70 (31.8.1896)
Date
1896-08-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448674--42416-2491419
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1849 sie verewigen, lassen sich nicht aus der Geschichte löschen. Tn hingegen verliert seine Bedeutung, wenn wir uns an demselben nicht verjüngen und erneuern. Denn nicht deshalb seiern wir Tn, weil an diesem Tage die Zeit sich erneuert, die Wellen der Zeit strömen gleichmäßig fort und nichts verräth im Meere der Zeit, daß mit m ein neues Jahr beginnt. Die 'Verjungung unserer Seele, die Kräftigung unserer Geister macht den ersten Tag des Tischri zur Glanzzeit unseres Seelenlebens, die die Brücke mit der sündhaften Vergangenheit abbrechend, einen neuen Abschnitt in unserem Leben bildet und nur weil der Geist sich verjüngt am m, ist dieser Tag auch für das Erdenleben, das vom Geiste seinen Werth und seine Weihe empfängt, zum Anfang eines Jahres bestimmt. mp irrrc ns-p wxcrc h Am m brecht, ruft der Prophet, aus eigenem Willen mit Euerem früheren sündhaften Leben, ringt Euch aus freier Wahl aus den düster» Gängen Gott entfremdeter Thätigkeit in das Lichtreich der Gotteserkenntniß, anr m, da die göttliche Stimme in uns, die das ganze Jahr hindurch vom Geräusche der Welt übertönt wird, die guten Keime in uns sich regen, unsere Seelen ihre ursprüngliche Reinheit erlangen können, um, suchet Gott, versäumet diese günstige Zeit nicht, mp vnre, da ist Er Euch nahe. Wie sollte auch Gott, der die Quelle unserer sich verjüngenden Seele ist, der Urspruug nnserer neue Schwingen erlangenden Geister, in dem Augenblicke uns fern sein, da wir seinem Ruse zur Verjüngung und Heiligung folgen V O, möchten wir Alle zu jenen zählen, von welcher: der Psalmist sagt: "x; -- nynn mr oyn ntwt pr>^n*> -pc Möchten die Schosartöne heilige Gedanken in uns wecken, die Saatkörner, die Gott in unsere Herzen streut, von ttits mit Ernst gepflegt werden, damit sie uns bringen Früchte wahren Glückes und wahren Heils. O, möchte m in Wirklichkeit uns zum m werden, zu einer Zeit des neuen Aufschwunges unseres Geistes, zum Frühling unserer Seele. Zeitungsnachrichten rrnd Corvefpondenzen. Deutschland. Frankenthal (Pfalz.) Es ist eine Trauerbotschaft, die ich Ihnen heute melden muß, und die gewiß bei vielen Lesern Ihres gesch. Blattes die innigste Theiluahme wecken wird. Lehrer und Cantor I s a a c Singer ist leider, wenn auch in hohem Alter, seinem Berufe und seinen vielen Freunden gar zu schnell durch den Tod entrissen worden. Wer den körperlich gesunden und geistig frischen Mann noch vor 1/4 Jahre gesehen hatte, konnte kaum glauben. daß er heute schon zu den Todten zählen werde. Wie kaum einer hatte Singer es verstanden, durch sein tief religiöses Wesen, sein leutseliges Benehmen, seine Gewissenhaftigkeit im Berufe, seine reiche Kenntnitz und durch seinen ungekünstelten Humor, alle, die mit ihm in Beziehung traten, für sich einzunehmen. Es war wahrhaft eine Wonne, sich mit diesem guten und gelehrten Manne unterhalten zu können. Wir fanden es daher auch begreiflich, daß Bezirksrabbiner Dr. Salvcndi den Entschlafenen bei seiner dienstlichen Verhinverung zu seinem Stellvertreter ernannte. Nachd.m S., der ein Alter von nahezu 76 Jahren erreichte, nach seinem Austritte aus dem Seminar zu Schwegenheim und Lambsheim als Lehrer und Kantor gewirkt hatte, wurde er an die Volksschule zu Frankenthal berufeti. In dieser Gemeinde wirkte er als Lehrer und Kantor über 50 Jahre, so daß im Jahre 1890 die Gemeinde seinen Jubeltag festlich beging und der Prinzregent ihn durch einen Orden auszeichnete. Es ist natürlich, daß der Tod eines solchen Mannes überall die größte Theilnahme hervorgerufen, welche sich besonders bei seiner Beerdigung bekundete. Aus allen Theilen der Pfalz, von vielen benachbarten Orten Badens und Hessens waren seine zahlreichen Bekannte und Freunde herbeigeeilt, um dem braven Manne die letzte Ehre zu erweisen. Die ganze jüdische Gemeinde Frankenthal, alle Bekannten, die evang. und katholische Geistlichkeit und viele christliche Bürger folgten dem Sarge. Die Lehrer Frankenthals und des Kreises sangen auf dem Friedhofe den 23. Psalm, welchem die Reden des Herrn Rabb. Dr. Salvendi, der Herren Lehrer Freudenthal ans Grünstadt, Fuchs, Hall aus Frankenthal und Krebs aus Oppatt folgten. Alle aber schieden mit Wehmut von eitlem Grabe, das der Edelsten Einen in sich ausgenommen hatte. Der Schreiber dieser Zeilen aber, der leider, weil er in der Ferne weilte, dem treuen, unvergeßlichen Freunde, mit dem er während eines Zeitraumes von 24 Jahren in inniger Freundschaft verbunden war, die letzte Ehre nicht erweisen konnte, rllft mit Wehmuth dem verstorbenen Freunde die Worte Davids auf den Tod Jonathans tiach: H ns thc H rey: /ns. „Es ist mir leid um Dich, mein Bruder, denn Du warst mir gar lieb." S. R 0 t h s ch i l d—Worms. Bitsch, 23. August. Heute wurde die irdische Hülle des erst seit Jahresfrist hier ansässigen Kaufmannes David Frankel, weithin unter dem Namen „Bruderherz" bekannt, welchen Namen er sich selbst beigelegt und mit Vorliebe hörte utld nannte, zur ewigen Ruhestätte nach Gündershofen überführt. Derselbe verstarb am 22. d. Mts., nach kürzer aber schwerer Krankheit im hiesigen Spital. Gegen 9 Uhr Morgens hatte sich der Kriegervereitt, dessen Mitglied der Verstorbene war, und viele Freunde

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.