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Der Israelit · 1896-08-20 · Heft 67 (20.8.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 67 (20.8.1896)
Date
1896-08-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX VII. Jahrgang. Erste Beilage M M 67 -es „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. (Die Juden als Bauern in der Gegenwart.) Die „Mittheilungen" bringen unter obigem Titel eine längere Serie von Artikeln, die sie wie folgt, schließen: Wir sind zu Ende mit unserer Betrachtung. Wir haben gesehen, daß sich die Juden zwar bei Weitem nicht in bem Verhältnis wie dies bei Anderen der Fall ist, aber doch in mcht so unbedeutender Zahl, wie man gewöhnlich anniinmt, der Landwirthschaft widmen, wir haben vor allen Dingen gesehen, daß sie selbst große Anstrengungen machen, um in höherem Maße als bisher diesen Beruf einzuschlagen. Wir sehen, daß in Rußland die mit Erlaubniß und in früheren Zeiten mit der Förderung oer russischen Regierung angelegten Colonien von jüdischen Bauern ca. 100,000 Seelen umfassen, wir sehen viele Tausende von jüdischen Bauern in Palästina, in Argentinien, diesein Beruf sich widmen, in Nordamerika mehrere Tausend wenigstens bestrebt, den Ackerbau zu erlernen und auch in Kanada einen Anfang zur jüdischen lanowirthschastlichen Eolonisation gemacht. Aber neben diesen größeren landwirthschaftlichen Unternehinungen und Versuchen gehen zahlreiche kleinere einher und selbst in Preußen sind mehr als 4000 Juden in den verschiedenen Zweigen der ländlichen Gewerbe thätig, viel mehr natürlich in Oesterreich- Ungarn und Rußland. Freilich fehlen meift verläßliche Zahlen und wir unterlassen daher eine Schätzung dieses Elementes nach seiner Seelenzahl. Endlich finden wir über die ganze Erde verstreut die Schulen, welche die Juden den Uebergang zum Ackerbau erleichtern sollen, überall Vereine, welche ihnen dabei helfen wollen. Um nur einige dieser Schulen zu nennen: die Ackerbauschule in Ooeffa, die Erziehungsanstalt Ahlem bei Hannover, Woodbine und die Krauskopf'sche Schule in Nordamerika und oie Ackerbauschulen der Alliance im Tunis in Afrika und Jaffa in Asien. Wer unbefangenen Sinnes diese Entwickelung prüft, wer Verständniß für Geschichte hat und weiß, daß es beispiellos ist, wenn ein Volk vom Handel und Handwerk zum Ackerbau übergehen will, wer die Hindernisse sieht, die den Juden des Ostens Europas der böse Wille der Regierungen, den Juden des Westens die sozialen Verhältnisse in den Weg legen, der muß zugestehen, daß in dein letzten halben Jahrhundert die Erfolge auf dem eingefchlagenen Wege recht bedeutende sind in Anbetracht der Kürze des Zeitraums. Der unbefangene Beurtheiler wird aber auch erstaunen über den Eifer und die Energie, mit der die Juden in allen Ländern seit 20 Jahren dabei sind, ihren ärmeren Brüdern die Erlernung und den Betrieb des Ackerbaues an Stelle ihrer bisherigen Berufe zu ermöglichen. Von Seiten der Juden ist viel geschehen, wenig von Seiten der Nichtjuden, um diesen Uebergang zu erleichtern, aber viel, um ihn zu erschweren, und die antisemitische Bewegung hat ebenfalls viel dazu beigetragen, um diesem assimilatorischen Vorgehen entgegenzuarbeiten. Wer die Bevölkerung gegen die Juden aufhetzte, wer die christlichen Bauern und Grundbesitzer gegen diese sanatisirte, der machte auch es dem armen Juden unmöglich als Knecht oder Magd auf dem Lande anzufangen, dem gebildeten, irgendwo einen Posten als Inspektor zu erhalten, er erschwerte aus das äußerste die Niederlassung des einzelnen Juden in einem Dorfe, kurz der Antisemitismus hat, indem er den Frieden zwischen den Religionen störte, den Uebergang der Juden zur Landwirthschaft auf das höchste erschwert, und so die Eintracht zwischen den deutschen Juden und den deutschen Ehristm wiederum nicht unbedeutend gestört. Wiesbaden, 16. August. (Fach-Gewerbe- Au sst ellung für das Hotel-Wirthscha ftswesen und verwandte Gewerbe.). Unter den Ehrenmitgliedern der Ausstellung befinden sich folgende Glaubensgenossen: Die Herren Stadtrath Weil. Rentner Franz Straßburger. Zweiter Bürgermeister Heß. Unter dem Haupt-Ausschuß (Ehren-Beisitzer) : Herr Architekt Schott. Unter Abtheilung 1 haben ausgestellt : Die Herren Simon u. Cie., Weinhandlung, Wiesbaden, Rheinstraße 30, Rhein-, Mosel¬ und Bordeaux-Weine, speciell „Winkler Steinchen Rapp I., Delikatessen, Weinbau und Weingroßhandlung, Wiesbaden, Goldgaffe 2, a. Rheinweine, Moselweine, italienische Weine, 1». Champagner, Spezial- Marke: „Wiesbadener Gold." S. Baer u. Cie., Weingroßhandlung, Branntwein- und Liqueurfabrik, Wiesbaden, Hellmundstraße 32. Silberne Medaille Berlin 1892; goldene Medaille und Ehrendiplom fhöchste Auszeichnung! Genf 1893.) Rhein-, Mosel-, Weiß-Weine. Deutsche und französische Nothweine, Sübweine. Rosenstein B., Weingroßhandlung, Wiesbaden, Taunusstraße 5, Rhein-, Mosel- und Pfälzer- Weine, Simon Gebr., Weinbau und Weinhandel, Wiesbaden, Rheinstraße 35, Rhein- und Moselweine, Specialität: „Rathskeller-Tropfen" (Winkler eigenes Wachsthum), eingetragen Nr. 5400 bei dem Kaiserlichen Patentamt, Winkler Hasensprung, Moselweine eigener Kelterung. Unter Abtheilung 2: Aha, F. E., Damvs-Destillation, Hünfcld, Hessen-Nassau. 1. Aha's

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