Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 69 (27.8.1896)
- Date
- 1896-08-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1327 von dem Vorstande der Gemeinde, den Gemeindemitgliedern, Rabbinen und Gesangvereinen in solenner Weise gefeiert. Großartige Geschenke und prachtvoll ausgeftattete Adressen wurden überreicht. Das ihm gebrachte Geschenk an Geld überwies der Jubilar drei Wohlthätigkeitsanftalten. Wie Herr Heymann auch außerhalb der isr. Gemeinde der größten Hochachtung sich erfreut, ist aus nachstehendem Auszug aus der vielgelesenen Holländischen Zeitschrift „Für Jung und Alt" zu ersehen: „Der berühmte Ferd. Hiller, früherer Direktor des Konservatoriums zu Köln, hatte sich vielfach mit den Kompositionen des Herrn Heymann eingehend beschäftigt. Die Kritiken in den Zeitungen waren außerordentlich günstig, und die Kompositionen als Meisterwerke bezeichnet. Mehrere viel gelesene holländische sowohl als auch ausländische Zeitungen brachten das wohlgelungene Portrait des Jubilars. Bei seinem 25jährigen Amtsjubiläum hat Herr Heymann dem verstorbenen holländischen König Wilhelm HI. einige seiner Kompositionen anläßlich der 25 jährigen Krönungsfeier gewidmet und ein Dankschreiben von Sr. Majestät in sehr hoher Anerkennung erhalten. Als kaum 20jühriger junger Mensch kam Jsaae Heyruann von Gnesen, Provinz Posen, nach Amsterdanr und begeisterte das Auditorium durch seine reine, kristallklare Tenorstimme und durch seinen gewählten Vortrag, so daß er bald der gefeierte und weltberühmte Chasen wurde, dessen Namen weit und breit bekannt geworden ist. Als Mensch und als Bürger genießt Herr Heymann allgemeine Achtung. Zuvorkommend und wohlwollend, verbunden mit großer Mildthätigkeit für die Armen und freundlichem Entgegenkommen für diejenigen, welche Aufklärung oder Mitwirkung für andere Zwecke wünschen. Der frühere Fremdling wurde Holländer, Amsterdamer mit Leib und Seele. Talent ist in der Familie Heymann. — Vier Kinder des Jubilars haben sich der Musik gewidmet, und zu welcher Höhe es dieselben gebracht haben, ist allgemein bekannt. —- In der Komposition hat sich Herr Heymann irr hervorragender Weise bewährt; seine Kantaten, Lieder und Hynrnerr sind großartig schön und verdienen die größte Anerkennung". Türkei. Cassablanca. Die Nachrichten, die das Central- Comite der „All. isr." aus der israelitischen Gemeinde von Mzab, einem Flecken in der Nähe von Cassablarrca, erhalten hat, sind sehr ernster Natur. Da die Regierurrg S. Majestät den Gouverneur der besagten Ortschaft festnehmen ließ, haben sich einige Parteigänger gegen den Makhzen zusammengerottet und es kam in Mzab zu großen Ausschreitungen, deren erste Opfer unsere Glaubensgenossen wurden. Ihre Häuser wurden eingeäschert und geplündert, die Frauen und Kinder entführt und diejenigen, welche durch ein Wunder den Unholden entgangen sind, irren auf den Feldern um',er. Die Angestellten der Behörde waren den Aufständigen gegenüber ohnmächtig. Die israel. Gemeinde in Mzab besteht aus etwa tausend Seelen; sie genoß einen ziemlichen Wohlstand, aber heute sind ihre Häuser, Läden, Magazine nur noch Ruinen; die Aufständigen haben alles zerstört. Von diesem noch vor einigen Tagen in voller Blüthe stehenden Fleckchen bleibt nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Die israel. Familien sind verstreut. Väter, Mütter und Kinder sind von einander getrennt; namentlich die Frauen, Mädchen und Kinder, die auf den Märkten als niedrige Sclaven verkauft werden. Eine Subscription ist in Cassablanca zum Rückkauf dieser unglücklichen Opfer der wahren Barbarei und des Fanatismus eröffnet worden. Leider aber sind die Israeliten von Casablanca nicht im Stande, allein eine ganze Bevölkerung zurückzukaufen. P a l ä st i n a. (o) Jerusalem (2"2n), 1. Aug. Die Zeit, in der es uns Juden gestattet sein wird, wenn auch nicht das Grab unseres großen Lehrers Moses, so doch wenigstens den Berg auf dem er gestorben ist, aufsuchen zu können, ist nicht mehr ferne, denn die Pforte läßt jetzt im transjordanischen Gebiete einige Straßen traciren, um auf denselben Truppenschübe vornehmen und so die Beduinenstämme, die in diesem Gebiete Hausen, besser im Zaume halten zu können. Eine dieser Straßen wir) nun vom Jordan, Jericho gegenüber, längs des nördlichen Abhanges des Berges Nebo (n: irr) oder wie die Beduinen ihn nennen: Dschebl Nebi Mussa (Berg des Propheten Moses) nach dem Städtchen Kerak im Lande Moab führen. Merkwürdigerweise sind auch die Beduinen mit dem Bau der letzteren Straße, trotzdem dieselbe gegen sie gerichtet ist, vollkommen einverstanden, da sie wissen, daß dann Hunderte von Jerusalempilgern auch in ihr Land kommen werden, um die Grabesstätte des Gotlesmannrs aufzusuchen, wobei sie ihnen ihre Feld- und Gartenfrüchte und auch andere Lebensmittel theuer bezahlen werden. Jedenfalls aber wird dann am Fuße des Berges Nebo eine feste Ansiedelung entstehen, die den zahlreichen Pilgern Obdach und Verpflegung gewähren kann. Sehr besucht wird dann voraussichtlich auch der nordwestliche Hügel dieses Berges sein, welcher der höchste in diesem Hügel (reocn twn) denn auf diesem Hügel stand wahrscheinlich Moses als ihn der Allmächtige das ferne gelobte Land bis zum Mittelmeere (pnxrt dtt ny) sehen ließ, sowie es auch die Beduinen behaupten. Dieselben schildern auch die herrliche und weite Aussicht, die man von diesem Hügel aus genießt. Wenn dieselben aber behaupten, daß Moses in der Nähe dieses Hügels auf einem Abhänge