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Der Israelit · 1896-08-27 · Heft 69 (27.8.1896) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 69 (27.8.1896)
Date
1896-08-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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dismus! .... Gleich am Anfänge des krausen Arlikelchens wird im Nebbichtone geklagt: „Einen schweren, harten Standpunkt hat Herr Oberrabbiner Lipschitz schon als provisorischer Präses der otth. Kanzlei; wer weiß, ob sein Deftmtivum nicht noch lange aus sich warten lasten wird." Dann folgen Ungeheuerlichkeiten auf Ungeheuerlichkeiten, echte Purimstückchen, jedoch ohne Geist und ohne Witz. Ta w rden die „unterländischen Chassidim" zumal, aus den Comitaten Marmarosch und Bereg in läppischer Weise angegriffen und all das ohne jeglichen Grund. Zum Schluffe schreibt der naive Ärtikelschreiber warnend und mahnend: , Im Interesse ihrer eigenen Partei, aber auch in dem der Gesamintjudenheit Ungarns sollten die nüchternen Elemente der ungarländischen Orthodoxie sich consolidiren und um die Person des Szantoer Oberrabbiners schaaren, damit nicht die Finsterniß obstege, sondern die rationelle Strenggläubigkeit ibre Rechte zur Geltung bringe." Schauderhaft schön gesprochen! Damit wird blos eine offene Thüre eingerannt, denn wie mir authentisch berichten können, herrscht im Lager der vaterländischen Orthodoxen die vollkommenste Ruhe und sind dieselben in Frieden eins und einig! Der „ausgezeichnete" Oberrabbiner Leopold Lipschitz, hat schon seit der schweren Krankheit des unvergeßlichen Reich die Agenden der Kanzlei mustergiltig geführt und hat sich seit dem Tode seines verewigten Vorgängers, als besten würdiger Nachfolger vollkommen bewährt, so daß seine Partei mit ihm, ihrem dermaligen Führer und Leiter, im höchsten Grade zufrieden ist. Deßhalb unterliegt es auch keinem Zweifel, daß Lipschitz mit großer Begeisterung zum definitiven Oberhaupte der ungarischen orthodoxen Judenheit proklamirt werden wird, wozu der Gott Israels seinen Segen gebe! Ben Joßef. (PB.) Czernowih, 21. August. Auch in unserer Provinz, der Bukowina, obgleich sie die östlichst gelegene der österreichischen Monarchie ist, und daher von Wien, dem Brennpunkte unseres vaterländischen Antisemitismus, ungemein entfernt ist, zeigen sich schon die ersten Spuren dieser modernen Pest und drohen den Frieden, der bisher zwischen den verschiedenen Confessionen unserer Provinz herrschte, zu vernichten. So melden die hiesigen Blätter soeben, daß der Vicebürgermeister von Wien, der famose Dr. Lueger, nächstens mit seinem Adjutanten, dem Mechaniker Schneider, dem bekannten Freunde der Ritualmordgeschichten, nach unserem benachbarten Städtchen Radautz — hierher, nach der Hauptstadt, dem Sitze der Intelligenz, wagen diese Cunipane noch nicht zu kommen — kommen werden, um dort ihr Gift auszuftreuen. Eingeladen zu diesem Besuche sollen sie von dem Notar in Radautz worden sein, der sich darüber kränkt, weil das Notariat in der Bukowina nun auch schon verjudet ist. Notabene giebt es unter den achtzehn Notaren der Bukowina nur einen einzigen Juden. Gegen diesen jüd. Notar wird also jetzt der ganze antisemitische Heerbann aufgeboten. Holland. Amsterdam. (Unlieb verspätet). Am iro-str aij? vor 40 Jahren war es, wie wir z. Zt. in einer kurzen Notiz berichteten, daß der ehrwürdige Herr Jsaac Heymann als Ober-Kantor bei der Niederländisch-Israelitischen Gemeinde angestellt wurde. Hatte man s. Z. auf den Namen des Herrn Heymann, welcher damals noch ein junger Mann von kaum 20 Jahren war, und durch die Weise, in welcher er seinen Probedienst Angesichts von tausenden Zuhörern ablegte, sehr große Hoffnungen gehegt, so glaubte nran in ihm einen olmsan gefunden zu haben, welcher ein Schmuck der Israelitischen Gemeinde zu Amsterdam sein sollte; nun ja, ein Zeitraum von 40 Jahren liegt hinter ihm mit) uns, zum Beweis, daß man sich in seinen Erwartungen nicht getäuscht hat, sondern daß Heymann vollkommen den Altforderungen entsprochen hat, welche wir dem Ober- Kantor von Amsterdam zugestehen niüssen, daß er in Wirklichkeit ein Schmuck unserer geachteten Gemeinde gewesen ist. Wenn von dein Ober-Kantor gesprochen wird, dann rühmt der Eine seine herrliche Stimme, welche in den 40 Jahren noch nicht gelitten hat, das musikalische Talent, wovon er ttoch nichts verloren hat; der Andere rühmt ihn als geübten Sänger, der neben seiner ausgebreiteten musikalischen Kenntniß, auch singen gelernt hat; ein Dritter preist seine correetc Aussprache im Gebete, während ein Vierter seine ausgezeichtteten synagogalc Eompositionen betvundert. Allem diesem stimmen tvir gerne zu, und wünschen kein Jota 51t verkleinern. Was uns jedoch Heymann in so hohe edle Bezeichrmng als pn gestellt hat, das ist außerdem noch das -ine: nxv- *T2W rjc*? das war die Weise wie er vor dem nay steht, seine Haltung in der Synagoge. Da steht er wirklich von den: Tage ab, wie er sein heiliges Amt antrat nni-a TS', welches seitdem nicht verändert ist. In dem Gotteshause kennt er Nienrand, spricht mit Niemand, sondern ist ganz in Anspruch genommen von seinem Amte und seine Haltung verräth, daß er so zu sagen nichts um sich her sieht, und steht vor dem cy mit nsrr und mit “hb mit Furcht und Ehrerbietung, daß er da bbBriv ist in wahrem Sinne des Wortes, daß er sich nur äußern will, wie bei der irrsy ausgesprochen wird, nämlich t-j?; nx-ra --zb -jmw. Darum ist er auch berechtigt auf volle Achtung, Liebe und Werthschätzung derjenigen zu rechnen, welche einen pn zu schätzen wissen, und darum hat das Heymann- Eomite wohl eine mühevolle, doch dankbare Arbeit vollbracht. Sein Jubiläum wurde am zrv

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