Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 67 (20.8.1896)
- Date
- 1896-08-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1235 so ehrender für Dr. Funk ist, per Acclamalion. Uebrigens wird der junge Rabbiner allgemein als ein guter Kanzelredner gerühmt. Sprechsaal. Ans Hessen- (5s ist mir unbegreiflich, daß „(5iu uichl staatlich Geprüfter," ivie sich der betreffende Herr mit Stolz nennt, sich so große Mühe gibt, Lehrer von sc ner Kategorie zu vertheidigcn. Ist cs vielleicht die Schreibwuth, die ihn ergriffen? Es wird ja von jedem vernünftigen Menschen nicht in Abrede gestellt werden, daß auch einzelne > icht seminaristisch gebildete Lehrer Tüchtiges in ihrer Art leisten. Jedoch wird von nie i and besteitten werde», daß die meisten derselben vollständig ungeeignet sind, als Neligionslehrer zu fungircn. Die Erfahrung hat es gelehrt. Warum schreiben die Gemeinde.: aus: „Nur seminaristisch gebildete Lehrer mögen ihre Zeugnisse eiiiscnderi?" Tie Antwort ist: „Die Gemeiden sind von diesen Herren, die sich zwar Lehrer nennen, aber keine, sind gründlich geheilt worden." Ihre edlen Absichten werden gerne anerkannt, doch beruhigen Sic sich mit dem Gedanken, Ihre Schuldigke t gethan zu haben. Ihr Vertheidigungsartikel im „Israelit" hat das Sclbstbewußtsein die „Glicht staatlich Geprüften" bereits genügend gehoben. L. St. > Vermischtes. < Berlin. (Hausirer unb Geh. Mcd izinalrath. Die „Deutsche Rundschau" vom Juli 18% veröffentlicht eine Studie über die gelehrten zrreise Königsbergs, deren einer den Namen „Montagskränzchen" führte Darin heißt es 01 f): „Eins der treuesten Btitglieder des Montagskränzchens war bis an sein Ende der vielsährige Leiter der Klinik für innere Krankheiten, (sch. Medizmalrath Professor Georg Hirsch (17!)9—1885), ociii Vater (gcst. 1820) war der erste Jude, der ein Staatsamt bekleidete. Lehr jung als Hausircr aus Danzig in Königsberg eingewandert, mar er in ein Bankgeschäft eingetreten, doch von einem unwiderstehlichen Drange zum Studium der Medizin getrieben, hatte er mit stauncnswcrther Energie gearbeitet, gespart n..d gedarbt, bis er mit 26 Jahren das Abiturienten- und mit 32 das Doktorexamen machen könnt. Er gründete das Hebammeninstitut in Königsberg und wurde dessen Director und Medizinalrarh; Friedrich Wilhelm III. bezeigte ihm wiederholt seinen Dank für die verwundeten Kriegern geleistete Hilfe und sandte ihm kostbare Andenken. Hufeland, der cs als eine glückliche Fügung betrachtete, 1808 bei ihm (als Leibarzt der Königin Louise) cinquartirt zu sein, nennt ihn das Muster eines seinem Berufe sich ganz hingehenden Arztes, seine Gattin das Muster einer guten Hausfrau " und Mutier. Paris, 30. Juli. Dieser Tage fand in der Notredamc- Kirche die Einsegnung des Marquis de Mores und darauf die Beisetzung auf dem Montmartre-Friedhofe statt. Die allgemeine Betheiligung war trotz des Sonntags, trotz der lebhaften antisemitischen Agitation und trotzdem man dem Tode des sardinischcn Marquis Mores den Charakter eines patriotischen Opfers gab, eure geringe Nur wenige Personen hatten sich vor der Kirche eingefundcn. Die Kirche selbst war besser besucht. Während der Leichenzug durch die Rue Rivoli und die Avenue de l'Opera nach dem Friedhofe Montmartre sich bewegte, wuchs die Menge der Neugierigen an, sie war aber für Pariser Verhältnisse keine sehr große. Das Leichenbegängniß blieb eine Familicn-Angelegenheit der Aristokratie, der Antisemiten und Plebiscitäre. Die Rede, die Drumont am Grabe des Marquis des Mores hielt, war ein gesprochener Hetzartikel, worin England perfider Jutriguen angeklagt und der englische Eonsul in Tripolis, der jüdische Großhändler Arbib, für den Tod Mores verantwortlich gemacht wurde. Diese Rede ries anti-englische antisemitische Demonstrationen hervor, welche der Leichenfeier eine mit der Friedhofsruhe peinlich contrastirenden Eharacter eines Partei-Meetings verliehen. Die Beilage der „Sprüche der Väter" in Buchform wird, um Ueberporto zu vermeiden, erst der nächsten Donnerstagsnummer beigegeben. Red. d JSr. Im Ausverkauf reduzirt. Alpakai,°I)Pc,tbrei,!mo,,el'nstc Dessins II. Karben äM. 1.15 ne. p. Meter. garantirt waschecht »22 Pf. per Meter Illuster auf Verlangeu franco in's Haus. Mssffeli»elai»e garantirt reine Wolle modernste Dessins a 60 Pfper Meter versenden in einzelnen Metern franco ins Haus, Modcbilder gratis OüTTlXtwJBR & Co., Frankfort am Main. Separat-Abtheilung für Herrenkleiderstoffe. Buxkin v. M. 1.35 Pffl., Cheviots v. M. 195 Pfg. an pr. Meter. 89* Dl n r e i q z tu Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Heirath« Israel. Mädchen, 25 Jahre, 5000 Mk. 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