Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-08-20 · Heft 67 (20.8.1896) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 67 (20.8.1896)
Date
1896-08-20
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448671--42358-2491358
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

neuen Verband die Ausarbeitung eines Lesebuches für ganz Deutschland mit mehreren heimatlichen Anhängen leichter herzustellen sei. — Für den Verein seien, da die Auflage zu gering, die Kosten zu hoch. Dr. Lob bittet, die Arbeiten zu beschleunigen, da die Regierung auf Entscheidung der Lesebuchfrage dringe. — Leon-Norden und Spanier— Stolzenau machen auf die Schwierigkeiten aufmerksam, welche sich einem Lesebuche für alle Schulen entgegenstellen würden. Zunächst seien die mannigfachen Schulverhältnisse zu berücksichtigen, ferner die Tendenz des Buches in Betracht ziehen. — Nachdem zu dieser Frage noch von verschiedenen Seiten gesprochen, werden sämtliche Anträge der Kommission genehmigt. Bezüglich des Anerbietens des westfälischen Verbandes erklärte die Versammlung: In Anbetracht der Thatsache, daß die Kommissionsarbeiten schon ziemlich vorgeschritten sind, und daß eine mitwirkendc Betheiligung dieses Verbandes die Fertigstellung nicht unbedeutend verzögern würde und in Erwägung, daß für den Bezirck Emden— Aurich eine Beschleunigung dringend erforderlich ist, hält die Versammlung cs nicht für angezeigt, das Anerbieten des Verbandes anzunehmen. Die Einführung des Buches in Nachbarprovinzen, die sehr erwünscht ist, soll dadurch erleichtert winden, daß der heimathliche Theil den Verhältnissen der Nachbarprovinzen Rechnung tragen wird. — Es wurden nunmehr die freien Besprechungen wieder ausgenommen. Nach Austausch mancherlei Erfahrungen und Besprechung verschiedener das Lchrerleben betreffenden Fragen, war die Tagesordnung erschöpf:. Die nächste Versammlung soll in der Pfingstwoche in Hannover stattfinden. Referate übernahmen: Dr. Gronemann—Hannover, Selig-Emden, Fabisch—Göttingen, Apt— Pattensen. Philipp—Lüneburg dankte namens der Versammlung dem Vorsitzenden für die unparteiische und mühevolle Leitung. Mit dem Wunsche: „Freudiges Wiedersehen im nächsten Jahre!" wurde die Versammlung Abends <s Uhr geschlossen. Die Schriftführer: Fivau Meyer-Hannover. Julius Spanier—Stolzenau. 28. Iahresaersammlaag der Israelit. Kehmkansereaz Mens am 6. Mi 1896. (Amtlicher Bericht.) Entsprechend unserer bisherigen Gepflogenheit, unsere Versammlungen abwechselnd in Cassel und einem im Süden unseres Regierungsbezirks gelegenen Orte abzuhallen, fand die diesjährige Generalversammlung an der äußersten Grenze desselben — in Bockenheim — statt. Wenn auch die im Süden wohnenden Kollegen durch zahlreiche Betheiligung dies Entgegenkommen gewürdigt hatten, so blieb doch die Zahl der Theilnehmer gegen frühere Jahre erheblich zurück, da der eigentliche Stamm der Konferenzbesucher theils wegen der weilen Entfernung, theils wegen familiärer Verhinderungen die diesjährige Versammlung nicht besuchen konnte. Ausweislich der Präsenzliste waren 31 Mitglieder und 12 Gäste erschienen. In herkömmlicher Weise wurde die Versammlung durch Choralgesang eröffnet. Mit herzlichen Begrüßungsworten leitete sodann der Vorsitzende, Herr Seminardirektor Dr. Stein, seine auch diesmal wieder erhebende Eröffnungsrede ein. Ausgehend von der Bedeutung Frankfurts — dem Bockenheim seit einigen Jahren einverleibt ist — für das Judenthum im Mittelalter und bis an die Schwelle unserer Zeit und ausführend, daß aus denselben Anschauungen und historischen Verhältniffen, die anfangs dieses Jahrhunderts das Frankfurter Philantropin ins Leben riefen, auch das Caffeler Seminar hervorgegangen sei, wie ja auch fast zu gleicher Zeit au beiden Orten Vereine zur Förderung des Handwerks, der Kunst und Wiffenschaft unter den Juden entstanden seien, gedachte die Eröffnungsrede Gabriel Rießers, der gerade von Bockenheim aus durch seine Schriften, die durch ihre überzeugende Macht und ihren edlen Styl tiefer auf die Gesetzgeber seiner Zeit einzuwirken imstande waren, das zum Ziele führte, was Israel Jakobson und Wolf Breidenbach von Frankfurt aus nur anstreben konnten. Sollte die Emaneipation erreicht werden, für welche gerade Gabriel Rießer so begeistert und ausdauernd, aber auch mit so großem Erfolge eintrat, so mußte zunächst das Judenlhum den Beweis erbringen, daß sich deutsche Bildung und Gesittung mit treuester Anhänglichkeit an den väterlichen Glauben wohl vereinigen laffe. Besonders sei die Schule die Vermittlerin zwischen denr Alten und dem Neuen geworden; sie habe von ihrer stillen Werkstatt aus eine ungekannte Entwickelung vorbereitet und ein Geschlecht herangebildet, das jene Aufgabe auf das glänzendste zu lösen imstande war. Zur Erreichung dieses Zieles habe aber die Schule zu allen Zeiten der tatkräftigsten Unterstützung des Elternhauses bedurft und darunr stets darauf Bedacht genommen, dasselbe für die gemeinsame Arbeit auf dem Gebiete der religiösen und sittlichen Erziehung zu gewinnen. Mit dem Wunsche, auch unsere heutigen Verhandlungen rnöchtenzur Erreichung dieserZiele beitragen, damit für die alten Ideale neue Begeisterung gewonnen werde und unsere Schule nimmer ihrer Bestimmung verlustig gehe, deutsche Bildung und Gesittung mit der Treue gegen die väterliche Religion in Uebereinstimmung zu bringen, schloß Redner, dem die Versammlung für die begeisternden Ausführungen mit reichem Beifall dankte. Nachdein^,das Bureau in der Weise gebildet

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.