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Der Israelit · 1896-08-20 · Heft 67 (20.8.1896) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 67 (20.8.1896)
Date
1896-08-20
Page
– (sequence 21)
Language
German
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1295 war, daß Herr Gutkind—Cassel zum Stellvertreter des Vorsitzenden und die Unterzeichneten zu Schriftführern bestimmt wurden, stellte der Vorsitzende die erschienenen Gäste vor, von denen die Herren Rabbiner Dr. Munk—Marburg, Dr. Jakob—Güttingen, Dr. Horowitz—Frankfurt, sowie Realschuldirektor Dr. B ä r w a l d—Frankfurt besonders erwähnt sein mögen; außer ihnen hatten uns wieder mehrere Kollegen aus benachbarten Provinzen beehrt. Von den der Versammlung mitgetheilten Entschuldigungen führen wir nur diejenige des zum Delegirten des D.-J.G.-B. bestimmten Herrn Rechtsanwalts Pl o t k e— Frankfurt a. M, sowie diejenige unseres leider durch Krankheit behinderten Ausschußmitgliedes, Herrn Cornelius—Rothenburg, an; letzterer, sowie Herr Hauptlehrer A n d o r n—Creseld, früher Mitglied unserer Konferenz, hatten die Versammlung schriftlich, resp. telegraphisch begrüßt. Aus dem vom Ausschüsse erstatteten Jahresbericht sei zunächst erwähnt, daß Herr Dr. Munk dein Ausschüsse die Ausführung des im vorigen Jahre übernommenen Auftrages, den t>ou genanntem Herrrn auf unserer vorigen Jahresversammlung gehaltenen Vortrag: „Was ist Thierschutz und wie soll die Pflicht der Schonung der Thiere uttb Pflanzen in der israelitischen Schule gelehrt werdend" dem Dritck zu übergeben, dadurch in dankenswerther Weise erspart hatte, daß er die Drucklegung aus eigene Kosten veranlaßte. Auch hat derselbe der Konferenz eilte größere Anzahl Exemplare des Vortrages, der in der Elwerts'schen Buchhandlung zu Marburg erschieilen ist und weitesten Kreiseil empfohlen sein möge, zur Gratisvertheilung überwiesen. — In einer seiner Sitzungen hatte fickder Ausschuß mit dem dem Landtage vorgelegten Entwllrfe eines Lehrerbesolduugsgesetzes beschäftigt, um zu den die israel. Schllte speziell berührenden Punkten Stellung zu nehmen. Die vorgesehenen Bestimmungen über die besondere Vergütung des Kirchendienstes veranlaßten den Ausschuß, denl Landtage durch Vermittelung des HauptauSschusses, des Hessischen Volksschnllehrer-vereinS Verbesserungsvorschläge zu uilterbreiten. Der Petitiorl des Verbandes der israelitischen Lehrervereiite im deutschen Reiche uns anznschlicßen, unterließen wir, ltachdent eiitflußreiche politische Parteieil im Landtage angeregt hatten, auch die im privaten Schuldienste verbrachte Dienstzeit in Anrechnung zu bringen. — In den Kosten der Versammlultg hatte der Vorstalld der Lehrerverbandes den Betrag von 14o M. bewilligt. — Der Jahresbericht gedachte danll zunt Schlüsse noch der im verflossenen Vereinsjahre Heimgegangenen Kollegen und Freunde ltllseres Vereins, der Herren Jnstizrath Hirsch-Cassel, Sekretär des dortigen Vorsteheramtes der Israeliten, Schriftsteller Benedikt Hause—Eisenach, Lehrer Strauß—Burghaun und Prediger Fackenheim—Mühlhausen. Die Versammlung ehrte das Alldellken der Verstorbenen in üblicher Weise. DaS auf der Tagesorduuug stehende pädagogische Thema sollte die Frage behandelt: „Was ist in ben israelitischen Gemeinden für die religiöse und sittliche Fortbildung der Jugend zu thun?" Der Referent, Herr Rosenbaum—Zierenberg, hatte es verstandell, dem spröden Stoffe interessante Seiten abzugcwinnen nnb das schwierige Thema in einer die Versammlung feffetnden Weise zu bearbeiten. Reben vielem Anderen, was Referent in seinem Vortrage empfahl, schlug er hauptsächlich Begründung von Jünglingsvereinen vor, die nebeti der deutschen Litteratur auch das jüdische Schriftthum, neben der Liebe zuni deutschen Vaterlande auch den Sinn für die angestammte Religion und die Begeisterung für die heiligen Güter Israels zu pflegen haben würden. — Das Korreferat des Herrn Flörsheim—Wolfhagen, der das Thema ebenfalls recht eingehend behandelte, deckte sich im Ganzen mit den Ausführungen des Referates. Von einer Besprechung der aufgestellten Leitsätze, so interessant sie auch zu rverden versprach, mußte abgesehen werden, um die an sich schon knapp zubemefsene Zeit wichtigen und drängenden Theilen der Tagesordnung zuwenden zu können. Während der nun folgenden kurzen Frühstückspause mußte Herr Dr. Stein zu allgemeinstem Bedauern die Versammlung verlassen, um zur Stärkung seiner angegriffenen Gesundheit nach dem Badeorte Badenweiler abzureisen, und die Verhandlungen mußten zum erstenmale seit 28 Jahren in seiner Abwesenheit unter dein Vorsitze des Herrn Gutkind—Cassel weitergeführt werden. Es folgte nun der von dem Unterzeichneten Amram erstattete Bericht über die Zwecks Begründung eines Verbandes der israelitischen Lehrervereinc im deutschen Reiche in Berlin abgehaltene Delegirtenversannnlung, an der für unsere Konferenz außer ihm noch Herr Gntkind theilgenommcn hatte. Der Bericht hatte, um die Worte eines an der Debatte sich betheiligenden Gastes anzuführen, in gerechtester Weise Licht uitb Schatten zusammengestellt und empfahl, namens des Ausschusses den Anschluß au den Verband. Die Debatte, welcher hauptsächlich durch die Ausführungen des Herrn Dr. Hvrowitz die Richtung vorgezeichnet worden war und an der sich neben andern die Herrn Spiro—Schenklengsfeld, Strauß — Gelnhausen, Elias—Darmstadt und der Referent betheiligten, drehte sich vornehmlich um die Frage, ob dein D. I. G. B das Recht zugestanden werden solle, ein Mitglied in ben Vorstand des Verbandes zu delegiren. Schließlich getaugte der Vermittelungsantragdes Herrn Plant—Grebenstein zur Annahme, die Beschlußfassung auf die nächste Jahresversamm-

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