Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 67 (20.8.1896)
- Date
- 1896-08-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1284 Execlsior, feinster Kräuter-Elexir von besonderer magenstärkender Wirkung. 2. Aha's „Kornbranntmein." 3. Aha's „Aller Korn". Gebr. Adler-Schott, Cognac-Brennerei, Frankfurt a. M., Langestraße 13.1. Cognac naturel. 2. Kirschwasier, Zwetschenwasser. S. Baer u. C^e., Branntwein-, und Liqueurfabrik, Wiesbaden, Hellmundstraße 32, Cognac und Liqueure. Abtheilung 3: Kaufmann Söhne Ä., Weinheim i. Baden. Specialität: feinste Tafelöle, (eigene Spezialmarke), Mohn-, Sesam-, Arachide-, Cotton-Speiseöle, Nuß- und Olivenöle, Oelsaaten, Früchte verschiedener Art. Unter Abtheilung 5: M. Horch u. Cie., Möbelfabrik, Neu-Isenburg. Weinkühlapparat für offene Weine. D. R. P. Nr. 85763. Simons Sigmund, Metallwaaren EngroS, technische Artikel, Mannheim, D. 6, 6 und 17. Amerikanische Eismaschinen, System «Blizzard". Unter Abtheilung 7: Stadthagen Meyer, Lager in Haus- und Küchengeräthen, Berlin NO., Neue Königstraße 17. Schälapparate für Gemüseverwerthung, Stahlwaaren für Hotel- und Wirthschaftswesen. Optische Instrumente zum Untersuchen von Nahrungsmitteln. Verschiedene Haus- und Küchengeräthe. Unter Abtheilung 8: Wertheimer u. Co. Bernhard, Hoflieferanten, Frankfurt a. M., Feldbergftraße. Neuheiten für Hotel-, Garten- und Wirthschaftsbedarf. Automaten aller Art. Außerdem haben noch ausgestellt die Herren : Herzog Ferd., Schuhwaarengeschäft, Wiesbaden, Langgasse 44. Fertige Schuhwaaren. Rosenbaum Alb., Fabrikant, Frankfurt a. M>, Kellerei-Maschinen und -Utensilien k., Stern S., Kaufmann, Offenbach a. M. Automatisch verschließbarer Getränkekühler. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 13. August. (A b g. F o u r it t c r ü b e r den Antisemitism u s.) Wie nachträglich bekannt wird, hat Abg. Fournier in seiner Rede vor den Wählern in Tetschen auch folgenden Satz vorgebracht : Das Einneten für das Grundgesetz des Staates ivürde uns wesentlich erleichtert werden, wenn die vielen wohlgesinnten und ehrenwerth n Angehörigen des Iudenthnins unter ihren Volksgenossen dahin wirken wollte», daß die Steine des Anstoßes beseitigt würden, die zumeist auf wirthschaftlichem Gebiete liegen und die ein durch die Verhältnisse von Jahrhunderten großgezogencr, rücksichtsloser 0'rwerbstrieb, der oft die Grenze» geschäftsinännischer Sittlichkeit überschreitet, immer aufs neue anhäust. Veranlaßt durch diese Aeußerung des Abg. Fournier, wurde ein offenes Schreiben des Ausschusses des Centralvereins jur Pflege jüdischer Angelegenheiten versandt, in welchem der Verein aus das entschiedenste gegen diese grundlosen Insinuationen proteftirt und gegenüber dem Abg. Fournier Folgendes ausführt: Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß in allen Bevölkcrungsschichtcn, sie mögen der eine» oder der anderen Conscssion angehöre», Elemente bestehen, welche in ihren Bctufszwcigen sich nicht von den lallte, sten Motiven leiten lassen. Solche Elemente sinder, sich aber bei Deutschen und Ezechen, bei Juden und Christen ohne Unterschied, und keiner unserer unparteiischen und vorurtheilsfreien Mitbürger wird sich dcßhalb zirr tendenziösen Behauptung hcrbeilasseu, daß in der einen oder der anderen Bevölkerungsklasse der immoralische Erwerb eine Cigenthümlichkeit derselben bilde, ein verwerfliches Schlagwort, mit dem die Antisemiten die weiten Volksschichten für ihre Agitation dienstbar machen und bekanntlich für ihre Partcizwccke z,l gewiiiiien und beherrschen suchen. Woaber die Bemerkung anbelavgt, daß die wohlgesinnten und ehrenhaften Angehörigen des Jud-nthums auf die Hebung des moralischen Zustandes ihrer Glaubensgenossen bedacht sein sollen, so ist cs abermals nur Unkenntmß der Verhältnisse, lvenn Sie. geehrter Herr Professor, diese Ansicht aufstelleii. In letzterer Hinsicht ist es uns gerade zu unerklärlich, welche Einflußnahme nach Ihrer Ansicht r.och möglich wäre. Wissenschaft uild Präzis kennen zur Hebung der Moral der niederen Volkoklnssen zwei Mittel: Linderung der materiellen Noth uild^Unterricht. Daß in diesen zwei Richtungen von jüdischer Seite weniger geleistet rvcrde als von christlicher, hat der verbissenste 'Antisemit bisher ilicht behauptet, und eine andere Cliistußiiahille der wohlgesinnten und ehrenhaften Juden aus ihre Glaubensgenossen ist in größerem Moßstabe nicht durchführbar. Ein wahrhaft liberaler Mann kann also die wohlgesinnten und ehrenhaften Angehörigen des Judenthunls, welche durch Woblthätigk it, Förderung des Unterrichtes, Unterstützung des Handwerkes u. dgl. m. nach besten Kräften für ihre Glaubensgenossen wirken, nick), für das Entstehen und Weiterverbreiten des Antiselilitisnills ven.ntivortlicl) machen und kann auch sein, Verhalten gegenüber dieser Schande unseres Jahrhunderts nicht davon abhängig machen, daß die wohlgesinnten und ehrenhaften Jliden eine moralische Garantie übcrnchincn, vor ivelcher der wohlgesinnteste und ehrenhafteste Christ wegen Unmöglichkeit der Erfüllung znrückschrecken müßte. 1* Budapest, 18. Aug. Die Gesetzgebung nahm behufs Entschädigung jener Seelsorger, die durch die Verstaatlichung des Matrikelwesens in ihrem Einkommen eine starke Einbuße erlitten, in den Etatsvoranschlag die Summe von 300.000 Kronen aitf. Der Kultusminister, der den Rabbinern eine viel höhere Summe als im Vorjahre widmete, fordert nun die israelitische Landeskanzlei und die orthodoxe Dnrchführnngscommission ans, ihm eine Liste der in ihrem Einkommen geschädigten Rabbiner vorzulegen, um die Verrhcilung der Entschädigungssumme vornehmen zu können. Die Daten, die vor einigen Moliaten abverlangt wurden, werden anläßlich der Regelung der Congrua bei der Beftinnnitng des Gehaltsminimnms der Rabbitier mtb der entsprechenden Ergänzung desselben verwerthet werden. (P.) Baes-Almas, 13. Augnst. Unserer kleinen Gemeinde ist eine große Ehre widerfahren. Ein Sohn derselben, Dr. Samuel Funk, der seine talmudischen Studien in dem Hilvesheiiner'schen Seminar zu Berlin gemacht, wurde von der dentschösterreichisch-ungarischen Geineinde in Serajewo (Bosnien) zu ihrem Rabbiner gewählt. (Von uns bereits gemeldet. D. Red.) Die Wahl erfolgte, was um